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Anmutig, kraftvoll und wunderschön anzusehen: Bauchtänzerin Ramona Ertel (30) aus Moorenweis bei einem Auftritt.

Bauchtänzerin Ramona Ertel

Tausend und eine Nacht in Moorenweis

Moorenweis – Bauchtanz ist ihre Passion. Seitdem sie klein ist, wirbelt Ramona Ertel gerne in Glitzerkleidern über den Boden – im heimischen Moorenweis, in London, Kairo, sogar in New York.

Im Elternhaus der jungen Frau in Moorenweis deutet erst einmal nichts auf Tausend und eine Nacht hin. Alles ist normal. Doch – ganz versteckt – im unterkellerten Garten betreibt Ramona Ertel gemeinsam mit Mutter Monika die „Sweatoase“. Das heißt übersetzt soviel wie „Schweiß-Oase“.

Aufgrund der englischen Wortähnlichkeit wird der Raum aber von fast allen, die da ein und aus gehen, „Sweet-Oase“ (Süße Oase) genannt. Da gleich in der Nähe eine Firma angesiedelt ist, die Süßigkeiten verpackt, kommt es schon mal zu Verwechslungen, sagen die Frauen lachend.

In Wirklichkeit aber ist die Sweatoase ein Fitnessstudio, in dem Ramona Ertel Kurse zum Beispiel in Pilates, Stretching und vielen verschiedenen Tanzstilen gibt. Außerdem trainiert sie hier selbst gerne und schwebt ungestört im Bauchtanzkostüm durch das Zimmer.

Ihr Wissen über diese ganz besondere Form des Tanzens hat Ramona Ertel auf der ganzen Welt gesammelt – in London und Kairo zum Beispiel. Jetzt durfte die junge Frau sogar bis nach New York fliegen. Gemeinsam mit ihrer ebenfalls aus Moorenweis stammenden Tanzkollegin Melanie Lachmuth durfte sie am dortigen Orientfestival teilnehmen. Dort wurden die beiden bei den Stars der Bauchtanzszene fortgebildet. Wie sie es so weit geschafft hat? „Ohne Fleiß kein Preis“, kommt spontan mit einem Lächeln über Ramona Ertels Lippen.

Die Bauchtänzerin soll auch Fußballer auf Trab bringen

Szenenwechsel: Der Trainer der ersten Fußball-Mannschaft von Kottgeisering hat Ramona Ertel verpflichtet, „die Mannen in Sachen Beweglichkeit und Körperspannung auf Vordermann zu bringen“. Hier erlebt man eine ganz andere Seite dieser Frau. Resolut gibt sie Anweisungen, korrigiert und zeigt, wie es geht, die ansonsten im Alltag wenig in Anspruch genommenen Muskeln zu trainieren. Als die Männer erschöpft am Boden liegen, sagt sie: „Keine Müdigkeit vortäuschen, wer gewinnen will, muss auch trainieren“.

Und Ramona Ertel weiß, wovon sie spricht. Die Trainingseinheit mit den Kottgeiseringer Fußballern war an diesem Abend für sie bereits die zweite Runde. Eine Stunde zuvor hatte sie eine Gymnastikgruppe angeleitet, tagsüber war sie in der Sweatoase als Fitnesstrainerin tätig.

Angefangen hat alles mit einem Bauchtanzkurs mit der Mutter

Der Weg bis hierhin war spannend: Als Ramona Ertel 16 Jahre alt war, hat ihre Mutter an einem Bauchtanzkurs teilgenommen – und ihre Tochter mitgenommen. Die war begeistert. Und irgendwann machte Ramona Ertel das Hobby zum Beruf. Nach dem Schulabschluss hat sie die dreijährige Ausbildung zur staatlich geprüften Gymnastiklehrerin absolviert. Schon währenddessen hatten die Baumaßnahmen für die „Sweatoase“ begonnen. Mutter und Tochter forderten sich in der Folgezeit regelrecht gegenseitig heraus, „Bauchtanz in höchster Vollendung zu zeigen“.

Beide gaben dann in dieser ganz besonderen Körperausdrucksform Kurse im mittlerweile fertiggestellten Tanzraum. 2009 begann Mona mit einer Bühnentanzausbildung an der „jomdance-academy“, wo die Stile Jazz, Orient und Modern Dance unterrichtet werden. Heute ist sie dort Dozentin und nimmt Nachwuchstänzerinnen aus aller Welt Prüfungen ab.

Bei allem Erfolg ist Ramona aber auch in ihrer Heimat verwurzelt. Zur Zeit bereitet sie eine Kindertanzshow in Landsberied vor. Am 4. Juni werden dort Kinder „Veronika im Traumland“ aufführen. Dabei wird erzählt, wie ein Mädchen den Tanz als Lebensform entdeckt. Wer dann Mona beim Frauenfasching in Kottgeisering mit ihrer Bauchtanzshow erlebt hat, ist sofort verzaubert.

Doch nur noch auf der Bühne stehen will Ramona Ertel nicht. Berufstänzerin zu werden, ist und war nie ihr Ziel. „Dafür unterrichte ich viel zu gern und möchte dazu beitragen, dass Menschen beschwingt aus ihrem Alltag herauskommen“, sagt die sympathische Bauchtänzerin.

Georg Johannes Miller

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