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Da schau her: Bauleiter Hans Schilling hat stets im Blick, was im ehemaligen Hendlhaus gerade Sache ist. Den Meterstab hat er immer dabei. Auf dem Foto sieht man das Gebäude von der Rückseite.

Neue Serie Brucks Baustellen: 1. Hendlhaus

Das passiert im ehemaligen Hendlhaus

Fürstenfeldbruck – Bagger, Beton, Bohrmaschinen: In der Stadt wird gebaut. Doch was entsteht eigentlich wo? Diese Frage klärt das Tagblatt in einer neuen Serie. Den Anfang macht ein prominentes Gebäude: Das ehemalige Hendlhaus an der Hauptstraße.

Gewohnter Anblick: Die Hendlhaus-Baustelle mit Kran.

Dieser Baustellen-Kran begleitet die Brucker schon seit Beginn des Jahres: Seit Januar läuft an prominenter Stelle direkt am Hauptplatz eine Rundumerneuerung. Das alte Marthabräu-Gebäude an der Hauptstraße wird vom Eigentümer, dem Allinger Bauunternehmer Thomas Vilgertshofer, komplett umgebaut. Das Gebäude beheimatet ab Ende des Jahres ein Restaurant (siehe Kasten), Arztpraxen und Mietwohnungen.

Hier wird demnächst gekocht: Gäste, die künftig durch die Eingangstüre (r.) von der Hauptstraße kommen, gehen direkt auf die offene Küche zu. Rundherum ist Gastraum.

Bis auf die Fassade wird alles erneuert, erklärt Bauleiter und CSU-Stadtrat Hans Schilling (59), der durch das Haus führt. Die Front des Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert bleibt. Denn sie fällt unter den Ensembleschutz (der Charakter der Brucker Altstadt soll gewahrt werden). Seit dem 16. Jahrhundert hatte die Marthabrauerei auf dem Gelände an der Hauptstraße 11 ihren Stammsitz. Das Gebäude samt Gasthof wie es heute besteht wurde 1848 gebaut. Wegen des Denkmalschutzes mussten sich Bauherr, Stadtverwaltung und das Landesamt für Denkmalschutz also vor der Sanierung absprechen.

Man wurde sich einig. Die Fassade bekommt nun einen frischen Anstrich, doch die alten Fenster bleiben. Der Rest des Gebäudes, welches samt Keller und Dachgeschoss fünf Etagen mit jeweils rund 250 Quadratmetern hat, wurde komplett entkernt. Allein von Januar bis März waren die Arbeiter nur mit dem Abbruch beschäftigt, sagt Hans Schilling. 120 große Container gefüllt mit Schutt und Abfall haben die Helfer aus dem Gebäude herausgeschafft. Zum Schluss konnte man vom Erdgeschoss bis nach oben unters Dach sehen, da auch alle Decken abgebrochen wurden. „Das ist ja wie in einer Kathedrale“, habe da so mancher Besucher bemerkt, erzählt Schilling. Das Gebäude, das im Verbund mit den Nachbarhäusern von vorne nicht so groß aussieht, ist an die 20 Meter hoch, schätzt Schilling.

Blick von oben: Der Anbau im rückwärtigen Bereich (frühere Küche) bekommt teilweise ein Glasdach.

Bei den Abbrucharbeiten stieß man auch auf manche Überraschung. Als im alten Brauereikeller eine Wand abgebrochen wurde, fand sich dahinter etwa noch ein Kellerraum, angefüllt mit Schutt. Generell sei der Umbau alter Gemäuer keine leichte Aufgabe, sagt Schilling: „Es ist schon eine schöne Herausforderung.“ Man müsse sich in die Bauherren aus früheren Zeiten hineinversetzen, was diese damals mit einer bestimmten Konstruktion bezwecken wollten.

Freundliche Atmosphäre: Im ersten und zweiten Stock werden Arztpraxen eingerichtet.

So auch im Innenraum, wo derzeit Hochbetrieb herrscht. Decken, Böden, Fernwärme-Heizung, Elektrik – alles wird komplett neu gemacht. Vom Kellergewölbe bis zum Dachgeschoss – in allen Stockwerken klotzen die Handwerker ran. Und auch auf dem Dach selbst werden momentan Ziegel, Isolierung und Dachlatten erneuert.

Ab Oktober werden im ersten und zweiten Stock je ein Haut- und ein Augenarzt einziehen. Ende des Jahres sollen sich dann die Gastronomen im Erdgeschoss einrichten. Auch die Miet- und Mitarbeiterwohnungen im Dachgeschoss werden dann bezogen. „Der Termin ist sportlich“, sagt Schilling, der sich den Stress zwischen Baustellenbegehung, Telefongesprächen und einem Nachbarn, der sich über Lärm beklagt, nicht anmerken lässt. „Man darf sich nicht aus der Ruhe bringen lassen.“ Bisher gab es im Baubetrieb aber auch noch keine gröberen Verzögerungen oder Pannen. „Toi, toi, toi“, kann Schilling da nur sagen und hoffen, dass es so weitergeht.

Brucker Gastronomen übernehmen Wirtschaft

Jahrelang war im Marthabräu-Haus eine echte Brucker Gastro-Institution beheimatet: Horst Jirgl betrieb dort mehrere Jahrzehnte lang eine bayerisch-österreichische Wirtschaft, zuerst unter dem Namen der bekannten Wienerwald-Kette, später als Hendlhaus.

Ende des Jahres wird wieder ein Restaurant einziehen. Hinter dem Projekt stehen mit Hansi Schmölz (Bottles’n’Burgers, Buck Rogers, Amperpark) und Viktor Fischer (Restaurant Vierwasser) zwei bekannte Brucker Gastronomen.

Rund 130 Gäste könnten dann im Erdgeschoss und in einem eingeschossigen Anbau mit Lichtkuppel auf der rückwärtigen Seite Platz nehmen.

Besonderheit: Die Küche wird mitten im Erdgeschoss platziert und ist nach drei Seiten hin offen, sodass die Gäste beim Kochen quasi direkt in die Töpfe schauen können. Am genauen Konzept arbeiten die Unternehmer momentan noch. Eine Abhol-Option ist angedacht.

Fabian Dilger

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