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Einen ganzen Beutel füllte die Seniorin mit Äpfeln – dafür bezahlen wollte sie jedoch nicht.

Aus dem Amtsgericht

Äpfel gestohlen – Führerschein weg

Olching/Eichenau – 67 Jahre ihres Lebens hatte eine Eichenauerin völlig unbescholten verbracht. Bis zum Oktober 2015, als sie Äpfel stahl. Jetzt saß sie vor Gericht.

Im Herbst vergangenen Jahres fuhr die Rentnerin mit ihrem Auto zum Kreisel zwischen Eichenau und Olching und lud dort einen Beutel Äpfel und drei Kürbisse in ihr Auto. Anstatt wie gefordert dafür 14 Euro in die dort aufgestellte Kasse zu werfen, hinterließ sie lediglich einen Euro. Als sie von einem Kontrolleur auf ihren Diebstahl angesprochen wurde, weigerte sie sich ihre Personalien anzugeben. Stattdessen versuchte sie, den Ort des Diebstahls zu verlassen und fuhr den jungen Mann dabei mehrmals am Knie an.

Am Brucker Amtsgericht wurde die mittlerweile 68-Jährige dafür nun wegen vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, gefährlicher Körperverletzung und Diebstahls zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten und zwei Wochen verurteilt. Zudem muss sie in Raten 1000 Euro bezahlen. Und ihr Führerschein, den sie bereits am 1. Mai abgeben musste, wurde für sieben weitere Monate entzogen.

Die Eichenauerin bestritt jegliche Schuld. Sie habe Äpfel und Kürbisse nicht stehlen, sondern eigentlich bezahlen wollen. Doch beim Blick in ihren Geldbeutel habe sie entdeckt, dass dieser lediglich einen Euro enthielt. Daher habe sie zur Bank fahren und Geld holen wollen, erklärte sie dem Gericht. In diesem Anklagepunkt beantragte ihr Verteidiger dann auch den Freispruch seiner Mandantin. Doch für den Richter war die Aussage der 68-Jährigen eine Schutzbehauptung. „Wenn man feststellt, man hat kein Geld dabei, lässt man die Waren zurück“, hielt er der Eichenauerin entgegen.

Die Angeklagte hatte den Kontrolleur vor sich her getrieben 

Die 68-Jährige bestritt auch, den Aufpasser angefahren zu haben. „Das kann nicht sein“, beteuerte sie immer wieder. Der junge Mann hatte ausgesagt, dass er an seinem rechten Knie eine Schürfwunde durch das mehrmalige Anfahren davongetragen habe. „Vielleicht hat er sich gestoßen, als er sich auf die Kühlerhaube aufgestützt hat“, war ihre Vermutung.

Hier liege lediglich eine fahrlässige Körperverletzung vor, stand für ihren Verteidiger letztlich fest. Einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr hielt er nicht für gegeben, denn der junge Mann hätte dem Auto seiner Mandantin ausweichen können. „Er muss nicht davor stehen bleiben“, betonte er. Doch das Schöffengericht war auch in diesen Punkten anderer Auffassung. Die Angeklagte habe den jungen Mann „quasi vor sich hergetrieben“, machte der Richter klar. Und dies über eine Strecke von fünf bis zehn Metern.

Bis der Aufpasser quasi im Kreisel stand und es für ihn durch den Verkehr im Kreisel gefährlich wurde. Zudem hatte auch ein neutraler Zeuge, ein dazugekommener Autofahrer, gesehen, dass der Aufpasser von der Eichenauerin angefahren wurde.

sus

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