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Mikro an: Jetzt hat Kai Thurau 90 Sekunden Zeit, um mit seiner Stimme zu überzeugen.

Kai Thurau aus Überacker

Vom Kirchenchor auf die Bühne von "The Voice"

Überacker – Kai Thurau steht heute Abend auf der Bühne von „The Voice of Germany“ und singt. Dass er dabei ist, hat er seiner Tochter Sara zu verdanken.

Die 14-Jährige hatte ihn nach einem Gottesdienst überredet, sich zu bewerben. Dafür ist ihr der 43-Jährige unendlich dankbar: „Es ist so ein geiles Erlebnis, dabei zu sein. Ich werde diesen Auftritt nie vergessen.“

Welches Lied er singt, darf er nicht verraten. Nur so viel: „Es ist Rock’n’Roll.“ Bei den sogenannten „Blind Auditions“ sind die Kandidaten nur für das Publikum zu sehen – die Coaches sitzen mit dem Rücken zur Bühne. Jeder Sänger hat nur 90 Sekunden Zeit, die Profis von seiner Stimme zu überzeugen. Gefällt einem der Coaches, was er hört, drückt er einen Buzzer. Dann dreht sich sein Stuhl um, der Sänger ist auch für das Jurymitglied zu sehen, das damit signalisiert: „Ich will Dich in meinem Team haben.“ Drückt keiner der Coaches – in diesem Jahr Andreas Bourani, Smudo und Michi Beck, Samu Haber und Yvonne Catterfeld –, ist der Kandidat raus.

Musikalität in die Wiege gelegt bekommen

Kai Thurau will mit seiner Musikalität mitreißen. Er singt „eigentlich schon immer“, sagt er: „Ich habe meine Stimme von meinen Eltern in die Wiege gelegt bekommen.“ Schul- und Kirchenchor prägten seine Kindheit, zudem lernte er Trompete, Orgel und Klavier. Später sang er in verschiedenen Chören. Derzeit ist er beim Fürstenfeldbrucker Gospelchor „Sing and Pray“ dabei, bei der Gruppe „MuSix“ der evangelischen Kirchengemeinde Olching-Maisach, außerdem seit kurzem bei der Münchner Rock’n’Roll-Band „Del-A-Rocka“.

Studium der Theologie ruht

Weil ihn die Musik im Moment rund um die Uhr beschäftigt, lässt Kai Thurau sein Studium der evangelischen Theologie derzeit ruhen – auch wenn das in der Fernsehsendung heute Abend noch anders dargestellt wird. Aber die ersten Bewerbungsrunden waren schon im März, die Show, die heute Abend zu sehen ist, wurde bereits im Juli aufgezeichnet.

Trotzdem hat in gewisser Weise sein Glaube – in Zusammenarbeit mit der Tochter – Kai Thurau auf die Bühne gebracht. Der 43-Jährige ist ausgebildeter Prädikant und hält Gottesdienste in Olching, Maisach und Gernlinden. Weil zuletzt ein Pfarrer fehlte, gestaltete er auch den Konfirmationsunterricht, unter anderem für seine Zwillingstöchter Sara und Sina. Dazu gab es im Januar einen Jugendgottesdienst unter dem Motto „Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum“. In einer Andacht erzählte Thurau, „dass es schon immer mein Traum war, ein berühmter Sänger zu werden“.

Den eigenen Traum leben

Wenig später kam seine Tochter Sara zuhause zu ihm und nahm den Vater beim Wort. Sie hatte die Anmeldeunterlagen für „The Voice“ dabei und forderte ihn auf, seinen Traum zu leben. „Da gingen mir schnell die Gegenargumente aus“, erzählt Thurau und lacht. Seinen späteren Zuhörern wohl auch: In vier Vorrunden kam er jeweils weiter und gehört damit zu rund 150 Sängern, die im Fernsehen zu sehen und hören sind. Beworben hatten sich 5000 bis 6000.

Thurau, aufgewachsen in einem Dorf nahe Kassel (Nordhessen), wohnt seit 1998 im Maisacher Ortsteil Überacker. Der frühere Offizier der Bundeswehr hatte seine jetzige Ehefrau Ariane in München kennengelernt, als er an der Bundeswehruniversität studierte. Seine Frau ist in Überacker aufgewachsen – ihre Eltern hatten das frühere Rasthaus Hiekel – und er ist mittlerweile auch im Ort verwurzelt: „Ich mag hier nicht mehr weg.“ Außer natürlich für Auftritte.

von Helga Zagermann

TV-Sendung: Kai Thurau singt am Donnerstag, 3. November, in den „Blind Auditions“ von „The Voice of Germany“ ab 20.15 Uhr bei ProSieben.

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