Anerkennung für die Tierschützer: Der Maisacher Bürgermeister Hans Seidl und 3. Bürgermeisterin Waltraut Wellenstein (r.) ließen sich von den Vereinsvorsitzenden Andrea Mittermeir (2. v. li.) von den Katzentatzen und Heidi Minderlein von den Tierfreunden Brucker Land beim Sommerfest über ihre Arbeit informieren. 350 Besucher waren gekommen. Der Erlös aus dem Kuchenbüffet, einer Tombola und Spenden helfen dem Verein.

Überacker

Tierfreunde Brucker Land kämpfen ums Überleben

Maisach – Kummer bei den Brucker Tierfreunden: Vorsitzende Heidi Minderlein wird bei den Neuwahlen 2017 nicht mehr antreten, eine Nachfolge ist nicht in Sicht.

Laut Minderlein sei das kein Wunder. Ihr Ehrenamt grenze an einen Vollzeit-Job. Denn Minderlein ist nicht nur Vorsitzende der Tierfreunde, sie hat auch die Leitung der Tierauffangstation in Überacker übernommen und pflegt dort Katzen und Kleintiere. „Das heißt bis zu zehn Stunden Arbeit täglich“, erzählt sie. 

Doch Minderlein will den Verein nicht im Stich lassen und startet nun eine Rettungsaktion. Erster Schritt war ein Termin im Maisacher Rathaus, bei dem sie einen offenen Brief an zweiten Bürgermeister Roland Müller übergab – Hans Seidl war aus familiären Gründen verhindert. 

Die Fundtiere kommen aus dem ganzen Landkreis

In dem Schreiben fordert Minderlein mehr finanzielle Unterstützung – und zwar nicht nur von der Gemeinde Maisach, in der die Auffangstation liegt, sondern von allen Kommunen im Landkreis. Immerhin nehme das Heim Fundtiere aus dem gesamten Kreis auf. „Theoretisch wären die Fundbüros der jeweiligen Gemeinden selbst für die Tiere zuständig“, erklärt die Vorsitzende. 

Mit dem zusätzlichen Geld wäre es dem Verein möglich, die Heimleitung in Vollzeit und Pfleger auf 450-Euro-Basis zu beschäftigen. Auf diese Weise könne der Verein und das Heim weiterleben, ist sich Minderlein sicher. In anderen Landkreisen, so die Tierfreunde, sei diese Unterstützung bereits Usus. Dort bekämen die Heime von jeder Kommune je Einwohner eine jährliche Pauschale von 50 Cent bis 1,50 Euro. 

Würden die Kommunen im Kreis Bruck wenigstens 50 Cent pro Einwohner jährlich ans Heim zahlen, hieße das: Der Verein hätte pro Monat knapp 9000 Euro zusätzlich, um Heimleitung und Pfleger zu bezahlen. 

Manche Kommunen zahlen nicht einmal die kleinen Beträge, die pro Tier anfallen

„Ehrenamtlich will das einfach keiner mehr machen“, sagt sie. Und mit den bisherigen finanziellen Spritzen sei wenig anzufangen, erklärt Minderlein. 

Acht Euro pro Tag pro Katze bekommen die Tierfreunde von der Kommune, in der das Tier gefunden wurde. „Selbst diesen kleinen Betrag zahlen nicht alle Gemeinden“, sagt Minderlein. Und diese acht Euro am Tag gibt es auch nur die ersten 28 Tage, nachdem das Tier gefunden wurde. „Bleibt die Katze länger bei uns, müssen wir selbst für die Kosten aufkommen.“

Futter, Medikamente, Impfungen, Stall und Spielzeug – alles koste Geld. Bisher hielt sich der Verein mit Mitgliedsbeiträgen und Spenden über Wasser. Doch ein Gehalt für eine professionelle Heimleitung springt dabei nicht raus. „Wir brauchen jetzt die Unterstützung der Bürgermeister, der Gemeinden“, sagt Minderlein. 

Jährlich werden rund 400 Tiere aufgenommen

Müller wird den Brief an Bürgermeister Seidl weitergeben. „Er wird ihn dann bei der nächsten Bürgermeister-Dienstbesprechung austeilen“, kündigte er an. „Man muss aber auf jeden Fall auch über das Landratsamt gehen. Eigentlich ist das sowieso Angelegenheit des Landkreises.“ 

Die Brucker Tierfreunde mit ihrer Auffangstation in Überacker nimmt bis zu 400 Tiere jährlich auf. Zehn Prozent davon sind Vierbeiner, die von ihren Besitzern bei den Helfern abgegeben werden, 90 Prozent der Bewohner der Heims sind Fundtiere. Ein Riesenproblem, so die Tierfreunde: Viele Katzen sind nicht gechippt und registriert, weshalb Besitzer nur mühevoll ausfindig gemacht werden können. 

Und auch die Kastration ist ein schwieriges Thema, sagt Minderlein. „Vor allem auf Bauernhöfen vermehren sich die Katzen rasend schnell und keiner kümmert sich. Hier hilft nur noch die Kennzeichnungs- und vor allem die Kastrationspflicht.“ Auch diese fordert sie in dem offenen Brief, der neben Seidl an alle Bürgermeister des Kreises gerichtet ist.

Besitzer gesucht

Die Tierfreunde Brucker Land suchen nach dem Besitzer dieser Katze. Sie wurde 9. August in Fürstenfeldbruck an der Maisacher Straße gefunden. Es handelt sich um einen kastrierten Kater. Er ist schwarz-weiß,etwa sieben bis zehn Jahre alt, und nicht tätowiert. 

Wer vermisst diesen Kater? Wer das Tier kennt, wird gebeten sich bei den Tierfreunde Brucker Land zu melden, Telefon (0 81 42) 4 48 76 16.

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