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Die Feuerwehr retten ein verstörte Frau aus der brennenden S-Bahn.

Grosse Übung der Feuerwehren

Drei Stunden Horror-Szenario im Gleisbett

Esting  -  Bei einer großen Übung haben die Feuerwehren im Landkreis den Ernstfall geprobt. Rund 300 Freiwillige nahmen daran teil. Simuliert wurde ein Brand in einer S-Bahn -  ein wahres Horrorszenario.

Mitten in der Nacht: Plötzlich hält eine S-Bahn in der Nähe des Estinger Bahnhofs. Im hinteren Abteil ist ein Brand ausgebrochen. Es raucht fürchterlich. Panisch versuchen die Fahrgäste ins Freie zu gelangen. Mehrere fallen ins Gleisbett und verletzten sich – teilweise schwer. Es dauert nicht lange, bis dutzende von Feuerwehrleuten da sind und beginnen, die verzweifelten Menschen zu retten. Was sich wie Horrorszenario anhört, ist glücklicherweise keines. Die Fahrgäste sind nur Statisten, der Brand ist nur simuliert. Die Rettungskräfte im Landkreis proben bei einer großen Übung den Ernstfall.

Rund 300 Leute nahmen an der Übung in der Nacht auf Sonntag teil. Neben den 200 Mitgliedern der Feuerwehren Esting, Fürstenfeldbruck, Hattenhofen, Geiselbullach und Olching sowie den Hilfsorganisationen im Landkreis waren auch Notfallmanager der Deutschen Bahn dabei. 100 Freiwillige spielten die Fahrgäste. Von ihnen hatte jeder im Vorfeld ein Drehbuch“erhalten. 27 mimten unterschiedlich schwer Verletzte, die anderen irrten verwirrt im Gleisbett umher. Durch aufwendiges Makeup wurde die Realitätsnähe noch unterstrichen. Ein schwer Verwundeter war von einem Holzpfahl an der Brust verletzt worden und unter den Zug gerollt.

„Ein wichtiger Teil der Arbeit besteht in den ersten Minuten nach Eingang des Notrufes darin, Ordnung in die Situation zu bringen“, erklärt Ric Unteutsch, Pressebetreuer der Feuerwehren. „Die Einsatzkräfte müssen koordiniert werden.“ Wichtig dabei sei vor allem, dass sich die unterschiedlichen Gruppen nicht gegenseitig im Weg stehen.

In dieser Nacht hatten die Rettungskräfte aber noch mit einem anderen Problem zu kämpfen. Denn der Bahndamm beim SV-Esting-Gelände ist nur über einen 200 Meter langen schmalen Fußweg zu erreichen. „Die Teilnehmer wissen nicht, was das Szenario sein wird. Die Einsatzleitung muss sich schnell ein Bild der Lage verschaffen. So viele Einsatzkräfte zu koordinieren ist eine Herausforderung“, so Unteutsch.

Wie im Ernstfall auch mussten Transportwege für Verwundete, Auffangstationen für Unverletzte, eine mobile Einsatzleitstelle und Zelte für die medizinische Erstversorgung eingerichtet werden. Verletzte wurden in fiktive Krankenhäuser abtransportiert. Außerdem standen Seelsorger bereit.

Matthias Brüggemann, Kommandant der Feuerwehr Esting, war von Anfang an bei der Planung für die große Übung dabei. „Etwa acht Monate haben wir gebraucht, bis alles organisiert war“, berichtet er. „So eine große Übung ist ein riesiger Aufwand.“ Besonders toll sei, dass man an einer richtigen S-Bahn trainieren könne.

Nach rund drei Stunden war der simulierte Katastrophen-Einsatz beendet. Dann konnte der Zugverkehr wieder aufgenommen werden. Alle Teilnehmer konnten sich bei gemeinsamen Frühstück im Gerätehaus der Feuerwehr Esting aufwärmen. Natürlich wurde dabei auch der Einsatz besprochen. „Zwar lief nicht alles perfekt, aber dafür sind solche Übungen eben da. Ich bin sicher dass die Teilnehmer im Ernstfall jetzt besser reagieren können.“ meinte etwa Bernd Wanninger vom Landratsamt Fürstenfeldbruck.

So echt wie möglich: Bilder der großen Übung der Feuerwehren

Bilder der großen Feuerwehr-Übung in Esting

von Marco Gierschewski

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