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Da war noch alles supi: Die Fußballer beim Siegerselfie mit dem frischgewonnen Pokal. Da war die silberne Trophäe noch in einem Stück.  

Ganz schön peinlich: 

Olchinger Fußballer verschusseln ihren Meisterpokal

Oching - Da ist das Ding! So ganz im Stil von Oli Kahn hatten die Olchinger Bezirksliga-Könige zunächst noch ihren Meisterpokal präsentiert. Doch nach durchzechter Nacht heißt es nun: Das ist ein Ding! Denn das Ding, also der Pokal, der den erstmaligen Aufstieg in die Landesliga symbolisiert, ist zur Hälfte kaputt, der andere Teil ganz verschwunden.

Der Jubel war groß: Am Samstag holten sich die Fußballer des SC Olching den ersehnten Meistertitel und machten gleichzeitig den Aufstieg in die Landesliga perfekt – ein bedeutender Tag für den Verein. Voller Freude rissen die Männer in den dunkelblauen Trikots die blau-silberne Trophäe auf grauem Sockel in die Höhe, jubelten und ließen sich von ihren Fans beklatschen. Sofort war klar: Die kommende Nacht wird gemeinsam durchgefeiert. Doch das Erwachen am Sonntag war peinlich. Denn: Der frischgewonnene Meisterpokal war weg. Offenbar hatten die Feierwütigen das funkelnde Ding in der Nacht verschusselt. Zunächst hatten die Olchinger ihren Erfolg bei sich im Vereinsheim gefeiert, später zogen sie weiter nach Esting zum Hallenfest - und hier wurden die Burschen fündig:  

Mischlingshund Pickles hat einst in England die verloren gegangene WM-Trophäe beim Gassigehen aufgestöbert. 50 Jahre später ist der Estinger Burschenverein bei Aufräumungsarbeiten nach dem Hallenfest fündig geworden. „Wir haben uns schon gewundert, was da liegen geblieben ist“, beschreibt Burschenchef Thomas Pfaffenzeller den Fund, der beinahe im Müllsack verschwunden wäre: Die auf einen Sockel geklebte Meisterplakette des SC Olching. Jedoch: „Pokal war da keiner mehr dran.“ 

Das ist noch übrig vom Pokal: Der Sockel und die Meisterplakette.

Auch ohne Trophäe sieht das Fundstück reichlich ramponiert aus. Während der Fete habe Pfaffenzeller mehrmals beobachtet, wie der Pokal in die Höhe gereckt wurde. „Toll, dass die bei unserem Hallenfest feiern“, freute er sich. Und wunderte sich gleichzeitig: „Ich würde auf so ein Ding besser aufpassen.“ Pfaffenzeller war selbst Fußballer, erst beim SV Esting, dann zwei Jahre in Olching und schließlich beim TSV Geiselbullach. Wegen der Lokalrivalität zwischen den mit Olching und Esting eng verbandelten Bullacher Fußballern konnten sich die Burschenkameraden einen Seitenhieb nicht verkneifen und haben per Facebook eine Grußbotschaft gesendet: „Auch wir, der Burschenverein Esting, gratulieren herzlich zum Aufstieg in die Landesliga. Den Meisterpokal habt ihr leider bei uns liegen gelassen.“ 

Fest im Griff hatten die Olchinger den Pokal nur eine kurze Zeit.

Gemeldet habe sich von den Olchingern noch niemand. Mit dem noch vorhandenen Sockel hat Pfaffenzeller allerdings etwas vor. „Vielleicht nehme ich den am nächsten Wochenende mit aufs Olchinger Volksfest.“ Wer für den Verlust verantwortlich ist, ließ sich beim SC Olching bislang nicht klären. „Ich habe den Pokal zunächst bei uns im Vereinsheim und dann auch in Esting noch gesehen“, bezeugt Trainer Peter Held. Denn anfangs hatten die Aufstiegshelden auf dem eigenen Gelände gefeiert und waren dann nach Esting weitergezogen. 

Mittlerweile machen Gerüchte die Runde. Einige Spieler des TSV Geiselbullach hätten den Pokal an sich genommen, hieß es. Doch beim Nachbarverein wehren sich die Verantwortlichen: „Es kann sein, dass Spieler des TSV auch bei den Burschen sind, aber mit der Fußballabteilung hat das nichts zu tun.“ Vielleicht kann Noch-Manager Christian Keil vermitteln. Er hört demnächst beim TSV auf und schließt sich ab nächster Saison den Olchingern an. Möglichen Auslöseforderungen – ähnlich wie beim Maibaum – erteilt SC-Präsident Guido Ziegler schon vorbeugend eine Absage: „Wir zahlen ganz sicher nichts.“ Man habe erst etliche alte Pokale aussortiert. Und außerdem gebe es momentan Wichtigeres zu tun als nach einem Pokal zu suchen. „So was passiert halt mal.“ 

Mit beschädigten Trophäen ist Olching in bester Gesellschaft. Weil die deutschen Weltmeister von 2014 zu heftig feierten, brach ein Stück vom WM-Pokal ab. Und die Dortmunder hinterließen bei ihrer Meisterschaft 2012 eine Delle in der „Salatschüssel“. Unvergessen auch, wie 2002 Schalkes damaliger Manager Rudi Assauer den DFB-Pokal aus der Hand fallen ließ. Die Reparaturkosten lagen bei 32 000 Euro.

von Hans Kürzl

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