Bürgerversammlung: Ortsentwicklung treibt Olchinger um

Olching – Egal ob es um die Umgestaltung vom Bahnhofsumfeld samt Paulusgrube, die Zukunft des alten Friedhofs oder den Ausbau des Wege- und Radnetzes geht: Die Ortsentwicklung treibt die Olchinger um. Das zeigte sich auch bei der Bürgerversammlung im KOM , zu der Rathauschef Andreas Magg rund 80 Zuhörer begrüßte – im Vergleich zu den vergangenen Jahre eine beachtenswerte Zahl.

Bürgerantrag zum alten Friedhof

Silvia Oswald überreichte Magg Listen mit Unterschriften von 660 Bürgern und beantragte, dass sich der Stadtrat noch einmal mit der Zukunft des alten Friedhofs beschäftigt. Oswald und ihre Mitstreiter beklagen „die zunehmende Verwahrlosung“ dort. Und sie wollen, dass aufgelassene Gräber wieder neu vergeben werden.

Das hat die Stadt in den vergangenen Jahren abgelehnt. Sie will den Friedhof nach und nach in einen Park umgestalten. „Wir wollen aber keinen Park, sondern den Friedhofscharakter erhalten“, betonte Oswald. Die Vorteile des alten Friedhofs seien die zentrale Lage und die Nähe zur Kirche.

Gräber könnten neu belegt werden

Auch die Rathausverwaltung und der Stadtrat hätten den Anspruch, die Situation am alten Friedhof an der Pfarstraße zu verbessern, entgegnete Magg. Zusammen mit einem Planer arbeite man an Vorschlägen. Zu überlegen sei etwa, was man mit den größtenteils unbelegten Gruften und den alten, kaputten Hecken mache. Nebenbei versuchten die Mitarbeiter des Bauhofs kurzfristig Verschönerungsmaßnahmen durchzuführen, betonte der Rathauschef. Und er kündigte Zugeständnisse bezüglich der Neubelegung aufgelassener Gräber an. So gebe es die Überlegung, Teile des Friedhofs wiederzueröffnen, sprich: für bestimmte Personen könnten dort wieder Gräber vergeben werden.

Magg kündigte an, dass sich die zuständigen Ausschüsse des Stadtrates noch heuer mit dem Thema Friedhof beschäftigen würden. Ungeachtet dessen ließ er über Oswalds Antrag abstimmen. Eine große Mehrheit der Anwesenden stimmte dafür.

Umgestaltung des Bahnhofumfeldes

Klaus Biechteler, Anwohner der Blütenstraße, bereiten die Planungen der Stadt rund um den Olchinger Bahnhof sorgen. Dass für die geplante Umgestaltung ein Bebauungsplan aufgestellt wird, der auch einen Grüngürtel mit Wall und alten Bäumen umfasst, der seit Jahrzehnten ihn und seine Nachbarn vor dem Zuglärm schützt, stieß ihm sauer auf. Er erinnerte daran, dass es bereits vor Jahrzehnten seitens der damaligen Gemeinde Überlegungen gab, den alten Baumbestand zu entfernen. Man habe sich aber erfolgreich dagegen gewehrt. „Wir vertrauen darauf, dass die Stadt bei den Planungen auf die nachbarschaftlichen Belange Rücksicht nimmt“, so Biechteler.

Maggs Ausführungen zufolge sind das unbegründete Sorgen. Es habe sich angeboten, bei der Aufstellung eines Bebauungsplans für den Teil des Bahnhofsumfelds den Bereich an der Blütenstraße miteinzubeziehen. „Aber ein Bebauungsplan heißt nicht: Dort wird gebaut.“ Es sei nie Absicht gewesen, an dieser Stelle irgendetwas zu tun.

Auch die Befürchtungen der Blütenstraßen-Anwohner, ihre Sackgasse könnte geöffnet und als Zufahrt zu einem größeren Park-and-Ride-Platz dienen, konnte Magg zerstreuen. Die bisherige Zufahrt zum Parkplatz habe sich bewährt. Und umgestaltet werden soll nur ein Areal zwischen der Bahnlinie und der besagten Zufahrt.

Angespannte Parkplatzsituation

In diesem Zusammenhang beklagte sich ein weiterer Bürger über den gammeligen Zustand des Bahnhofes und die Überlastung des besagten Parkplatzes. Um die Bürger dazu zu animieren, doch aufs Fahrrad umzusteigen oder zu Fuß zu S-Bahn zu gehen, schlug er vor, Parkgebühren einzuführen.

Man habe sich erst kürzlich mit einem Vertreter der Deutschen Bahn zusammengesetzt, erzählte Magg. Denn um den Bahnhof samt Umfeld in einem Aufwasch umzugestalten, wolle die Stadt noch Grundstücke kaufen. Auch wenn das Bahnhofsgelände laut dem Bahn-Vertreter zum Bestandsportfolio der Deutschen Bahn gehöre, sei er optimistisch, dass hier in nächster Zeit etwas vorwärts geht.

Parkgebühren belasten Anwohner

Für die angespannte Parkplatzsituation am Olchinger Bahnhof sieht Magg Diskussionsbedarf. Denn seiner Ansicht nach stellt sich die Frage, ob eine Vergrößerung der Parkflächen, eventuell gar der Bau eines Parkhauses, wirklich entlaste oder noch viel mehr Autos anziehe. Führe man Parkgebühren ein, bestehe wiederum die Gefahr, dass Pendler in benachbarten Straßen parken. Leidtragende wären dann die Anwohner.

Neugestaltung des Ortszentrums

Magg hatte erklärt, er bedauere, dass die Amper beziehungsweise der Mühlbach, obwohl sie doch durchs Stadtzentrum fließen, oft so weit weg erscheinen würden. Denn es gibt zu wenig Stellen, an denen man am Amperkanal spazieren gehen kann. Auch ein Bürger plädierte dafür, am Ostufer des Mühlbachs einen Weg zwischen Volksfestplatz und Hotel Schiller einzurichten. Hier habe es bereits Gespräche mit den neuen Geschäftsführern des Amper-Kraftwerks gegeben, denen der Grund gehört.

Auch dem Vorschlag eines weiteren Bürgers, auf der Westseite des Ufers einen Fuß- und Radweg vom Volksfestplatz in Richtung KOM zu führen und dann eine neue Brücke über den Amperkanal zu bauen, stieß bei Magg auf offene Ohren. Derartige Überlegungen gebe es bereits, verkündete er. Allerdings sehen die Pläne einen Übergang über die Amper auf Höhe der Kraftwerksinsel und nicht am KOM vor. 

Stefan Weinzierl

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