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Ungünstige Raumstruktur und unsaniert: Der alte Teil der Graßlfinger Grundschule soll abgerissen werden und einem dreigeschossigen Neubau Platz machen. Die bisherige Aula könnte zur Mensa werden. 

Ganztagszweig soll nach Graßlfing

Olching - Die Schule in Graßlfing soll zum Ganztagsstandort ausgebaut werden. Die Rathausverwaltung hat dem Bildungs- und Sozialausschuss jetzt ihre Vorstellungen davon präsentiert, wie die Grundschullandschaft in der Stadt zukunftsfähig gemacht werden soll. Auch die Standorte Olching und Esting will man weiterentwickeln.

Die Stadt ist in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten extrem angewachsen. Große Neubaugebiete, zum Beispiel im Schwaigfeld und auf dem ehemaligen Mannesmann-Gelände, bescheren der Kommune nicht nur den Zuzug vieler Neubürger, sondern auch einen reichen Kindersegen. Denn in den neuen Wohnsiedlungen lassen sich gerne junge, kinderreiche Familien nieder. Mehr Bürger bedeuten in der Regel für die Stadt höhere Steuereinnahmen, sie war aber gleichzeitig gefordert, die entsprechende Infrastruktur für das Mehr an Olchingern zu schaffen. So schossen in den vergangenen Jahren die Kindertagesstätten wie Pilze aus dem Boden, denn es galt, den steigenden Bedarf der Eltern an Betreuungsplätzen für ihren Nachwuchs zu befriedigen.

Der durch die vielen Kinder entstehende Druck ist mittlerweile auch im Schulbereich angekommen. Das wirkt sich vor allem auf die Grundschulen in den Stadtteilen Olching und Graßlfing aus. Dort steigen die Schülerzahlen und der Bedarf an Betreuungsmöglichkeiten nach dem Unterricht stetig an. Bisher konnte die Rathausverwaltung dies durch Sprengeländerungen, kleinere Umbauten und den Ausbau der Hort- und Mittagsbetreuungsangebote abfangen. Doch mittlerweile wird man der Lage nur noch durch Provisorien, beispielsweise Klassenzimmer in Containern, Herr. Gleichzeitig wird der Ruf immer lauter, an den Olchinger Grundschulen endlich einen Ganztagszweig anzubieten.

2015 hatte ein Architektenbüro die Zukunftsfähigkeit der örtlichen Grundschulen unter die Lupe genommen. Im Anschluss wurde ein Arbeitskreis ins Leben gerufen. Dort sollten Stadt, Behörden und Schulvertreter Ideen für die zukünftige Schullandschaft entwickeln. Heuer im Frühjahr führte die Rathausverwaltung außerdem eine Elternbefragung zum Thema Schülerbetreuung durch. Aus den Vorschlägen des Arbeitskreises und unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Elternbefragung hat die Verwaltung nun Vorschläge zur Weiterentwicklung der drei Grundschulen gemacht.

Schule Esting

Die Grundschule in Esting wurde in den vergangenen Jahren sukzessive saniert. Weitere Sanierungsarbeiten, zum Beispiel der WC-Anlage im zweiten Obergeschoss, sind notwendig. Eines der größten Probleme, die durch eindringendes Grundwasser entstehenden Feuchtigkeitsschäden im Untergeschoss, kann laut Verwaltung nicht behoben, sondern nur durch regelmäßige Trocknung eingedämmt werden. Ein Neubau beziehungsweise eine Erweiterung hält man im Rathaus für nicht sinnvoll. Man geht weder davon aus, dass mittel- und langfristig die Schülerzahlen signifikant steigen, noch der Bedarf an einer Nachmittagsbetreuung stark anwächst. „Wir hätten auf dem Gelände durchaus die Möglichkeit auszubauen, aber der Bedarf ist in Esting am geringsten“, fasste Bürgermeister Andreas Magg (SPD) die Überlegungen zusammen.

