Georg Burkhardstarb im Alter von 89 Jahren. Repro: Akk

Nachruf

Er war in seinem Heimatort verwurzelt

Mammendorf – „Er war gebürtiger Mammendorfer, am liebsten zu Hause und weggezogen hat es ihn, bis auf ein paar Kurzurlaube, nie“, sagt Edgar Burkhard. Kürzlich starb sein Vater, Georg Burkhard, mit 89 Jahren. Sein letzter Wunsch ging für den Mann, der die örtliche Volkshochschule (VHS) mitbegründete, in Erfüllung: Daheim im Beisein seiner Lieben schlief er nach längerem Leiden ein – zuletzt machte sein Herz nicht mehr mit.

Nach dem Besuch der Oberschule in Pasing machte Georg Burkhard eine Lehre zum Bankkaufmann. Zuletzt arbeitete er bei der Hypo-Vereinsbank in München in der Abteilung Wertpapiere. „Bevor er 60-jährig in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurde, konnte er noch sein 40-jähriges Jubiläum in der Bank feiern – dort arbeitete er mit Leib und Seele“, weiß der Sohn.

Doch Georg Burkhard engagierte sich auch politisch: Er gehörte von 1956 bis 1966 dem Gemeinderat an, war vier Jahre lang Vizebürgermeister. Von 1960 bis 1966 vertrat er die Anliegen seines Heimatortes und des Landkreises auch im Kreistag. 1972 wurde er erneut in den Gemeinderat gewählt. „Mein Vater setzte sich für die Wasserversorgung in Mammendorf ein, organisierte Anfang der 1960er-Jahre die Planung und den Bau der Volksschule mit“, berichtet der Sohn.

Sein Hauptaugenmerk lag auf den Grundstücksankäufen an geeigneter Stelle und der Errichtung des Schulhauses. Zudem verfasste er Vereinsnachrichten aus seinem Heimatort und sandte diese an die Redaktion der Heimatzeitung. „Er tippte damals noch auf der Schreibmaschine und, wie damals üblich, mit doppeltem Durchschlag, sprich Kohlepapier“, berichtet sein Sohn.

Er hat miterlebt, was seinem Vater am Herzen lag: „Er wollte Fortschritt für Mammendorf und war schon in den sechziger und siebziger Jahren seiner Zeit gedanklich voraus.“ So kam es, dass er auch die VHS vor Ort mitbegründete. „Ich wollte den Leuten im Ort etwas bieten“, sagte er an seinem 80. Geburtstag. 50 Jahre lang leitete er die VHS – während dieser Zeit organisierte er 1050 Vorträge und knapp 40 Auslandskulturfahrten.

Beruflich setzte er sich für die Aus- und Weiterbildung von Bankkaufleuten ein. Sechs Jahre lang war er Vorsitzender des Mammendorfer Sportclubs. Für sein ehrenamtliches Engagement erhielt er 1996 das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten. Gleichzeitig wurde ihm die Silberne Ehrenmünze der Gemeinde Mammendorf überreicht. 2011 wurde Georg Burkhard zum Ehrenvorsitzenden der VHS ernannt.

Privat wünschte Burkhard sich ein harmonisches, naturnahes Ortsbild – mit Bäumen und Gemüsebeeten in den Gärten. Wer seinerzeit ein bürokratisches oder gemeindliches Problem hatte, der kam schon mal zu ihm mit den Worten: „Schorsch, Du musst mir helfen.“ Das tat er immer gerne: „Und zwar recht geradlinig und ja nicht umständlich“, erzählt sein Sohn.

An erster Stelle stand für Georg Burkhard trotz allem Engagements die Familie, für die er gerne sorgte. Im August 1958 heirateten Georg und Ursula Burkhard und bekamen zwei Kinder, Edgar und Diana. Später freute sich das Paar über die Enkel Michael und Anna. „Unser Papa war ein Original – hilfsbereit und pragmatisch zugleich; er sagte was ihm nicht passte und konnte es immer auch begründen.“ (akk)

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schnelles Internet soll weiter ausgebaut werden

Germering – Die Stadt ist zwar mit dem jüngsten Ausbau des Breitbandnetzes im Germeringer Norden und in der Industriestraße flächendeckend ans schnelle Internet …
Schnelles Internet soll weiter ausgebaut werden

Hightech-Truck hilft bei der Berufswahl

Germering – Die Metall- und Elektro-industrie geht neue Wege, um Auszubildende zu gewinnen. An der Realschule parkt in dieser Woche ein Hightech-Truck, der die Schüler …
Hightech-Truck hilft bei der Berufswahl

100 Tage Bürgermeister – Peter Münster zieht Bilanz

Eichenau - Dass sich Peter Münster (FDP) gegen drei hochkarätige Mitbewerber als Eichenauer Bürgermeister durchgesetzt hat, war durchaus eine Überraschung. Heute vor …
100 Tage Bürgermeister – Peter Münster zieht Bilanz

Mutter von zwei Töchtern hat nur 900 Euro zum Leben

Landkreis – Ihr Mann verlässt sie nach 19 Ehejahren. Nun stehen Anabell M. und ihre zwei Töchter alleine da. Sie müssen mit 900 Euro im Monat auskommen. Der Unterhalt …
Mutter von zwei Töchtern hat nur 900 Euro zum Leben

Kommentare