Klaus Ebbrecht erklärt Flüchtlingen ehrenamtlich die Verkehrszeichen. Dabei wäre Arabisch hilfreich. Deshalb will der Puchheimer die Sprache lernen

Angebot der VHS

Darum wollen Asylhelfer Arabisch lernen

Puchheim - Arabischkenntnisse können Helferkreisen und Verwaltungsmitarbeitern den Umgang mit Flüchtlingen erleichtern. Das ist die Idee hinter dem neuen Kurs an der VHS Puchheim. Für die Besucher geht es aber um mehr als die Sprache.

Wer an ein Stoppschild heranfährt, muss anhalten, nach links und rechts schauen und sich vergewissern, dass kein Fahrzeug kommt. Dann darf man weiterfahren. Es ist ein einfacher Grundsatz, den Klaus Ebbrecht den rund 30 Flüchtlingen erklären will, als sie an einem heißen Sommertag mit ihren Fahrrädern in die deutschen Verkehrsregeln eingeführt werden. Denn wer in Puchheim ein gespendetes Fahrrad bekommt, muss den Kurs des Asylhelferkreises besuchen, um sichere Fahrt zu gewährleisten. Doch viele können noch gar kein Deutsch, der Rentner muss mit Englisch nachhelfen.

Eine Kursteilnehmerin dolmetscht dann ins Arabische. Klar ist: Selbst die Sprache zu beherrschen, mit der viele Flüchtlinge aufgewachsen sind, wäre oft sehr hilfreich. Dabei, erklärt der Puchheimer, ginge es nicht nur um die direkte Verständigung, sondern auch das Verständnis einer anderen Kultur. Denn alles, was man über den arabisch geprägten Raum lese, sei übersetzt. „Über die Sprache möchte ich mich besser mit der Kultur auseinandersetzen“, sagt Ebbrecht.

Außerdem, erklärt der 65-Jährige, helfe es im Umgang mit den Flüchtlingen oft schon, wenn jemand nur ein paar Brocken ihrer Sprache beherrsche. Sie müssten eine komplett neue Sprache lernen, da helfe es, wenn auch Deutsche etwas Bemühen um eine Fremdsprache zeigten. „Der Zugang zu den Menschen wird dadurch viel leichter. Sprache ist eine gute Brücke“, ist Klaus Ebbrecht überzeugt. Ganz ähnlich geht es auch Daniela Schulte. Die Puchheimer Logopädin koordiniert beim Asylhelferkreis die Gesundheits-Arbeitsgruppe. Auch wenn hierbei Arabischkenntnisse nicht erforderlich sind, wird die 45-Jährige am Kurs der VHS teilnehmen. „Damit findet man viel besser in die Arbeit hinein“, sagt die Puchheimerin, die sich gut in die Flüchtlinge hineinversetzen kann. Die, erklärt sie, müssten ja auch die Landessprache erlernen – da könne sie sich ja auch um grundlegende Arabischkenntnisse bemühen.

Daniela Schulte ist aber ganz froh, dass im Kurs zumindest die Schrift erst einmal ausgeklammert wird – denn die neue Sprache mitsamt der Schrift auf einmal zu lernen, stellt sie sich recht schwer vor. Außerdem zielt der Kurs darauf ab, dass die Schüler sich schnell ausdrücken und andere gut verstehen können.

Daher steht das Hocharabisch in einer vereinfachten, an der Umgangssprache orientierten Form auf dem Programm. Somit sollen sich die Schüler mit allen Menschen aus dem arabischsprachigen Raum verständigen können. Im Fokus steht eine praxisnahe Alltagssprache, in die die Lernenden schnell einen Einstieg finden. Auf die ersten Kommunikationsversuche freut sich Daniela Schulte schon. Denn wie sie sagt, ginge es ja nicht sofort um fehlerfreies Sprechen – „aber Sprache schafft eine wunderbare Vertrauensbasis.“ Und die sei in der Arbeit mit Flüchtlingen auf jeden Fall wertvoll.

Die Arabischkurse richten sich explizit an Asylhelfer und Verwaltungsangestellte. Sie finden in zwei Teilen jeweils dienstags von 19 bis 20.30 Uhr statt. Die erste Hälfte dauert vom 11. bis 29. November, die zweite vom 10. bis 21. Februar

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