Notwendig ist es aus Sicht der Verwaltung allerdings, eine neue Aula mit Mehrzwecknutzung zu bauen. Hierfür soll die marode Einfachturnhalle abgerissen werden. Im Erdgeschoss des Neubaus könnte dann die Aula, im Obergeschoss könnten weitere Sport- und Bewegungsräume unterkommen. Für die Planung strebt man eine Zusammenarbeit mit dem SV Esting an.

Schule Olching

Die Grundschule an der Martinstraße in Olching ist in einem guten Gebäudezustand, platzt aber aus allen Nähten. Durch Container wurden weitere, dringend notwendige Klassenzimmer geschaffen. Für bauliche Erweiterungen fehlt es aber an Flächen. Aula und Versammlungsräume reichen für die Zusammenkunft aller Schüler nicht mehr aus. Eine Aufstockung der Aula ist nach Ansicht des Bauamts sehr kompliziert und kostspielig. „Die Martinschule ist baulich ausgereizt“, sagte Magg. Und Schulreferent Max Gigl (CSU) beschrieb die Situation an der Schule so: „Das gleicht mehr einer belebten Bahnhofshalle als einem Schulbetrieb.“ Die Verwaltung will die Schülerzahlen nun mittelfristig durch Sprengelverschiebungen entlasten. Zudem sollen die Räume der ehemaligen Hausmeisterwohnung für eine effektivere Nutzung umgestaltet und der Pausenhof den heutigen Schülerbedürfnissen angepasst werden. Zudem wird überlegt, die Mittags- und Nachmittagsbetreuung auszulagern.

Schule Graßlfing

An der Grundschule Graßlfing wird ein weiterer starker Schülerzuwachs und eine erhöhte Nachfrage nach Nachmittagsbetreuung erwartet. Schon jetzt ist die Auslagerung von Klassenzimmern in Container notwendig. Auch die Aula und die Lehrerzimmer stoßen an die Kapazitätsgrenze.

Weil der alte Westflügel der Schule, die ehemalige Gemeindekanzlei und Schule von Graßlfing, unsaniert und von der Raumstruktur ungünstig ist, schlägt die Verwaltung vor, diesen Gebäudeteil samt den Überdachungen an der Turnhalle abzureißen und einen dreigeschossigen Baukörper mit eingeschossigem Übergang im Anschluss an die Sporthalle zu errichten. Durch die erweiterten Raumkapazitäten ist es dann möglich, einen Ganztagszweig anzubieten. Dafür könnte die bisherige Aula zur Mensa mit Küche umgewandelt werden. Die Schulleitung hat bereits ein Raumkonzept entwickelt.

Kosten und Zeitplan

Nach einer ersten Hochrechnung ist laut Bauamtsleiter Markus Brunnhuber mit Kosten von knapp neun Millionen Euro für den Umbau zu rechnen. Dabei sind unter anderem die Abrisskosten, die Kosten für eine provisorische Auslagerung der Schüler und die Kosten für den Umbau der Aula zur Mensa noch nicht miteingerechnet. „Das wird eine Investitionsherausforderung“, betonte Magg. Zumal man auch davon ausgehen müsste, dass man für die Weiterentwicklung der Schulstandorte in Esting und Olching ordentliche Summen in die Hand nehmen müsste.

Manfred Fratton (Grüne) wollte wissen, warum ein neuer Anbau im Vergleich zu den elf Millionen Euro des Mittelschul-Neubaus so teuer komme. Bei der Mittelschule habe man auf der Wiese bauen können, erklärte Brunnhuber. In Graßlfing müsste man aufgrund der bestehenden Gebäude den Neubau in sehr beengten Verhältnissen hochziehen.

Josef Gigl (FW) wollte wissen, wann der Neubau im günstigsten Fall steht und damit verbunden auch der Ganztagszweig eröffnet werden kann. Man müsse mindestens mit eineinhalb Jahren Planungszeit und zwei Jahren Bauzeit rechnen, sagte Brunnhuber. Das heißt, dass Graßlfing frühestens zum Schuljahr 2020/21 ein Ganztagsstandort wird.

sw

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