Zentrum

Cafés sollen Puchheims neue Mitte beleben

Puchheim – Die Stadt und ihre Planer üben große Sorgfalt bei der Gestaltung des künftigen Puchheimer Zentrums. Viel diskutiert wurde das gastronomische Angebot in der neuen Stadtmitte.

Erneut mehrere Stunden beschäftigte sich jetzt der Planungsausschuss mit einem weiteren „Zwischenbericht“ des beauftragten Architekturbüros. Ein Ergebnis: Sie gestehen jetzt einen breiteren Weg durch den „Baumhain“ zwischen Allinger Straße und Grünem Markt zu. Und das „Fontänenfeld“ soll so angeordnet werden, dass der künftig rechteckige Grüne Markt ohne unfreiwillige Dusche gequert werden kann. Zumindest bei Windstille.

Den meisten Gesprächsstoff im Ausschuss bot das gastronomische Angebot in der neuen Stadtmitte. „Fliegende Bauten“ am Markt, Eis- oder Getränkestände, sind jederzeit möglich. Ein Selbstbedienungs-„Lesecafé“ im Bibliotheksneubau gilt heute ohnehin als Standard, wenngleich die Dimension von 150 Quadratmetern für Befremden sorgte. Die Geister schieden sich jedoch an Art und Standort größerer gastronomischer Einrichtungen. So hielt Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) das Terrassen-Café an der Südwest-Seite der Alten Schule für eine „sehr charmante Idee“. Manfred Sengl (Grüne) warnte dagegen vor größeren Eingriffen in die Substanz eines Gebäudes aus dem Jahr 1929.

Für Unabhängige Bürger und Freie Wähler, die sich auch auf eine Umfrage unter den Puchheimern stützen können, ist dagegen ein Café im früheren Naturkostladen an der Nordost-Ecke des Grünen Markts die erste Wahl. Pferdefuß dabei: Das Wohn- und Geschäftshaus gehört nicht der Stadt.

Viele Vorbehalte fand dagegen das Dachrestaurant auf dem Volkshochschul-Neubau. Die Gäste dann gleich mitzubringen, empfahl ein Skeptiker, auch andere Ausschuss-Mitglieder sprachen von ernüchternden Erfahrungen aus der Puchheimer Restaurant-Szene der letzten Jahre. Man könne auch alles schlecht reden, fand Jean-Marie Leone (SPD), der sich auch ein Musiklokal oder eine Lounge über der VHS vorstellen konnte.

Ein unumstrittener Teil ist die halb im Boden versenkte Souterrain-Garage an der Adenauerstraße mit möglicher Tribüne oder Schlittenhügel zur Kennedywiese. Für die Adenauerstraße wünscht sich der Ausschuss noch zusätzliche Konzepte über Verschwenkung und Mittelinsel, Fahrrad- und Parkstreifen hinaus. Die Planer sollen auch von einer geringeren Höchstgeschwindigkeit ausgehen und die Möglichkeit eines „shared space“ für alle dann gleichberechtigten Verkehrsteilnehmer prüfen.

Nur noch vereinzelt wurde am Baumhain gemäkelt. Am Grünen Markt wird sich aber noch die Frage stellen, ob ein ganz freier Platz entsteht oder erst eine Möblierung mit Sitzgelegenheiten einen „Aufenthaltscharakter“ herstellt, wie ihn sich Barbara Ponn (Grüne) wünschte.

Aber ohnehin wird der Planungsausschuss noch einiges zu beraten haben. Wo kommt das Kriegerdenkmal hin? Soll das Mehrgenerationenhaus ZaP, schließlich Zentrum aller Puchheimer, nicht auch ins Zentrum? Oder die vom Seniorenbeirat gewünschte Anlaufstelle? Bürgermeister Norbert Seidl ergänzte die Liste noch: Auch über Kinderpark und Tafel, Kleingewerbe und Wohnungen in Puchheims neuer Mitte werde man noch sprechen müssen. (op)

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