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Bunt aus Leidenschaft: Stephanie Müller entführte die Olchinger Besucher der Langen Künstlernacht in die phantasievolle Welt der Kinderbilder. Auch der Tigerstuhl ist ihr Werk. 

Gewerbeverband hatte eingeladen

Tolles Wetter und gute Stimmung bei Künstlernacht

Olching - Zum siebten Mal organisierte der Gewerbeverband Olching am Wochenende die „Lange Künstlernacht“. Das Wetter passte. Aber einige Aussteller mussten sich über ihre Standorte ärgern.

Den Bildern von Stephanie Müller sieht man die Leidenschaft zur Farbe und die Liebe zu den Kindern an. Märchenprinzessin oder Tiger – die Kunstwerke der 49-jährigen Gräfelfingerin zieren jedes Mädchen- oder Jungenzimmer, genauso die selbstentworfenen Stühle. „Ich arbeite nur für Kinder, das ist meine Leidenschaft, das ist meine Berufung.“

Die Künstlernacht kannte Müller bisher nur als Besucherin. Ihr habe die Umgebung und das Motto „Sehen, hören, schmecken“ gefallen. Deshalb habe sie sich um einen Standplatz beworben. Zu dem muss man allerdings ein wenig marschieren, etwa auf halbem Weg zwischen Nöscherplatz und Unterführung. Das bekommt Müller durchaus zu spüren, nur wenige Passanten sprechen sie an. „Hier fühle ich mich im Abseits“, sagt sie und fügt noch hinzu: „ich wäre gerne ein wenig mehr Richtung Ortsmitte gestanden.“

So gesehen hat es Monika Hauser ideal erwischt, wenngleich bei der 56-Jährigen die Familienbande eine Rolle gespielt haben. Der Laden ihres Mannes liegt nur ein paar Schritte von einem Bankinstitut entfernt, die Fläche davor reicht für die Ton- und Keramikfiguren der Grunertshofenerin. Die muntern im wahrsten Sinn des Wortes zum Stehenbleiben und Hinsehen auf. „Lustige Sachen verkaufen sich besser“, erklärt Hauser Farb- und Motivwahl und deutet zum Beispiel auf einen Fisch und einen Hahn. Gut einen halben Tag benötigt sie für so ein kleines Kunstwerk. Dabei improvisiert sie gerne. „Eine Idee habe ich schon immer im Kopf, wenn ich anfange.“ Die endgültige Form nehme aber meist erst allmählich Gestalt an. „Da lasse ich mich ab und zu von mir selbst überraschen“, lacht Hauser.

Gute Laune verbreitet auch Angela Krüger. Sie tütet gewissermaßen kleine Geschenkideen ein und hat sich dafür vor einem Schreibwarenladen platziert. Die Olchingerin nutzt Zeitschriften als Vorlage, dann trägt sie auf eine Gelplatte hauchdünn wasserlösliche Linolfarbe auf. „Ich liebe Schriften“, erklärt sie ihre Motivwahl. „Und ich liebe es, andere Menschen mit kleinen Geschenken zu überraschen.“ Auf die Idee sei sie in einem Workshop gekommen. „Der Referentin bin ich sehr dankbar“, sagt Krüger. Denn die gelernte Krankenschwester bringt ihre kreative Ader auch beruflich ein. „Eine kleine Idee kann eine große Hilfe sein.“ Manchmal habe sie Patienten schon motivieren können etwas zu malen oder zu basteln.

Mit ihrem Standort hat Krüger ebenso dazu beigetragen, das Konzept der „Langen Künstlernacht“ umzusetzen, Gewerbe und Einzelhandel mit Kunst zu verbinden. Livemusik und Tanzshoweinlagen ergänzten das künstlerische Angebot entlang der Olchinger Hauptstraße. „Ideal zum Bummeln“, befand der 31-jährige Bernd Haller, der bei angenehmen Abendtemperaturen mit seiner Freundin unterwegs war. Hier könne man es sich gut gehen lassen, entspannen und genießen, so der Olchinger.

Von Hans Kürzl

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