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Guido Amendt und Julius Langosch haben die Olchinger Braumanufaktur gegründet.

Die Initiatoren erzählen

So kam’s zum Olchinger Bier

Olching - Ab sofort können sich Bierfans den ersten Olchinger Gerstensaft namens Olchinger Helles schmecken lassen. Wie es dazu kam? Wir erzählen Ihnen die Entstehungsgeschichte.

Guido Amendt und Julius Langosch haben eine gemeinsame Leidenschaft: Bier. Aber nicht irgendein Bier.  Das Duo hat den ersten Olchinger Gerstensaft ins Leben gerufen. Und zwar – das Wortspiel sei erlaubt – aus einer Bierlaune heraus.

„Wir sind im Februar auf einer Skihütte bei einem Bier zusammengesessen und haben uns über die Schönheit Olchings unterhalten“, erzählt Guido Amendt. Der 43-Jährige ist Faschingsfans als Ex-Prinz und aktueller Hofmarschall der Faschingsgilde (FGO) ein Begriff. Bei der FGO haben er und der 14 Jahre jüngere Julius Langosch aus Kottgeisering sich auch kennengelernt – „als meine Frau das erste Mal dort dabei war und in der Garde mitgetanzt hat“, wie Langosch erzählt.

Der Gerstensaft aus Olching läuft aus dem Fass. Guido Amendt zwickelt eine Probe des Bieres ab.

Doch zurück zum Bier auf der Berghütte: Amendt und Langosch stellten bei ihrem Gespräch fest, dass Olching eigentlich alles hat: eine eigene Schule, ein Volksfest, die schönen Amperauen. „Bloß ein Olchinger Bier gibt es nicht“, fasst Amendt die Quintessenz der Unterhaltung zusammen. Und weil Diplom-Brauningenieur Langosch sein Hobby Bierbrauen ohnehin zum Beruf gemacht hat, stand schnell fest: Die beiden brauen den Gerstensaft für die Amperstadt einfach selbst. Die Geburtsstunde der Olchinger Braumanufaktur.

Vor dem Verkaufsstart stand freilich jede Menge Arbeit. Klar war erst einmal nur, dass man nicht in Konkurrenz zu den großen industriellen Brauereien gehen möchte. Stattdessen sollte das Olchinger Bier ein hochwertiges Craft-Beer werden – der Begriff ist abgeleitet vom englischen „to craft“, handwerkliches Arbeiten.

Und jede Menge Handwerk war auch nötig, bis der Geschmack für das Bier feststand. „Wir haben viel ausprobiert“, erzählt Amendt. Hefe und Hopfen waren dabei die beiden größten Stellschrauben, mit denen etwas am Geschmack verändert werden konnte. Denn das Olchinger Helle wird, wie es sich für ein bayerisches Bier gehört, nach dem Reinheitsgebot gebraut. Das heißt: Nur Hefe, Hopfen und Wasser sind als Zutaten zugelassen. „Wir haben verschiedene Hefe- und Hopfensorten verwendet und den Anteil im Bier verändert“, erzählt Amendt.

Ein wenig nervös sei er beim ersten Mal Brauen schon gewesen, wie Amendt erzählt. „Das ist wie im Kreißsaal, das Bier wird geboren.“ Immer wieder zwickelte das Brauduo einen Schluck Gerstensaft ab – unter Zwickeln versteht man die Entnahme einer Bierprobe noch vor dem Filtern. Acht Rezepturen haben Amendt und Langosch ausprobiert, ehe sie die richtige gefunden haben.

Das Olchinger Bier ist ein naturtrüber Gerstensaft, der mild und vollmundig, aber nicht zu hopfig schmeckt – und das obwohl gleich zwei Hopfensorten enthalten sind. „Weil deren Geschmack nicht so ausgeprägt ist, ist das Bier nicht so bitter“, sagt Amendt. „Es ist damit auch für Frauen geeignet.“ Mit 4,8 Prozent hält sich auch der Alkoholgehalt in gut verträglichen Grenzen.

Noch wird das Bier aber nicht in seiner Heimat produziert. „Die Olchinger kochen noch im Allgäu“, sagt Amendt und lacht. Genauer gesagt in Nesselwang. Doch wie es sich für ein regionales Craft-Beer gehört, wird es bald auch regional gebraut werden. Auf der Suche nach einer Halle für ihre Braumanufaktur sind Amendt und Langosch auf dem Hatzlhof bei den Grünen Höfen nahe der B 471 fündig geworden.

Die dortige landwirtschaftliche Halle wird noch zur Kartoffelwäsche verwendet. „Aber sie wird durch einen Neubau bald frei“, erzählt Hofinhaber Andreas Hatzl. Auf der Suche nach einer Nachnutzung kam der Kontakt mit Amendt zustande. Schnell war man sich einig. „Der Standort passt. Wir arbeiten schließlich mit dem landwirtschaftlichen Produkt Braugerste“, sagt Amendt. Der Bauantrag für den Umbau ist bereits am Laufen.

Wenn alles glatt geht, dann soll ab Mitte des Jahres auf den Hatzlhof gebraut und abgefüllt werden. Ebenfalls geplant sind Führungen, Bierseminare und ein Ausschank, wo man das Olchinger Bier verköstigen kann. Und wenn’s läuft, dann kann die Braumanufaktur auch gerne weiter wachsen, wie Amendt sagt. Nur eines ist klar: „Wir werden sicher keine große Industriebrauerei werden.“

von Andreas Daschner

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