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Pleil bei einem seiner öffentlichen Auftritte schon während der Krankheit.

Fürstenfeldbruck vor Neuwahlen

OB Pleil kehrt wohl nicht ins Amt zurück

Fürstenfeldbruck - Amtlich ist es noch nicht, aber die Zeichen verdichten sich massiv: Die Stadt Fürstenfeldbruck steht kurz vor Bürgermeister-Neuwahlen. Denn OB Klaus Pleil wird wohl nicht in sein Amt zurück kehren können.

Das vom Stadtrat in Auftrag gegebene amtsärztliche Gutachten über den Gesundheitszustand von OB Klaus Pleil liegt noch nicht vor. Der Familie des 51-Jährigen, der vor über einem Jahr einen schweren Herzinfarkt erlitten hatte, wurde aber bereits vorab mündlich mitgeteilt, in welche Richtung das Ergebnis des Gutachtens gehen wird, wie Claudia Pleil am Freitagnachmittag auf Tagblatt-Nachfrage bestätigte. Demnach dürfte der Amtsarzt in dem Gutachten zu dem Schluss kommen, dass der OB aufgrund seiner Erkrankung nicht in der Lage sein wird, sein Amt binnen sechs Monaten wieder in vollem Umfang auszuüben. Damit gölte der OB als dienstunfähig. Klaus Pleil gehe es den Umständen entsprechend zwar gut, sagte Claudia Pleil.

 Die Frage sei aber, ob er je wieder in der Lage sein wird, den stressigen Posten als Oberbürgermeister auszuüben. Die Familie will jetzt das Gutachten abwarten und dann die Öffentlichkeit informieren. Claudia Pleil rechnet damit, dass dies in ein oder zwei Wochen erfolgen werde. Theoretisch gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder der OB verzichtet selbst aus freien Stücken auf sein Amt oder der Stadtrat folgt der Einschätzung des Amtsarztes und beschließt die Demissionierung des OB. Bei den anschließenden Neuwahlen – nach allgemeiner Regel (es gibt Ausnahmen) müssen sie drei Monate nach Beendigung der Amtszeit erfolgen – wird nur der Oberbürgermeister neu gewählt, nicht der gesamte Stadtrat.

Den Termin legt nicht die Stadt fest, sondern die Kommunalaufsicht im Landratsamt. Im Hintergrund dürften sich die Parteien und Gruppierungen in Bruck also bereits Gedanken darüber machen, wen sie in den Kampf um den Chefsessel im Rathaus schicken wollen. OB Pleil war bei der Kommunalwahl im Jahr 2014 ins Amt gekommen. Er gewann damals in der Stichwahl gegen Andreas Lohde (CSU). Im Sommer 2015 erlitt Pleil im Familienurlaub am Neusiedler See einen Herzinfarkt. Er musste reanimiert werden. Danach wurde er ins künstliche Koma versetzt.

An die ersten Monate nach dem Herzinfarkt hat Pleil keine Erinnerung. Bis heute befindet er sich im Krankenstand. Anfang Oktober 2016 kam der Stadtrat überein, das amtsärztliche Gutachten in Auftrag zu geben, dessen genauer Inhalt der ärztlichen Schweigepflicht unterliegt. Seit der Erkrankung Klaus Pleils führen sein Stellvertreter Erich Raff (CSU) respektive die dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne) im Rathaus die Geschäfte. Klaus Pleil hatte schon lange vor der offiziellen Beschlussfassung im Stadtrat Kontakt mit dem Amtsarzt. Dessen Aussage über den Gesundheitszustand des OB kommt nun früher als von Beobachtern erwartet. (st)

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