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Die Mini-Bavaria hat es ihr angetan: Vize-Museumsleiterin Eva von Seckendorff mag die Skulptur auch wegen der vielen Details.

Jubiläum in Fürstenfeld

Zum 25.: Museums-Mitarbeiter zeigen Lieblingsstücke

Fürstenfeldbruck - Im Stadtmuseum haben sich in 25 Jahren viele Stücke angesammelt. Einige davon sind den Mitarbeitern besonders ans Herz gewachsen. Zum Jubiläum zeigen sie ihre Lieblinge.

Und die Bavaria steht doch in Fürstenfeldbruck: Zumindest eine Nachbildung der größten Bronzeskulptur der Neuzeit, die auf der Münchner Theresienwiese ihre Heimat hat. Sie ist das Lieblingsstück von Eva von Seckendorff. Wenn die stellvertretende Museumsleiterin die Figur ansieht, spricht sie schmunzelnd von der „Ursuppe der Brucker Handwerker“. Aus dieser Ursuppe stammten unter anderem Johann Baptist Stiglmaier und Ferdinand von Miller, die maßgeblich zur Kunstblüte Münchens im 19. Jahrhundert beitrugen. Die beiden leiteten die Erzgießerei, in der die Bavaria gegossen wurde.

Die kleine Nachbildung im Brucker Museum ist eine von wenigen, die später für enge Freunde und Angehörige der Künstler angefertigt wurden – und sie begeistert Eva von Seckendorff. „Die Figur ist wunderschön gegossen und fein gearbeitet. Die ganze Oberfläche, der Ausdruck, die Details – das alles ist perfekt.“ Die Gießtechniken schauten sich Stiglmaier und von Miller unter anderem in Italien ab. „Die beiden waren unglaublich neugierige, intelligente Menschen.“

Angelika Mundorff mit ihren zwei Lieblingen: Die Mönche gefallen der Museumsleiterin wegen ihres Ausdrucks.

Zwei trauernde Mönche haben es dagegen Museumsleiterin Angelika Mundorff angetan. Die beiden Eichenholz-Figuren aus dem 15. Jahrhundert stammen vom Fürstenfelder Stiftergrabmal, eine von ihnen wurde erst 1987 aus einer Hausnische geborgen.

„Die Figuren sind sehr ausdrucksstark und individualisiert“, sagt Mundorff. Jeder der Mönche hält ein Buch in der Hand, ohne sich direkt damit zu beschäftigen. „Sie haben das Lesen in ihren Heiligen Büchern unterbrochen, um für den Stifter des Klosters zu beten“, erklärt Angelika Mundorff die Geschichte hinter der Darstellung. Gebete der Lebenden konnten den Verstorbenen zum schnelleren Einlass ins Paradies verhelfen – so die Überzeugung der damaligen Zeit. Außergewöhnlich ist, dass einer der Mönche eine Brille in der Hand hält. Es muss sich um eine sehr frühe Darstellung der Lesehilfe handeln, so Mündorff. Denn Brillen tauchen erst ab dem 14. Jahrhundert in der Kunst auf.

"Erst dachte ich, die Figur kommt nicht gut an."

Brachial und zart: Klaus Wollenberg neben der Skulptur, die Ludwig den Strengen zeigt.

Eine Figur von Künstler Michael Lauss hat sich Kulturreferent Klaus Wollenberg herausgesucht. Das Werk aus Kisten und Recyclingholz heißt „Der strenge Ludwig und seine Frauen“. Die Skulptur entstand zum 20-jährigen Jubiläum des Museums. Damals wurden die Mitglieder der Kulturwerkstatt Haus 10 aufgefordert, Museumsstücke aus moderner Sicht nachzubilden. „Diese Aufgabe hat der Künstler genial gelöst“, findet Wollenberg. Ihn begeistern die vertauschten Rollen – anders als im Original ist Ludwig hier nicht der Mächtige, sondern wirkt, als sei er seinen drei Ehefrauen ausgeliefert. Auch die Kombination von Gegensätzen – krude Materialien und zarte Farben – faszinieren Wollenberg. „Ich hatte zunächst Sorge, wie das Werk in der Öffentlichkeit und im Stadtrat ankommen würde“, erzählt er. „Aber alle mochten es, Kritik ist nie gekommen.“

Zeitlos schön: Kunsthistorikerin Verena Beaucamp liebt die bunte Platte.

Die Scagliolaplatte von Peter Franz Appiani ist Verena Beaucamp ans Herz gewachsen. Wenn sie nicht am Computer sitzt und mit der Inventarisierung der Museumsbestände beschäftigt ist, schaut sie sich dieses Stück gern an. Die Einlegearbeit aus farbigem Stuckmarmor stammt aus dem Jahr 1696 und verschönerte ursprünglich die Kapelle des Klosters Fürstenfeld. „Die Platte symbolisiert für mich die Pracht der damaligen Zeit“, sagt die Kunsthistorikerin.

Ulrike Osman

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