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Ein 49-jähriger Olchinger soll Angler am Amperufer bespuckt und beleidigt haben. Nun musste er sich vor Gericht verantworten.

Olchinger vor Gericht

Passanten bespucken Angler, weil er eine Parkbank besetzte

Olching - Ein 49-jähriger Olchinger soll Angler am Amperufer bespuckt und beleidigt haben. Nun musste er sich vor Gericht verantworten.

Dieser Mann ist Dauergast im Brucker Amtsgericht: Ein 49-jähriger Olchinger ist bereits 27 Mal vorbestraft, meistens wurde er wegen Drogendelikten verurteilt. Doch diesmal lautete die Anklage anders: Der Beschuldigte soll in zwei Fällen Angler am Amperufer aufs übelste beschimpft haben – einmal spuckten er und seine 25-jährige Lebensgefährtin dem Fremden sogar ins Gesicht. Und das alles wegen einer Parkbank.

Der erste Fall soll sich laut Staatsanwaltschaft im September 2015 ereignet haben. Damals war der Angeklagte mit Partnerin an der Amper in Olching unterwegs, als er einen Angler beobachtete, wie er gerade einen zappelnden Fisch aus dem Fluss holen wollte. Der Olchinger drohte dem Fremden ihn ins Wasser zu schupsen, wenn er nicht sofort den Fisch freilasse. Außerdem fügte er an: „Wenn morgen ein Fisch weniger im Fluss schwimmt, dann passiert was!“ Ohne ein Widerwort ließ der ältere Mann mit der Angel den Fisch frei.

Dem Angeklagten ging es aber nicht um Tierschutz, wie er klarstellte: „Ich habe nichts gegen Angler.“ Vielmehr ging es um die Parkbank, die der Angler besetzte.

Denn dort hatten eigentlich der Angeklagte und seine Partnerin Platz nehmen und Enten füttern wollen. Es handelte sich um eine Art Rache, erklärte der Olchinger.

Wenige Wochen später, an ein und derselben Bank am Ufer, soll sich laut Anklage ein weiterer, heftigerer Fall ereignet haben. Diesmal saß ein anderer Angler dort.

Und dieses Mal rastete die Lebensgefährtin des Angeklagten aus. Denn der Angler wies die beiden darauf hin, dass es gefährlich werden könnte, neben ihm zu sitzen. Er könnte die zwei aus Versehen mit der Angel verletzen. Das wollte die Frau aber nicht akzeptieren, sie spuckte dem Mann ins Gesicht, beschimpfte ihn als Hurensohn und drohte, ihn umzubringen.

Beide gestanden die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Die 25-Jährige versuchte allerdings, sich mit Notwehr zu rechtfertigen. Gespuckt, beleidigt und gedroht habe sie nur, weil der Angler sie angeblich mit einer Machete bedroht habe. Das glaubte ihr am Ende der Verhandlung allerdings keiner. Nicht einmal ihr Lebensgefährte wollte das bestätigen. Der Staatsanwalt betonte in seinem Plädoyer noch einmal: „Ins Gesicht spucken – schlimmer kann man niemanden beleidigen, das ist erniedrigend.“

Am Ende wurde der Mann wegen Nötigung zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt, zudem muss er 120 Stunden soziale Dienste verrichten. Seine Partnerin, die zwei Mal vorbestraft war, wurde wegen Beleidigung und Bedrohung zu einer Geldstrafe in Höhe von 1800 Euro zu bezahlen.

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