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Passend im WC hat Hans-Joachim Gregor sein Klo-Museum eingerichtet. 

Welttoilettentag

Olchinger sperrt sein Klo-Museum auf

Olching- Jeder macht ihn mehrmals am Tag, doch er ist nach wie vor ein Tabu: der Toilettengang. Anders bei Hans-Joachim Gregor. Der Olchinger hat sich ganz dem Stillen Örtchen verschrieben – und das kleinste private Klomuseum der Welt eröffnet. Anlässlich des Welttoilettentags sperrt er am Samstag sein Kleinod für Besucher auf.

„Eigentlich bin ich ja Pensionär, aber ich bin immer offen für besondere Aufgaben“, sagt Hans-Joachim Gregor. Der 73-Jährige hat Erfahrung mit Sammlungen. So hat er unter anderem das Augsburger Naturmuseum, das Torfmuseum in Gröbenzell und ein Korallenmuseum irgendwo im Ausland gestaltet. Doch wie kam es dazu, dass sich ein gestandener Mineraloge, Geologe und Archäologe einem so profanen Thema wie dem Klo widmet?

Damit wischte man sich den Hintern ab. 

„Das fing 1979 an – bei einer Expedition in die Sahara“, erzählt Gregor. Auf dieser Reise wurde er auf das Thema Stuhlgang und wie man damit in anderen Kulturen umgeht, aufmerksam. Denn beim abendlichen Zusammensitzen seien seine ägyptischen Kollegen einer nach dem anderen mit einer leeren Konservendose in der Dunkelheit verschwunden. Und hernach sichtlich erleichtert zurückgekehrt.

Er löste das Rätsel um diese etwas andere „Büchse der Pandora“, weil er einfach mal nachfragte und erfuhr: Der Rand der Dose diente den Einheimischen als Ersatz für das bei uns verwendete Klopapier. Etwaige scharfe Kanten am Büchsenrand wurden vorher mit einem Hammer glattgeklopft. Gregors Interesse war geweckt und er vertiefte sich in diese etwas andere Materie.

Ob in Costa Rica, in Indien oder auf europäischem Terrain: Der Geologe wurde da wie dort fündig. Er wurde auf seinen Reisen um den Globus zum Sammler von Hygieneartikeln, die weltweit und rund um den Lokus täglich gebraucht werden. Und er wurde ein Sammler von Sprüchen rund ums WC.

Die Griechen beispielsweise sagen, wenn sie in Gesellschaft sind und mal müssen: „Ich gehe mal die Kalliope besuchen.“ Gregor erklärt, woher dieser Ausspruch kommt. „Auf dem Marktplatz in Athen steht eine Statue der Kalliope, die Muse der Lyrik, und gleich daneben befindet sich die öffentliche Toilette des Athener Markplatzes.“

Doch es gibt noch ganz andere, sogar majestätische Auswüchse in Sachen Abort. Der französische König Louis XVI. beispielsweise empfing seine Besucher auf seinem Topf-Stuhl. Womit wir schon fast beim „heiligen Stuhl“ wären, aber nicht ganz.

Auch im Kloster Raitenhaslach, nahe Burghausen, wurde Gregor fündig. Dort, im Prälatenstüberl stehen zwei Kachelöfen. Der eine ist „echt“ doch der andere diente beileibe nicht zum Heizen, sondern dem Prälaten als Ort der Erleichterung: Mit einer extra Tür und einem Eimer.

Zaren wie Peter der Große benutzten einen weich gefederten Gänsehals. Gregor hat einen solchen von einem Präparator machen lassen. 

Derweil wurde auf Segelbooten auf der Außenbordseite hängend ins Meer gemacht, und hernach wischten sich die Matrosen mit dem Tampen (ein dickes Tau) den Hintern ab. Natürlich hängt auch im Olchinger Klomuseum so ein Tampen, denn Gregor hat recherchiert und einen norddeutschen Hersteller gefunden. Und er hat eine Kordel von Mönchskutten in seinem Häusl in Olching aufgehängt. „Irgendwoher muss der Ausdruck Kuttenbrunzer schließlich herkommen“, meint Gregor mit einem Schmunzeln.

Während sich Hochwohlgeborene wie Zar Peter der Große mit einem weich gefederten Gänsehals das Gesäß reinigte, wurden anderswo auf dem Erdball Steine, Schwämme, Maiskolben, Sand, Schnee oder Muscheln für dieses tägliche wiederkehrende Bedürfnis benutzt. „Ich habe lange gesucht, bis ich einen Präparator fand, der mir einen Gänsehals entsprechend herrichtete“, erzähl Gregor und präsentiert stolz den hellbraun-gefiederten Gänsehals. Diesen und viele andere Schätze zeigt er interessierten Besuchern am Welttoilettentag. Auf zwei Quadratmetern – rund ums Zentrum seiner ganz privaten Kloschüssel. Im kleinsten Klomuseum der Welt.

Tag der offenen Tür

Hans-Joachim Gregor öffnet sein Klo-Museum am Samstag, 19. November. Es befindet sich in der Daxerstraße 21. Von 9 bis 17 Uhr kann man sich die Exponate rund um die Notdurft ansehen.

von Angi Kiener

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