Ein Blick auf den hinteren Bereich des Nöscherplatzes: Dort soll nach dem Willen der Stadt ein Gebäude errichtet werden, in dem dann auch eine öffentliche Toilette untergebracht wird. Foto: Weber

Behindertenbeirat fordert Toilette am Nöscherplatz

1000 Unterschriften für ein öffentliches WC

Olching - Der Olchinger Behindertenbeirat hat Unterschriften gesammelt: Demnach wünschen sich rund 1000 Bürger eine öffentliche und rund um die Uhr zugängliche Toilette am Nöscherplatz. Diese soll barrierefrei gestaltet sein. Die Stadt hat diesen Wunsch allerdings bereits in einem Bebauungsplan berücksichtigt.

Die Unterschriften haben Vertreter des Behindertenbeirates gestern an Bürgermeister Andreas Magg übergeben. Trotzdem wollen sie weiter auf Unterschriftenjagd gehen. „Auch nach der Abgabe der Listen können Olchinger sich noch eintragen“, sagt Beiratsmitglied Michael Kircher. Die Listen werde man unterschiedlichen Organisationen, wie dem Kreis Eltern behinderter Kinder, zukommen lassen.

Kircher sieht eine dringende Notwendigkeit für das WC am Nöscherplatz. „Außer der Toilette am Volksfestplatz, die nur mit einem EU-Schlüssel zugänglich ist, gibt es kein weiteres öffentliches WC auf Olchinger Flur.“ Kircher, der seit drei Jahren dem Beirat angehört und als Erzieher in einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung arbeitet, sagt: „Wir wurden zuletzt damit vertröstet, dass in einen Neubaukomplex am Nöscherplatz ein Café kommen soll, das dann eine öffentliche Toilette anbietet.“

Doch er sieht einen Haken bei dieser Lösung: Wenn das Café geschlossen hat, sind auch die WCs zu. „Es geht nicht nur um eine behindertengerechte Toilette, sondern um eine Anlage, die für alle Bürger zu jeder Zeit zugänglich ist“, betont Kircher.

Der Behindertenbeirat ließ sich bereits ein Angebot für eine entsprechende WC-Anlage für den Nöscherplatz zusenden. Es handelt sich dabei um eine vollautomatische, selbstreinigende Toilette, barrierefrei, unisex. Ohne Transportkosten oder sonstiges Zubehör koste so eine Toilette rund 60 000 Euro. Die Anlage kann alternativ auch gemietet werden. Laut Hersteller zählt das System zu den modernsten Automatiktoiletten, bietet eine ausgeklügelte Reinigungs- und Hygienetechnik und ist verschmutzungs- und vandalismussicher. Der Münzeinwurf für die Benutzung des stillen Örtchens kann von 0,10 bis zu 1 Euro eingestellt werden und ist einbruchsicher. Damit garantiere ein derartiges öffentliches WC der Kommune monatliche Einnahmen, meint der Hersteller. Seitens des Behindertenbeirates könne man sich vorstellen, so ein öffentliches WC neben der Kirche St. Peter und Paul, im hinteren Bereich des Nöscherplatzes, zu installieren.

Im Rathaus hält man den Vorstoß des Behindertenbeirats aus mehreren Gründen für unnötig. Nach Auskunft der Verwaltung gibt es auf Olchinger Flur derzeit sieben öffentliche Toiletten, die von der Stadt betrieben werden. „Diese befinden sich im Rathaus, drei davon am Olchinger See und an zwei Friedhöfen“, teilt Stadt-Sprecherin Julia Henderichs mit. Allerdings sind auch diese nur zu den Öffnungszeiten der jeweiligen Örtlichkeit zugänglich. Zudem biete man bei allen Veranstaltungen wie Volksfest und Christkindlmarkt barrierefreie Toiletten an.

Henderichs betont ferner, dass den sogenannten EU-Schlüssel fürs Volksfestplatz-Klo alle Behinderten hätten und verweist darauf, dass im geplanten Neubau am Nöscherplatz ein öffentliches und 24 Stunden am Tag zugängliches WC integriert werden soll. Das sei im Bebauungsplan verankert.

Außerdem würden Olchinger Gastronomen und Vereinsgaststätten ihre WCs auch für Nicht-Gäste zur Verfügung stellen und an der Aktion „Nette Toilette“ teilnehmen. Dafür erhalten sie laut Henderichs von der Stadt eine monatliche Entschädigung von 25 Euro. Die Adressen der netten Toiletten sind auf der Stadt-Homepage www.olching.de gelistet. Die teilnehmenden Betriebe sind zudem durch einen entsprechenden Aufkleber „Nette Toilette“ am Eingang gekennzeichnet. (akk)

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