Neues Modell lockt Auswärtige an

Maisacher Mittelschule wächst

Maisach - Die Mittelschule wächst – und zwar durch Jugendliche, die aus anderen Kommunen kommen. Vor allem das Modell 9+2, das zur Mittleren Reife führt, lockt Auswärtige an.

Der Mittelschule Maisach wächst wider Erwarten: Im laufenden Schuljahr gehen 226 Schüler auf die Lehranstalt an der Lusstraße, zwölf mehr als im Vorjahr. Davon kommen 122 aus der Großgemeinde Maisach. Zum Vergleich: Im vergangenen Schuljahr waren es 125, 2009 sogar noch 160.

Aus dem Gemeindegebiet Egenhofens – das mit Maisach einen Schulverband bildet – ist hingegen ein leichter Zuwachs zu verzeichnen: von 37 auf 44 Schüler. Zudem wird die Maisacher Institution im Umland immer beliebter: Im laufenden Schuljahr beherbergt die Lehranstalt 60 Gastschüler aus der gesamten Region (2014/15: 55).

Der Grund sind die 9+2-Klassen der Schule. Im Landkreis wird nur noch in Germering mit diesem Modell gearbeitet. Vereinfacht gesagt macht es dieser Zweig allen möglich, die Mittlere Reife anzustreben.

Bei den Schülerzahlen ist das Plus von 5,6 Prozent erfreulich – wenn man bedenkt, dass andernorts Mittelschulen ums Überleben kämpfen, etwa in Emmering. Ein anderes Plus, nämlich das bei der Verwaltungsumlage um über 50 Prozent, gefällt den Verantwortlichen nicht so gut. Wie dem Haushaltsbericht des Schulverbands zu entnehmen ist, gibt es heuer eine Steigerung von 306 000 Euro auf 464 000 Euro – der höchste Wert in den vergangenen Jahren. Der Grund sind die weiterhin immensen Ausgaben für den Brandschutz mit rund 330 000 Euro.

Im vergangenen Jahr lagen die Umbaukosten in Sachen Brandschutz freilich noch um ein Vielfaches höher: bei satten 1,34 Millionen Euro. Die konnten aber durch den Verkauf des Grundstücks für das Senivita-Pflegeheim neben der Schule finanziert werden. Mehr noch: Der Schulverband legte 2015 sogar 344 000 Euro auf die hohe Kante. Die Rücklagen werden heuer allerdings restlos aufgebraucht.

Und weil noch weitere Renovierungsarbeiten notwendig sind, steigt die Umlage für beide Kommunen: Die Maisacher Kämmerin muss heuer 341 000 Euro an den Schulverband überweisen, ihr Egenhofener Kollege 125 000 Euro. Insgesamt beträgt der Verwaltungshaushalt des Schulverbands 801 000 Euro, der Vermögenshaushalt liegt bei knapp 373 000 Euro.

Tröstlich für beide Kämmerer: Der Verband ist seit dem vergangenen Jahr schuldenfrei. Ebenfalls positiv: Jeder Gastschüler spült 1500 Euro in die Schulverbandskasse, insgesamt sind das heuer 93 000 Euro – den freilich nicht die Schüler zahlen müssen, sondern die Kommunen, aus denen sie kommen. Maisacher und Egenhofener Schüler werden von ihren Heimatgemeinden mit deutlich mehr Geld ausgestattet: Die Umlage für jeden Eleven liegt bei knapp 2800 Euro.

 von Horst Kramer

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