Olching

Das neue Vereinsheim ist ein Volltreffer

Olching – Die Schützengesellschaft Gemütlichkeit feiert an diesem Wochenende die Eröffnung ihres Vereinsheims. Der Weg zum neuen Zuhause war beschwerlich, auch weil es in Teilen der Bevölkerung Widerstand dagegen gab, dass es sich die Sportler in Nachbarschaft zu Schulen gemütlich machen.

Jahrelang waren die Olchinger Sportschützen auf der Suche nach einem neuen Standort für ihr Vereinsheim. Als 2009 im Zuge der Überlegungen für die neue Haupt- beziehungsweise Mittelschule im Schwaigfeld seitens der Rathausverwaltung die Idee aufkam, in der neben dem Schulneubau geplanten Sporthalle auch die Schützengesellschaft unterzubringen, war der Aufschrei nicht nur in Olching groß. Auch die überörtliche Presse griff das Thema auf.

Kein Wunder: Erst Wochen vorher hatte der Amoklauf eines Schülers im baden-württembergischen Winnenden Deutschland in Angst und Schrecken versetzt. Der 17-Jährige hatte eine Waffe seines Vaters, der Mitglied in einem Schützenverein war, entwendet und in seiner Schule mehrere Mitschüler und eine Lehrerin getötet. Der Plan der Olchinger, ein Schützenheim ausgerechnet auf einem Schulgelände zu errichten, war für viele unerhört.

Derweilen wurde die Suche nach einem neuen Zuhause für die Olchinger Schützen immer dringender, wie sich Vorstandsmitglied Johann Reger erinnert. „2011 sollte unser bisheriger Schießstand im Bräustüberl Aschenwald aus baulichen sowie Sicherheitsgründen mit sofortiger Wirkung vom Landratsamt geschlossen werden.“ Mit dem Einbau einer Fluchttüre habe man sich letztlich eine Übergangsfrist gesichert. „Und zwar so lange, bis das Bauvorhaben eines Schützenheimes im Rahmen der neu zu errichtenden Mehrzweckhalle im Schwaigfeld realisiert sein sollte“, erzählt Reger.

Diese Realisierung ist mittlerweile abgeschlossen: Die Mehrheit im Stadtrat sprach sich letztlich für die Errichtung des Schützenheims aus. Der ursprüngliche Plan, das Vereinsheim direkt in die Mehrzweckhalle zu integrieren, wurde aber fallengelassen. Stattdessen wurde das Schützenheim angrenzend an die Sporthalle geplant. Im März 2015 begannen die Bauarbeiten. Ende Februar diesen Jahres wurden die neuen Schießstände abgenommen, am 28. Februar luden die Olchinger Schützen zum ersten regulären Wettkampf der Oberbayernliga ins neue Vereinsheim.

„Unsere Mitglieder und bisherigen Gäste sind begeistert vom modernen Look unseres Vereinsheimes“, schwärmt Schützenmeisterin Gabi Wörmann. Jeden Dienstag und Freitag lädt die 1887 gegründete Schützengesellschaft Gemütlichkeit von 18 bis 22 Uhr zum Vereinsabend. „Mittlerweile konnten wir unser hundertstes Mitglied begrüßen“, freuen sich Wörmann und Reger.

Vom Gastraum aus – bestückt mit gut erhaltenem Mobiliar aus der ehemaligen Moosalm und dem SCO-Heim – können die Schützen durch eine Glasscheibe beobachten, wie gut die Kollegen die Scheiben treffen. Der Schießstand ist mit modernster Computertechnik ausgestattet: Man schießt längst nicht mehr auf papierene Scheiben. Ein Display an jedem der zehn Schießplätze zeigt die Treffer an, die allesamt in der Chronik der Schützen ihren Niederschlag finden. „Unsere jungen Mitglieder schießen übrigens nicht scharf, sondern per Laser, also mit Lichtgewehr oder Lichtpistole und ohne jegliche Munition“, betont die Schützenmeisterin.

Derzeit erlernen 17 Minderjährige ab acht Jahren den Schießsport, der überwiegende Teil der Schützen sei allerdings „reifes Mittelalter“, bewege sich alterstechnisch zwischen 35 und 55 Jahren. „Bei uns sind rund 80 Prozent der Mitglieder aktive Schützen im Ligabetrieb“, erzählt Wörmann stolz. Ihr liege es am Herzen, nur Mitglieder aufzunehmen, die „mehr wollen, als herumzuballern“, wie sie betont. „Bewerber müssen mindestens dreimal kommen und sich entsprechend vorstellig machen, bevor wir sie in unsere Gemeinschaft aufnehmen und integrieren.“

Bei einer Infoveranstaltung vor rund sechs Jahren sei es der Schützengemeinschaft gelungen, die Bedenken verunsicherter Anwohner und des benachbarten Gymnasiums weitgehend zu zerstreuen. „Wir hatten die Gelegenheit, zu erklären, was wir tun, worauf wir Wert legen und womit wir schießen, und ich denke, wir konnten imaginäre Ängste ausräumen“, meint die Schützenmeisterin.

Bei den Olchingern ist der Schützensport übrigens längst keine Männerdomäne mehr. Nicht nur, dass es mit Wörmann die erste Schützenmeisterin in der Vereinsgeschichte gibt. Dort seien mittlerweile auch die Frauen die besseren Schützen, wie Wörmann mit einem Schmunzeln erzählt: „Unsere erste Mannschaft ist eine reine Frauenmannschaft.“

Die Feierlichkeiten

zur Eröffnung des Schützenheims an der Georgenstraße 9b finden am Wochenende, 11./12. Juni, statt. Am Samstag um 18 Uhr gibt es die offizielle Eröffnungsfeier, am Sontag laden die Sportschützen ab 13 Uhr zum Tag der offenen Tür ins Vereinsheim. Dort kann dann jeder, der möchte, sein Können am Schießstand erproben.

"Meine Haltung zum Schützenheim hat sich nicht verändert"

Ingrid Jaschke, die Orts- und Fraktionsvorsitzende der Olchinger Grünen, war und ist eine Gegnerin des Schützenheims in unmittelbarer Nachbarschaft von Mittelschule und Gymnasium. „Es ging und geht auch heute nicht um spezielle Sicherheitsbelange des Schützenvereins Gemütlichkeit, sondern um Grundsätzliches“, betont sie. „Meine Haltung hat sich in dieser Thematik nicht geändert: Es geht um die Kombination von Schule und Sportschießanlagen.“

Schießübungen und Bildungseinrichtungen zu kombinieren, hält Jaschke nach wie vor für ein falsches Signal. Sie erinnert ferner daran, dass sich die Kritik der Grünen maßgeblich auch an finanziellen Gründen festgemacht habe. „Wir haben den Bau einer Mehrzweckhalle angesichts der damals äußerst angespannten Finanzlage der Stadt abgelehnt.“ Stattdessen hätten sie und ihre politischen Mitstreiter damals den Bau einer den Schulbedürfnissen angepassten Einfachsportturnhalle mit Erweiterungsoption gefordert. Für sie stehe außer Frage, dass die Mehrzweckhalle bei den örtlichen Sportvereinen willkommen und auch aus Sicht der Grünen durchaus wünschenswert ist. Für sie gibt es aber auch ein Aber: „An der Finanzierung wird unser Haushalt noch ein paar Jahre zu knabbern haben, und weil eine Schuldenaufnahme zurecht begrenzt ist, werden sich andere Projekte verzögern

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