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Zeigt seine Schätze: Torsten Dascher ist rund um Grunertshofen mit seinem Metalldetektor unterwegs.

Ausstellung im Rathaus

Der Schatzsucher von Moorenweis

Moorenweis/Grunertshofen – Mit seinem Hund und seinem Metalldetektor durch Feld und Flur zu streifen, ist für Torsten Dascher das Größte. Dabei bringt der 52-Jährige die Vergangenheit, die unter seinen Füßen schlummert, Stück für Stück ans Tageslicht.

Allein in einem Acker bei Grunertshofen hat er in den letzten drei Jahren Hunderte alter Münzen, Knöpfe, Schnallen und Schmuckstücke gefunden, die Rückschlüsse auf die Geschichte des Ortes zulassen. Ein Teil der Funde ist derzeit im Moorenweiser Rathaus ausgestellt – unter dem Titel „Der Schatz von Grunertshofen“.

Die hohe Vitrine steht gleich links am Eingang. Wer es eilig hat, läuft womöglich achtlos daran vorbei. Doch es lohnt sich, einen längeren Blick durch das dicke Glas zu werfen – zum Beispiel auf den eisernen Siegelring aus dem 14. Jahrhundert, den Knopf einer französischen Uniform aus dem 17. Jahrhundert, die Musketenkugeln und Miederhaken, die alten Münzen aus München und Augsburg. Auch eine keltische Speerspitze und römische Münzen hat der Mammendorfer ausgebuddelt.

Von der Hundemarkte zum Preußenknopf: All diese Stücke hat der Sammler auf freier Flur in einem Acker gefunden. Nun werden die Stücke im Rathaus ausgestellt.

Aufgrund der Vielfalt der Stücke glaubt Torsten Dascher, dass an der Fundstelle einmal eine Handelsstation existiert hat, die zur Keimzelle des Dorfes wurde. „Ich bin der festen Überzeugung, dass Grunertshofen auf diesem Feld entstanden ist.“ Es liegt irgendwo südöstlich der Ortschaft – wo genau, das will der Rettungssanitäter nicht verraten. Er hat von den Eigentümern die Erlaubnis, außerhalb der Pflanzsaison auf dem Acker zu graben. Und er fördert bei seinen Ausflügen immer neue Schätze zutage. „Es hört einfach nicht auf“, sagt der 52-Jährige.

Jedes Mal, wenn der Acker umgepflügt wurde, tauchen knapp unter der Oberfläche wieder Fundstücke auf. Manche erzählen ihre ganz eigene kuriose Geschichte, so wie der kunstvoll gestaltete Miederhaken, der laut Dascher aus der Zeit zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert stammt. Das Stück ist auf der rechten Seite sorgsam ausgearbeitet, auf der linken eher schludrig. „Es sieht aus, als hätte es dringend zu einem Termin fertig werden müssen, zum Beispiel zu einer Hochzeit.“ Ein kleines Team unterstützt Dascher, der schon viele Filme über seine Sonden-Ausflüge ins Internet gestellt hat.

Manchmal ist auch sein Sohn (10) mit von der Partie. „Für uns ist jeden Tag Weihnachten“, sagt der alleinerziehende Vater. Um seine Funde einzuordnen, befragt er befreundete Sondengeher, das Internet und auch das Amt für Denkmalschutz. Denn das Gesetz schreibt vor, dass alle Funde der Behörde gemeldet werden müssen. In denjenigen Gebieten, die im Denkmalatlas als besonders sensibel ausgewiesen sind, darf nicht gegraben werden. Von ihnen hält sich Dascher fern. Wichtig ist ihm, dass er nicht zu den „Grabräubern“ unter den Sondengehern gehört. Seine Funde will er nicht für sich behalten und erst recht nicht verkaufen. „Ich möchte sie den Bürgern zugänglich machen.“ Bis zum Sommer bleiben die Stücke im Rathaus, wobei der Inhalt der Vitrine in einigen Wochen ausgetauscht wird – der ganze Schatz passte nicht auf einmal hinein. Danach soll die Ausstellung in Daschers hessischer Heimat gezeigt werden und schlussendlich möchte er sie der Gemeinde Moorenweis überlassen. Das Rathaus hat täglich von 7.30 bis 12 Uhr geöffnet, donnerstags auch von 16 bis 18 Uhr.

von Ulrike Osman

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