Heimatgilde FFB

Narrisch schön in zwei Stunden

Inning/Fürstenfeldbruck – Von wegen plötzlich Prinzessin! Die Verwandlung der Inningerin Jessica Metschnabl in ihre Tollität Jessica I. dauert. Bei ihrer Garde in Fürstenfeldbruck ist es ähnlich. Stunden vor einem Auftritt treffen sich die Mädchen, um sich hübsch zu machen – nichteinmal der Prinz entkommt dem Schminkpinsel.

 „Das ein oder andere Pickelchen in meinem Gesicht, habe ich schon entdeckt“, gesteht Jessica Metschnabl (21) lachend, als sie einmal mehr vor einem der Schminkspiegel im Vereinsheim der Heimatgilde beim Kloster Fürstenfeld Platz nimmt. Das dicke Prinzessinnen-Make-Up hat nach eine paar Wochen Fasching seine Spuren hinterlassen. Aber es hilft nichts. Das weiß Jessica. Die junge Inningerin soll bei jedem Auftritten möglichst gleich strahlend und schön aussehen. Das heißt: ebenmäßiger Teint, große, betonte Augen und eine lange blonde Mähne.

30 Auftritte hat die Heimatgilde in dieser Saison, bestimmt 25-mal muss geschminkt werden. Jessica legt also den Kopf leicht in den Nacken, schließt die Augen und lässt Schminkerin Jasmin Röming machen. Als ehemalige Gardetänzerin hat diese viel Routine und weiß worauf es ankommt. Los geht’s mit einer üppigen Schicht flüssigem Make-Up. Röming verteilt die Masse mit einem Schwämmchen auf Jessicas Gesicht. Danach kommt Puder – und danach eine ordentliche Portion Rouge. „Das muss übertrieben sein. Sonst wirkt es auf der Bühne nicht“, erklärt Röming.

Knapp zwei Stunden dauert es, bis Prinzessin und Garde gestylt sind. „Im Laufe des Faschings werden wir aber immer schneller“, erklärt Jessica. Dennoch haben sich die jungen Frauen bereits um 12.30 Uhr getroffen, der Auftritt ist um 16 Uhr. Nun sind die Augen dran. Mehreren Schichten silbernem und grünem Lidschatten folgen ein Lidstrich am oberen und einer am unteren Wimpernkranz. Das ist wohl der kniffligste Teil der Aktion. Ist er geschafft, klebt Schminkerin Röming falsche Wimpern auf die Augenlider. Jetzt sieht Jessica schon fast aus wie eine Prinzessin. Nur das Sahnehäubchen ihres Stylings fehlt noch: grüne Schmetterling in den Augenwinkeln. Die werden einfach angeklebt.

Und die Haare? Die hat ihre Tollität im Schuhkarton dabei. Eine Friseurin hat die falschen, blonden Prinzessinnen-Locken vor der Faschingssaison aufwändig zusammengesteckt, mit grünen Federn dekoriert, und mit Klemmen und Spray fixiert. Nun muss das Haarteil „nur“ noch am Hinterkopf befestigt und zurecht gezupft werden. Danach steckt Julia Eser, die für die Frisuren von Prinzessin und Gardemädchen zuständig ist, das glitzernde Diadem auf Jessicas Kopf fest. Fertig. Die Prinzessin ist komplett. Zumindest um den Kopf herum. In ihr pompöses, grünes Kleid schlüpft sie erst kurz vor dem Auftritt.

Oftmals schlüpft ihre Tollität selbst in die Rolle ihrer eigenen Kosmetikerin. „Das liegt daran, dass ich mehrere Termine ohne die Garde wahrnehmen muss und ich mich dann selbst daheim fertig mache“, erklärt sie. Dafür hat sie extra ein kleines rosa Schminktäschchen mit der Aufschrift „Prinzessin“. Das ist ein Luxus.

Nur noch der Prinz ist jetzt in seiner natürlichen Schönheit zu sehen. Doch auch er muss zum schminken. „Das mag ich gar nicht“, gesteht Florian Geiger alias Florian I.. Doch neben seiner Prinzessin aus Inning will der Brucker natürlich gut aussehen. Also nimmt auch er auf dem Stuhl Platz. Ergeben schließt er die Augen und legt die Hände in den Schoß. Nach zwei Minuten hat er es hinter sich. Etwas Puder, Gel in die Haare, fertig. (Carolin Nuscheler)

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