Der Verkehrsreferent findet es unfair

Pucher Meer: Parkgebühren künftig das ganze Jahr über

Fürstenfeldbruck – Auch bei schlechtem Wetter müssen Spaziergänger künftig am Pucher Meer fürs Parken zahlen. Die Stadt hat Automaten aufgestellt. Das findet Verkehrsreferent Axel Lämmle (SPD) unfair. Auch in anderen Stadtteilen könnten die Bürger in Zukunft zur Kasse gebeten werden.

 Der Verkehrsreferent findet die Parkgebühren am Pucher Meer nicht sinnvoll. „Ich halte es für nicht sozial“, so Fahrlehrer Axel Lämmle. Denn nun sollen Erholungssuchende am Pucher Meer auch bei schlechtem Wetter zahlen. Die bisherige Praxis: Eine private Firma kassierte seit etwa zehn Jahren im Auftrag der Stadt mit Personal vor Ort ab. Das aber nur während der Badesaison und auch nur bei schönem Wetter.  Doch das Personal kostete die Stadt natürlich bares Geld. Die drei Parkscheinautomaten, die bereits aufgestellt wurden, aber noch nicht in Betrieb sind, sollen sich innerhalb von drei Jahren amortisiert haben. An den Preisen ändert sich gegenüber der bisherigen Praxis nicht viel: Die erste Stunde ist kostenfrei. Vom 1. Mai bis 30. September zahlen Parker zwei Euro. Damit darf man sein Auto oder Motorrad den ganzen Tag stehen lassen. Die Tagespauschale für die Winterzeit vom 1. Oktober bis zum 30. April beträgt einen Euro. Die Stadt betont: Selbst eine Unterbrechung des Parkens ist möglich, das Ticket verliert nicht seine Gültigkeit, wenn man wegfährt und dann wiederkommt. Die Gebühren werden nur in der Zeit von 8 bis 18 Uhr erhoben.

Im Stadtratsbeschluss werden auch Beispiele genannt: Wer morgens um sieben Uhr kommt, kann bis 9 Uhr gebührenfrei parken, muss aber ein Freiparkticket lösen. Wer abends um 17 Uhr kommt, kann mit dem Freiparkticket die Zeit bis 18 Uhr überbrücken. Danach ist das Parken wieder kostenfrei.

Die Gebühren gelten, wie kurz erwähnt, nicht nur für Autos. Auch wer ein motorisiertes Zweirad abstellt,  muss bezahlen.

Wer einen der Wohnmobilstellplätze nutzen möchte, muss fünf Euro je Tag (24 Stunden) bezahlen.

Axel Lämmle

Axel Lämmle wies im Zuge der Debatte jedoch auf die kostenlosen Parkplätze am Klostergelände hin. Seiner Ansicht nach werde durch die neue Regelung den sowieso schon „besonders privilegierte Besuchern des Veranstaltungsforums“ ein Zuckerl zugeworfen, wohingegen vielleicht wirtschaftlich nicht so gut aufgestellte Badegäste blechen müssten. Man belaste speziell Familien und Geringverdiener unnötig. Jene Personengruppen seien auf das Naherholungsgebiet als kostengünstiges Ausflugsziel besonders angewiesen – und gerade auch auf eine kostenlose Parkgelegenheit. Denn „gerade Familien mit kleinen Kindern brauchen ein Auto“, sagte Axel Lämmle.

Die Stichelei des Stadtrats konnte Kultur-Referent Klaus Wollenberg (FDP) in der Stadtrats-Sitzung nicht so stehenlassen. Teilweise gehöre die Parkplatzfläche in Fürstenfeld nicht der Stadt, so Wollenberg. Außerdem ginge mit eventuellen Gebühren ein „erheblicher Marketingvorteil“ für die gewerblichen Kunden, die Räumlichkeiten im Forum buchen, verloren. Schlussendlich würden auch Kirchgänger, Bauernmarktkunden und andere Besucher des Geländes von den Gratis-Parkplätzen profitieren, so Wollenberg.

Für Lämmle passen Gebühren am abgelegenen Pucher Meer aber außerdem nicht zum schon lange geplanten Parkraumbewirtschaftungskonzept der Stadt. Dieses sieht vor, dass die Gebühren steigen, je zentraler man parkt (siehe Kasten). Auch Fraktionskollegin Gabriele Fröhlich (SPD) ärgerte sich darüber, dass man nicht auf das Gesamtkonzept warten wollte. „Das sind lauter Einzelmaßnahmen, die nicht aufeinander abgestimmt sind.“

Einige Stadträte sahen den Vorschlag der Verwaltung ebenfalls kritisch: Andreas Ströhle (Piraten) etwa fand sinnlos, dass Gäste in der heißen Jahreszeit von Mai bis September pauschal zwei Euro pro Tag zahlen sollen, im Winter dagegen einen Euro. Deshalb schlug er vor, im Sommer einen Euro zu kassieren und im Winter nichts. Nur ganz knapp scheiterte ein Kompromissantrag von Uli Schmetz (SPD), der anregte, heuer noch alles beim Alten zu belassen. 19 zu 17 Stadträte stimmten für die Aufstellung der Parkautomaten. Die Brucker Badenixen müssen also schon bald das ganze Jahr über in den Geldbeutel greifen, auch bei schlechtem Wetter.

Das Park-Konzept

Das sogenannte Parkraumbewirtschaftungskonzept ist ein Projekt, das bereits der letzte Stadtrat angeschoben hat. Es geistert seitdem immer wieder durch kommunalpolitische Gremien. Denn bisher besteht bei den Parkbestimmungen in Bruck ein rechter Fleckenteppich. „Konzeptlos“, nennt es Verkehrsreferent und Fahrlehrer Axel Lämmle von der SPD. In einem Gesamtplan soll deswegen festgehalten und vereinheitlicht werden, wie die Stadt mit ihren eigenen Parkflächen umgehen will. Sprich, wie viel Gebühren in welchen Gebieten in Zukunft genau fällig werden. Zum Beispiel ist schon klar, dass das Parkdeck am Bahnhof Fürstenfeldbruck (Oskar-von-Miller-Straße) und die Tiefgarage am S-Bahnhof Buchenau ihren Gratis-Status verlieren werden. Grundsätzlicher Gedanke: Je näher man an der Innenstadt parkt, desto teurer wird es. Doch das Konzept wird laut Stadtverwaltung noch einige Zeit auf sich warten lassen. Denn das Papier soll erst in die zuständigen Gremien kommen, wenn klar ist, wie es mit dem Viehmarktplatz weitergeht. Momentan läuft der Architekten-Wettbewerb aber gerade erst an. Auch ob eine Tiefgarage gebaut wird, ist noch unklar.

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