Der Vorstand der neu gegründeten Jungen Freien Wähler FFB: Vorsitzender Stefan Weinberger, Stellvertreterin Patrizia Krauß und Kassierer Charalabos Konstantinidis. foto: tb

Neuer oranger Fleck auf der Kreiskarte

Freie Wähler gründen Nachwuchs-Gruppe

Landkreis – Es gibt eine neue Jugendorganisation im Landkreis: Die Jungen Freien Wähler FFB (JFW) haben sich beim Oberen Wirt in Biburg gegründet.

Stefan Weinberger wurde bei seiner Wahl zum Beisitzer im Kreisvorstand mit der Gründung beauftragt. Er hat sich für die nächsten Jahre viel vorgenommen. Wegen des hohen Altersdurchschnitts in der Partei müsse man Nachwuchspolitiker ins Boot holen und sie auf eine Zukunft mit Verwantwortung in der Politik vorbereiten. Er selber habe erlebt, dass junge Politikinteressierte ein schweres Standing in einer Partei hätten. Mit einer Jugendorganisation bekäme der Nachwuchs eine Bühne, auf der er seine Interessen mit Gleichgesinnten diskutieren könnte.

Dabei müsse die Meinung nicht immer dem Parteiprogramm entsprechen. Das beste Beispiel sei der Landshuter Landrat Peter Dreier (Freie Wähler), der Anfang des Jahres aus Protest einen Flüchtlingsbus vor das Kanzleramt in Berlin fahren ließ. „Aufmerksamkeit ist wichtig, aber nicht um jeden Preis“, meint Weinberger. Sein Kollege Markus Ehrhorn – der Bezirksvorsitzende der JFW – sieht das anders. Für ihn sei das ein wichtiges Zeichen gewesen, um auf die schwierige Situation in den belasteten Kommunen aufmerksam zu machen. Gerade in Krisenzeiten sei es wichtig, dass es engagierte Menschen gebe, die frischen Wind und neue Sichtweisen in die Partei bringen. Andere Parteien haben das bereits vorgemacht und ihre Jugendorganisationen in der Kommunalpolitik etabliert. Aber warum hat das bei den Freien Wählern so lange gedauert? „Es gab vor gut zehn Jahren schon einmal die Idee, eine Jugendorganisation zu gründen. Aber leider war die Nachfrage nicht so groß“, erzählt Weinberger. Trotzdem würden sich die Jungen Freien Wähler FFB stark von den anderen Jugendorganisationen wie der Jungen Union (CSU) oder den Jusos (SPD) abgrenzen. Sie seien „Brückenbauer“ zwischen den Fronten und würden versuchen, Kompromisse zu finden, so Ehrhorn.

Dass sie schnell zu einer Lösung kommen, zeigte sich bei der Wahl des Vorstands. Einstimmig wurden der Vorsitzende Stefan Weinberger, seine Stellvertreterin Patrizia Krauß und Kassierer Charalabos Konstantinidis gewählt.

Ein Vorteil: Der Vorsitzende der JFW gehört automatisch auch zum Vorstand der Freien Wähler Fürstenfeldbruck. Dort kann er die Ideen der Gruppe ansprechen und debattieren. Auch Michael Leonbacher, Fraktionssprecher im Kreistag, freue sich auf den frischen Wind und lud die Mitglieder zu einem Besuch im Kreistag ein.

tim grübl

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