"Die Entscheidung ist schwierig"

Die Kirchturmuhr - eine Aufgabe der Stadt?

Olching - Ist die Anzeige der Zeit sprich die Kirchturmuhr eine öffentliche Aufgabe? An dieser Frage entzündete sich im Olchinger Hauptausschuss nun eine hitzige Debatte. Denn die Kirche wollte einen Zuschuss für die Renovierung der Uhr

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche St. Peter und Paul gebaut. Seitdem prägt der rote Backsteinbau das Ortsbild. Besonders markant ist der hohe Kirchturm mit seiner Uhr an allen vier Seiten. Schon von weitem kann man die Zeit ablesen – und seit kurzem auch wieder die richtige.

Denn die Uhr wurde renoviert. Die Zeiger aller vier Zifferblätter ticken wieder im Gleichklang. Keine der Uhren geht mehr vor beziehungsweise nach, es gibt wieder eine einheitliche Zeit in Olching.

Die Kosten für die Restaurierung der Uhr inklusive einer neuen Vergoldung der acht Zeiger belaufen sich auf rund 11 000 Euro. Die Olchinger Kirche hatte vor kurzem einen Zuschuss beantragt. Die Krux dabei: Der Antrag wurde zu spät eingereicht, die Maßnahme sprich die Renovierung der Uhr ist ja schon abgeschlossen. Und Förderungen müssen in der Regel vor Maßnahmebeginn angefragt werden.

Doch auch die CSU-Fraktion hatte eine Zuschuss beantragt, allerdings noch vor Beginn der Renovierungsarbeiten. Im Hauptauschuss flammte deshalb eine Diskussion auf, welche Richtlinien nun gelten sollen. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob die die Stadt für die Kirchturmuhr zuständig sei.

„Traditionell zeigt die Kirchturmuhr den Bewohnern eines Ortes die Uhrzeit an. Insofern ist die Kirchturmuhr auch eine öffentliche Aufgabe“, argumentierte CSU-Fraktionsvorsitzender Tomas Bauer. „Wir sollten das finanzieren.“ Auch die Verwaltung war der Meinung, dass die Anzeige der Zeit eine gewisse öffentliche Relevanz habe. Deshalb hatte sie vorgeschlagen, 15 Prozent der Renovierungskosten, in Anlehnung an die Förderrichtlinien beim Denkmalschutz, zu übernehmen. Das Geld, sprich die rund 1600 Euro, soll die Kirche aber erst 2017 bekommen.

„Ich denke, dass ist für die Kirche machbar“, sagte Bürgermeister Andreas Magg (SPD). „Die Uhr gehört zu Olching, zum Stadtbild und diente seinerzeit dazu, die allgemeingültige Olchinger Ortszeit anzuzeigen.“ Insoweit sei die Uhr auch eine städtische Uhr.

Anders sah das FW-Fraktionsvorsitzender Ewald Zachmann. „Im Handy-Zeitalter hat die Uhr ihre Bedeutung verloren und ist jetzt nur noch eine Bestandteil des Gebäudes“, argumentierte er. Von daher falle sie in die Zuständigkeit der Kirche. Zachmann störte aber vor allem, dass der Antrag zu spät eingereicht worden war. „Das kann man nicht ignorieren“. Er warnte davor, einen Präzdenzfall zu schaffen, sollte man der Kirche die Förderung gewähren. Denn dann könnten auch Vereine Anschaffungen tätigen und danach erst den Zuschuss-Antrag stellen.

 „Die Entscheidung ist schwierig“, fand Finanzreferentin Marina Freudenstein (SPD). Rein gefühlsmäßig habe sie nichts dagegen, die Renovierung der Uhr zu fördern. Aber auch sie führte den verspäteten Antrag an. „In Hinblick auf andere Vereine und da es keine akute Finanzierungsnot gibt – die Uhr geht ja wieder – sollten wir aus Gerechtigkeitsgründen ablehnen.“ Ob die Kirchturmuhr eine öffentliche Uhr und damit die Stadt für diese für alle Zeit zuständig sei, müsse man prüfen.

Letztendlich einigte sich der Hauptausschuss darauf, die Restaurierung der Kirchturmuhr zu fördern – und zwar mit 15 Prozent, genauso wie es die Verwaltung vorgeschlagen hatte.

von Eva Dobler

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