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Tiefenmessung: Josef Gigl, Kommandant der Olchinger Feuerwehr, überprüfte während des Einsatzes mit dem Metermaß, welche Dimensionen die Schlaglöcher haben.

Baustelle gefährdet Verkehr

Schlaglöcher nerven Feuerwehr

Olching - Richtig angefressen sind die Kameraden der Feuerwehr Olching. Zweimal mussten sie am Wochenende ausrücken, um Schäden an einer Baustelle auf der Hauptstraße abzusichern. 

Die Baustelle, so der Vorwurf der Brandhelfer, sei unzureichend abgesichert gewesen.

„Wir haben wirklich Besseres zu tun, als uns am Abend für drei Stunden in den Regen zu stellen, nur weil irgendjemand seine Arbeit nicht richtig gemacht hat.“ Josef Gigl, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Olching, hat einen dicken Hals – und zwar auf die Verantwortlichen der Baufirma, die seit Wochen an der Hauptstraße auf der Höhe der ehemaligen Tankstelle beschäftigt ist, im Zuge der Neubebauung des Grundstücks die Fahrbahn der Kreisstraße zu verbreitern und eine Linksabbiegespur samt Mittelinsel als Querungshilfe zu bauen.

Wie Gigl erzählt, sei die Feuerwehr erstmals am Freitagabend alarmiert worden. Die Polizei habe darum gebeten, die Baustelle abzusichern. Denn der beständige Regen und Verkehr hatte laut Gigl auf der aufgerissenen Fahrbahn die mit Kies befüllten Löcher ausgewaschen. So seien Schlaglöcher mit einer Tiefe von bis zu 18 Zentimetern und einer Breite von bis zu 60 Zentimetern entstanden.

Mehrere Autofahrer hätten sich bereits vor den Vorfällen über die Situation an der Baustelle beschwert, wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte. Am Freitag sei dann ein Autofahrer mit seinem Wagen auf der Fahrbahn aufgesetzt, weil er mit einem Reifen in eines der ausgewaschenen Schlaglöcher gekommen sei. Und der Leiter des städtischen Ordnungsamtes, Christian Richter, bestätigt, dass ein Fahrzeug an der Baustelle beschädigt worden sei. „Wer weiß, was passiert wäre, wenn ein Motorradfahrer oder Radfahrer in so ein Schlagloch gerät“, gibt Gigl zu bedenken.

Da ein Verantwortlicher der Baufirma laut Gigl am Freitagabend nichts mehr hätte tun können oder wollen, hätten eben seine Kameraden eingreifen und die Gefahrenstelle beseitigen müssen. „Wir haben acht Schubkarren voller Kies und Sand in die Löcher geschüttet“, erzählt der Kommandant.

Doch aufgrund des anhaltenden Regens mussten die Floriansjünger am Sonntagabend wieder zu der Baustelle ausrücken. Die Schlaglöcher waren wieder so tief, dass eine gefahrenlose Durchfahrt nicht mehr möglich war. In Absprache mit Mitarbeitern der zuständigen Straßenmeisterei Dachau sperrte die Feuerwehr laut Gigl die betroffenen Fahrbahnteile ab. Dann wurden die Löcher mit Asphalt notdürftig bedeckt. Die Fahrzeuge konnten in dieser Zeit den betroffenen Abschnitt der Hauptstraße nur in einer Richtung befahren. Für rund zwei Stunden kam es deshalb immer wieder zu kurzen Rückstaus.

Sowohl die Feuerwehr als auch die Straßenmeisterei werden ihren Wochenend-Einsatz den Verantwortlichen in Rechnung stellen. Und Gigl hofft, dass seine Leute künftig von solchen Einsätzen verschont bleiben. „Es ist sicherlich nicht Kernaufgabe der Feuerwehr, Schlaglöcher unzureichend abgesicherter Straßenbaustellen aufzufüllen.“

Außerdem hält er die wochenlange Baustelle in der Hauptdurchgangsstraße sowieso für eine Zumutung für die Bürger. Erst habe die Baufirma die aufgerissene Fahrbahn mit Metallplatten überdeckt. Dass sei so laut geworden, dass sich mehrere Anwohner beschwert hätten. Dann habe man die Schlaglöcher einfach mit Kies aufgefüllt. „Das hat nur funktioniert, weil es in den vergangenen Wochen so trocken war“, meint Gigl. Für eine längere Zeit hätte man dann überhaupt keine Bauarbeiter mehr gesehen. Die Arbeiten jedenfalls hätten bis Ende der Sommerferien beendet sein sollen, laut Richter wurde aber eine Verlängerung beantragt.

Eine Ende der Bauarbeiten ist in Sicht, davor wird es aber noch einmal zu erheblichen Verkehrseinschränkungen und Belastungen für die Anwohner kommen. Wie der Ordnungsamtsleiter mitteilt, stehen am kommenden Wochenende letzte Fräs- und Asphaltierungsarbeiten an. Dafür wird die Hauptstraße zwischen dem Kreisverkehr am Roßhaupter Platz und der Einmündung in die Münchner Straße von Freitag, 21 Uhr, bis Sonntag, 7 Uhr, komplett gesperrt.

Von Stefan Weinzierl

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