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Schon bald könnte in Puchheim nach Erdwärme gebohrt werden – und zwar auf einer früheren Erdbeerplantage gegenüber dem Ikarus-Park.

Leuchtturmprojekt kann starten

Puchheim: Investor für Geothermie gefunden

Puchheim - Erstmals wird im Landkreis heißes Wasser unter der Erde als Energiequelle angezapft.

In Puchheim stehen ein Investor und der schon in der Stadt tätige Fernwärme-Lieferant vor dem Vertragsabschluss.

Im Stadtrat war zwar nur ein öffentlicher Sachstandsbericht zum Thema Geothermie angekündigt, der Stand der Dinge ist aber bereits weit fortgeschritten. Demnach haben sich unter Moderation der Stadt die Firma Exorca, eine Tochter der Grünwalder Geothermie-Gesellschaft Geysir Europe, und die Bayernwerk Natur auf einen Vertrag zur Wärmelieferung und Wärmeabnahme verständigt, der zur Zeit im „Unterschriftenumlauf“ unterwegs ist.

In der Vereinbarung werden zahlreiche Details geregelt, darunter der Abnahmepreis, der wiederum von der Wassermenge und der Wassertemperatur abhängig ist, die tatsächlich an der Oberfläche ankommt. 80 Liter pro Minute mit einer Temperatur von 80 Grad gelten nach den bisherigen Erfahrungen als wirtschaftliche Größen. Mit der eigentlichen Bohrung soll eine Fremdfirma beauftragt werden. Standort für den Versuch ist eine frühere Erdbeerplantage gegenüber dem Gewerbegebiet Ikarus-Park.

Die Stadt soll bei dem Projekt zunächst nur die Rolle des „wohlwollenden Beobachters“ spielen, heißt es aus dem Rathaus. Allerdings ist sie als Eigentümerin mit von der Partie, die ihr Grundstück zur Verfügung stellt, und die Konzession für einen späteren Ausbau des Fernwärmenetzes vergibt. Außerdem ist die Stadt nach der Planie bislang schon zweitgrößter Abnehmer von – aus Gas erzeugter – Fernwärme. Auch mehrere städtische Immobilien werden vom Blockheizkraftwerk der Bayernwerk Natur im Ikarus-Park beliefert.

Auf Dauer würde sich Puchheim aber auch an einer noch zu gründenden Fördergesellschaft beteiligen. Der Stadtrat hatte schon mal ein Limit von 2,5 Millionen Euro beschlossen. Überkapazitäten durch reichlich und heiß sprudelndes Wasser wären unproblematisch. Zurückgepumpt werden muss es sowieso. Ein Ausbau des Fernwärmenetzes böte sich dann an. Weitere (private) Kunden zu finden, ist allerdings primär Aufgabe des bisherigen Netzbetreibers.

Im Stadtrat wurde der aktuelle Sachstand fast einmütig begrüßt. Lediglich Sonja Strobl-Viehhauser (CSU) sah zu viele Risiken in einer Technik, die zu unabsehbaren Verwerfungen im Erdinneren führen könne. Fossile Energieträger führten zu weit mehr Umweltschäden, entgegnete Max Keil (ubp).

Umweltreferent Manfred Sengl (Grüne) sprach von „einigen tausend Haushalten“ in Puchheim, die man mit der neuen Wärme heizen könne. Und er erinnerte an eine Nachbarkommune, in der das Thema Geothermie auch schon vor Jahren erstmals diskutiert wurde. Mit diesem Leuchtturmprojekt für das Landkreis-Ziel 21 stehe es auch 1:0 für Puchheim gegen Germering.

Von Olf Paschen

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