„Rohdiamanten“ aus zwei Landkreisen: Die Bewerber (v.l.) Florian Schiller, Anton Kreitmair, Georg von Hundt und Katrin Mair. Sie wollen für die Christsozialen in den Bundestag. Foto: ink

Bundeswahlkreis

Für die CSU nach Berlin: Das Rennen läuft

Der Wettstreit ist eröffnet: Nach der offiziellen Vorstellung der vier Bewerber um die Nachfolge von Gerda Hasselfeldt im Bundestag beginnt der große CSU-interne Werbefeldzug der Kandidaten. Entschieden wird im November.

Dachau – Georg von Hundt, Anton Kreitmair, Florian Schiller und Katrin Mair wollen via Direktmandat im Wahlkeis Bruck/Dachau nach Berlin. Damit kommen drei Bewerber aus dem Dachauer Kreis, nur Katrin Mair stammt aus der Brucker Region. Brucks Landrat Thomas Karmasin betonte aber die Gemeinsamkeit im Wahlkreis: „Dachau und Fürstenfeldbruck trennt nichts – außer die B 471.“

Der Dachauer Kreisvorsitzende Bernhard Seidenath pries die Bewerber als starke Persönlichkeiten und bezeichnete sie als „Rohdiamanten“.

Katrin Mair, 34 Jahre alt, aus Türkenfeld, verwies auf ihre Verbundenheit zum Landkreis Dachau: „Das ist auch ein bisschen Heimat für mich.“ Mair wuchs in Günding auf, machte am Ignaz-Taschner-Gymnasium Abitur. 2007 verschlug es sie in den Nachbarlandkreis. Ihr liegen „die Menschen in beiden Landkreisen am Herzen“, sagte sie, und genau das sei auch der Grund, warum sie in den Bundestag möchte, erklärte sie: Weil sie „die Interessen unserer Heimat“ in Berlin vertreten will. Sie wies auf ihr „großes Netzwerk innerhalb der CSU“ hin – aus ihrer Erfahrung unter anderem aus zwei Bundestagswahlkämpfen, bei denen sie auf der Liste kandidiert hatte.

Georg von Hundt (44) aus Lauterbach gibt unumwunden zu: „Ich bin kein so ein politisches Urgewächs wie Katrin Mair.“ Trotzdem sei der Bundestag „ein still gehegter Traum“ von ihm. Als Seidenath ihn gefragt habe, „habe ich nicht lange überlegen müssen“. Er weiß, dass Gerda Hasselfeldt große Schuhe hinterlässt – „vor allem sind es Damenschuhe“, scherzte er.

Mit Witz trug er seinen Lebenslauf vor (Abitur am Kolleg St. Blasien, „damit die Eltern den Jungen durchs Abitur bringen“). Mit Herz berichtete der Mediziner von seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten, „eher im sozialen Bereich“: als Kreisbeauftragter des Malteser Hilfsdienstes oder bei der Feuerwehr Lauterbach. Eine Wahlperiode lang saß er im Bergkirchner Gemeinderat.

Der Schwerpunkt von Anton Kreitmaier aus Kleinberghofen ist die Landwirtschaft. „Ich war immer schon politisch interessiert“, sagt der 53-Jährige. Seit drei Jahren sammelt er parlamentarische Erfahrung im Landtag. „Mehrheiten suchen, Dinge durchsetzen, gestalten“, das liegt ihm. Auf die Frage, ob er in den Bundestagswahlkampf ziehen würde, hat er nicht sofort eine Antwort gefunden. Doch viele Menschen seien auf ihn zugekommen und hätten ihm gut zugeredet.

Florian Schiller aus Dachau stellte sich als Letzter vor – er hatte sich auch als Letzter entschieden, sich zu bewerben. „Es ist eine Lebensentscheidung“, sagte der 33-Jährige. Er brenne für die Politik, „mit jeder Faser meines Körpers“. Im Landkreis Dachau habe er bereits ein breites Netzwerk, er kenne das Geschäft, habe politische Erfahrung in der Kommune – seit 2008 als Stadtrat, seit 2013 als Kreisrat, seit Anfang des Jahres als Fraktionsvorsitzender der CSU.

Am 16. November wird die CSU ihre Kandidaten küren: „Die kollektive Weisheit der Delegierten wird gefragt sein, um den besten Kandidaten herauszufiltern“, sagte Seidenath. Bis dahin, und selbst auf der Nominierungsversammlung, können noch weitere Interessenten antreten. Bis dahin touren die jetzigen Bewerber durch die Ortsverbände.

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