Rund 50 Hektar umfasst der Gewerbepark in Geiselbullach. Auf einem Großteil der Fläche haben sich bereits Unternehmen angesiedelt. Bald soll der dritte und letzte Bauabschnitt realisiert werden. Dort sollen vor allem kleinere, heimische Betriebe unterkommen. Foto: peter weber

Gewerbepark an der B471

Eine Heimat für Olchinger Betriebe?

Olching - Platz für kleinere Olchinger Handwerks- und Gewerbebetriebe: Das wollte die Stadt am Estinger Hagn-Kreisel schaffen. Doch der Plan ging nicht ganz auf. Nun gibt es einen erneuten Versuch, Olchinger Betrieben eine Heimat zu geben – im dritten und letzten Bauabschnitt des Gewerbeparks an der B 471.

„Wir müssen etwas tun, damit keine Betriebe aus Olching wegziehen“, sagte Maria Hartl (CSU) im Stadtrat. Deshalb hatten die Christsozialen auch einen entsprechenden Antrag gestellt: Die Stadtverwaltung solle prüfen, wie im Rahmen der bestehenden Gesetze und Verträge sichergestellt werden kann, dass sich im dritten Bauabschnitt des Gewerbeparks Olchinger Betriebe ansiedeln können. Somit sollen heimisches Handwerk und Gewerbe gefördert werden.

Eigentlich wollte die Stadt dafür das Gewerbegebiet am Estinger Hagn-Kreisel nutzen. Doch die Fläche in dem rund 20 000 Quadratmeter großen Areal, die dafür gedacht gewesen wäre, wollen die Eigentümer nicht verkaufen, wie Bauamtsleiter Markus Brunnhuber auf Nachfrage erklärt. Deshalb ist nun wieder das Gewerbegebiet an der B 471 im Gespräch (siehe Kasten).

Das erste Unternehmen, das sich in dem so genannten G-Park angesiedelt hat, war 2013 der Aubinger Stahlhandel. Etliche Betriebe aus unterschiedlichen Branchen sind gefolgt – von der Medizintechnik bis hin zum Online-Handelsriesen Amazon. Sie alle haben sich in dem ersten und zweiten Bauabschnitt – also parallel zur Bundesstraße und in Richtung Bergkirchen – angesiedelt. Und laut Bürgermeister Andreas Magg (SPD) haben noch mehr Unternehmen Interesse daran, nach Olching zu kommen. „Derzeit ist die Nachfrage so hoch, dass wir problemlos den dritten Abschnitt belegen könnten.“ Generell würde sich dieser für kleinere Betriebe anbieten, so Magg.

Der dritte Bauabschnitt des insgesamt 50 Hektar umfassenden Gewerbegebiets erstreckt sich in Richtung Südosten und befindet sich noch in privater Hand, erklärt Brunnhuber. Die Isarkies GmbH, die auch schon die Flächen in den ersten beiden Bauabschnitten erworben hat, kann auch das dritte Areal kaufen. Allerdings hat sich die Stadt im Rahmen eines städtebaulichen Vertrags ein Ankaufsrecht einräumen lassen – und zwar für eine Fläche von 12 000 Quadratmetern, so Brunnhuber.

Der Stadtrat hat nun die Absicht bekundet, dieses und die damit verbundene Bereitstellung von Haushaltsmitteln prüfen zu lassen. Denn wenn die Stadt Eigentümer wäre, dann könnte sie die Betriebe aussuchen. Doch sie müsste aufpassen. „Denn bei Gewerbegrundstücken gibt es kein Einheimischen-Modell“, erklärt Brunnhuber. Sprich: Die Stadt darf die Flächen nicht unter dem Marktpreis verkaufen.

Zudem soll geprüft werden, ob die Stadt ihr Ankaufsrecht an Dritte übertragen kann, also dass die Stadt einen Käufer benennt. Trotzdem hat die Stadt aber auch dann nur bedingt Einfluss, welche Firma sich ansiedelt. „Im Bebauungsplan kann man nicht festschreiben, dass das ein Grundstück für heimische Handwerker ist“, erklärt Brunnhuber.

Doch wie groß ist der Bedarf der Olchinger Betriebe überhaupt? Auf diese Frage konnte niemand bei der Sitzung eine Antwort geben. Deshalb schlugen Alfred Münch und Marina Freudenstein (beide SPD) vor, diesen zu ermitteln. Doch ihr Antrag wurde mit einem Patt von 14:14 Stimmen abgelehnt.

Einen konkreten Zeitplan für die Realisierung des dritten Bauabschnitts gibt es noch nicht. „Uns pressiert es damit nicht so sehr“, sagt Brunnhuber. Man werde aber demnächst die Gespräche mit Isarkies wegen der Erschließung anfangen, um dann in die Aufstellung des Bebauungplanes einzusteigen.

"Grundstücke unter 50 Meter Tiefe machen keinen Sinn"

Aktuell gibt es in dem Gewerbepark an der B 471 vor allem große und sehr tiefe Grundstücke. Allerdings sind im ersten Bauabschnitt auch kleinere Flächen für heimische Betriebe vorgesehen gewesen. Zum Beispiel dort, wo jetzt die Bananenreiferei steht.„Olchinger Betriebe waren durchaus als Interessenten da“, sagt Olchings Bauamtsleiter Markus Brunnhuber. Allerdings sei es nie zum Abschluss gekommen – aus verschiedensten Gründen. Das Problem sei oft gewesen, dass die Interessenten Wohnen und Betrieb unter einem Dach gewollt hätten, erklärt Brunnhuber. Allerdings habe der Wohnanteil häufig den Gewerbeanteil überstiegen. „Das geht nicht in einem Gewerbegebiet.“ Der Bauamtsleiter warnte im Stadtrat auch davor, die Parzellen zu klein zu schneiden. Denn ein Gewerbegrundstück sollte eine Größe haben, die zumindest eine kleine Varianz an Nutzungsmöglichkeiten zulasse. „Grundstücke unter 50 Meter Tiefe machen wenig Sinn."

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