Bürger-Antrag abgelehnt

Umfahrung: Nur Südtrasse kommt in Frage

Mammendorf - Der Gemeinderat bleibt dabei: Die Umfahrung soll im Süden entstehen. Der Antrag von Bürgern, auch im Norden des Ortes Flächen freizuhalten, wurde abgelehnt.

In der Sonderbürgerversammlung zur Umfahrung hatte ein Bürger beantragt, auch Flächen für eine mögliche Nordumfahrung freizuhalten. Der Antrag ging knapp durch – weshalb nun der Gemeinderat darüber entscheiden musste.

Konkret war eine Veränderungssperre beantragt. Doch dazu fehlt ein Bebauungsplan für die fraglichen Flächen.

Nach einer kontrovers geführten Diskussion entschloss sich der Gemeinderat, der Empfehlung der Bürgerversammlung nicht zu folgen. Grund: Alle Experten raten zur Südtrasse. Daran habe sich nichts geändert. Mit 14:2-Stimmen lehnte der Gemeinderat den Antrag ab.

Bürgermeister Josef Heckl (BGM) meinte, die Einschränkungen bei einer Nordvariante seien größer. Deshalb lautete sein Vorschlag, das Flächennutzungsplanverfahren mit der Südvariante fortzuführen. Das könne dazu führen, dass weitere Bürgereinwände kommen, so Heckl. Aber die Sonderbürgerversammlung habe zum Ausdruck gebracht, dass sich der Gemeinderat intensiv mit der Thematik befasst und seriös abgewogen habe.

„Die Bürgerversammlung hat keine neuen Erkenntnisse ergeben“, sagte Zweiter Bürgermeister Peter Muck (CSU). „Wir müssen einen Korridor freihalten, sonst ist der Zug für uns abgefahren. Wir wollen nicht ein zweites Fürstenfeldbruck. Wir haben die Varianten geprüft, alle Varianten sind möglich. Der Bund Naturschutz schreibt in seinem Gutachten, dass er strikt gegen eine Nordvariante ist.“ Die Gutachten hätten gezeigt, dass die Südvariante die bessere Lösung ist, kostengünstiger und effizienter. „Ich bin jetzt 30 Jahre in Mammendorf“, so Muck, seitdem höre er nichts anderes, als dass der Ort eine Umfahrung brauche. Jede Fraktion habe sich das bei jeder Kommunalwahl ins Wahlprogramm geschrieben. Diese Möglichkeit sollte man nun nutzen.

Altbürgermeister Johann Thurner (BGM) ging noch weiter zurück in seiner Erinnerung, warum der Gemeinderat die Planung auf den Weg gebracht habe. Ein wesentlicher Grund sei gewesen, dass immer mehr Anträge im Außenbereich für Aussiedlerhöfe oder Photovoltaik-Freiflächenanlagen gestellt worden seien, so dass man reagieren musste. Man legte einen Korridor fest, um spätere Konflikte zu vermeiden. Seit vier Jahren arbeite man nun an dem Thema. Auch Thurner hält die Südtrasse für besser und notwendig.

Thurner stellte noch einmal die Verkehrssituation mit den langen Staus dar. Er meinte, es sei nicht nur die B 2 betroffen: Aus den Seitenstraßen würden die Autofahrer bald Schwierigkeiten haben, in die Straße einzubiegen. Die Nordtrasse habe seiner Meinung keine Chance auf Realisierung: Schon wegen des notwendigen Neubaus einer Brücke, die allein zwischen 30 und 40 Millionen Euro kosten würde. Siegfried Schnell (CSU) gab aus landwirtschaftlicher Sicht zu bedenken, dass bei der Nordvariante der Flächenverbrauch um ein Drittel größer sei als bei der Südtrasse.

Barbara Schamberger (CSU), die an der B 2 wohnt, ist allerdings der Flächenverbrauch zu groß. Zudem gehe ihr die Trasse zu nah an Wohngebieten vorbei. Sie halte den Verkehr auf der B 2 für erträglich: „Es handelt sich doch nur um zwei, drei Stunden am Morgen und am Abend, ansonsten ist es richtig ruhig.“

von Dieter Metzler

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