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Die Hauptwache ist das Zugangstor zum Militärgelände in Fürstenfeldbruck. 

Einige sind stinksauer

Fliegerhorst: Militär verschärft Zutrittsregeln

Fürstenfeldbruck – Die Luftwaffe hat die Zutrittsmöglichkeiten zum Fliegerhorst für Zivilisten und Ehemalige deutlich eingeschränkt. Einige halten das aufgrund der Sicherheitslage für folgerichtig. Viele aber sind stinksauer.

Etliche Brucker hatten bis vor Kurzem Chipkarten, mit denen sie die Hauptwache des Fliegerhorsts ganz einfach passieren konnten: Sie mussten nur mit dem Auto an die Schranke fahren, die Karte in das Lesegerät stecken und die Schranke zum Militärgelände ging auf. Viele Mitglieder von Vereinen nutzten das gerne, kamen sie so doch völlig unkompliziert zu den Sportstätten, die die Luftwaffe der Zivil-Bevölkerung zur Verfügung stellt. Das Privileg dieser Eingangschips hatten vor allem aber auch viele ehemalige Soldaten, die sich gerne beispielsweise im Casino treffen oder regelmäßig frühere Kollegen besuchen.

Diese vereinfachte Art des Eintritts ins Brucker Militärgelände ist nun Geschichte. Das stößt auf großen und teils zornigen Widerstand, zumal die freundliche Verzahnung zwischen Zivilbevölkerung und Militär gerade in Fürstenfeldbruck bislang immer als äußerst wichtig galt. „Man fühlt sich halt vor das Schienbein getreten“, sagt ein Insider, der seine einfache Zugangsberechtigung eingebüßt hat. „In der Tat herrscht ein gewisser Unmut.“

Er und viele andere sind zwar nicht völlig ausgeschlossen. Sie müssen nun aber jedesmal vor der Wache parken, persönlich beim Wachpersonal einer (privaten) Sicherheitsfirma vorstellig werden, wieder zum Auto zurückgehen und können dann passieren.

Die aktuelle Fursty-Führung bittet um Verständnis für die Neuerung. Die Absicherung des Fliegerhorsts erfolge gemäß der militärischen Sicherheitsweisungen und unter Berücksichtigung der aktuellen Gefährdungslage, heißt es.

Direkten und einfachen Zutritt hätten nur noch aktuell im Fliegerhorst Beschäftigte. Besucher könnten Fursty allerdings mit dem Passwechselverfahren betreten. Dabei muss man seinen Ausweis abgeben und bekommt einen Besucherpass. Für Ehemalige und Sportler habe man dieses Verfahren extra vereinfacht, sagt ein Sprecher. Wer entsprechend angemeldet ist, müsse den Ausweis nicht abgeben, sondern nur vorzeigen. Vereine erhielten ein gewisses Kontingent der Zahl an Zutrittsberechtigen.

Ein Sprecher betont, dass mit der Auflösung verschiedener Clubs (Beispiele: Unteroffizierheim, Flugsportler) etliche Personen einfach die Zugangsberechtigung verloren hätten, betroffen sind auch Vertreter von Firmen. „Wer nicht mehr hier tätig ist, verliert das Privileg des einfachen Zutritts.“

Ein Teil des Problems offenbar: Die Neigung, eine einmal erhaltene Chipkarte wieder zurückzugeben, war insgesamt doch sehr gering – sodass etliche Karten im Umlauf waren, über die niemand mehr genau Bescheid wusste. Der Fursty-Sprecher: „Wir sind an der Interaktion mit Ehemaligen weiter sehr interessiert. Aber ein kontrolliertes Verfahren gehört dazu.“

Diejenigen, die Verständnis für die Neuerung aufbringen, sind allerdings ihrerseits unzufrieden. Sie beklagen eine überaus strikte Auslegung im Einzelfall.  (st)

Kommentar: Die in Berlin und der Maibaum

Trotz aller offiziellen Erklärungen der Bundeswehr: Natürlich wird über die Hintergründe der Zutritts-Erschwerung zu Fursty trefflich spekuliert. Haben die da neuerdings eine Atombombe im Fliegerhorst?, wurde angesichts des bislang doch eher unkomplizierten Umgangs miteinander schon gewitzelt.

Ganz im Ernst aber wird immer wieder vermutet, dass die Neuerung möglicherweise mit dem Maibaumklau aus dem Jahr 2014 zu tun haben könnte. Damals stahlen die Burschen aus Unterbrunn (Kreis Starnberg) das Brucker Traditionsstangerl direkt aus dem militärischen Sicherheitsbereich (Halle 4) heraus, was natürlich durchaus als peinlich empfunden werden konnte – letztlich aber auch nicht zwingend als beschämend aufgefasst werden muss, wie viele sagen.

Die in Berlin verstünden eben nicht, dass man in Bayern über ein solches Husarenstück trotz aller vielleicht bedenkenswerten Umstände trotzdem einfach lacht, heißt es in diesem Zusammenhang immer wieder. Kurz: Was in Bayern als zentrales Kompliment betrachtet wird („Hund sans scho“), scheint an der Spree immer noch unbekannt zu sein.

 Insgesamt ist zu den Neuerungen zu sagen: Angesichts des jahrelang vielleicht wirklich sehr freien Umgangs mit den Zutritts-Chips wirkt die Verschärfung jetzt natürlich umso härter. Vielleicht wäre ein Mittelweg angemessen. (Thomas Steinhardt)

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