Sozialausschuss stimmt zu

Familienstützpunkt: Neues Angebot in Puchheim

Puchheim – Die Stadt soll neben Bruck und Germering zu den ersten drei Kommunen im Landkreis gehören, in denen ein neues Förderprogramm der Staatsregierung zur Unterstützung von (schwierigen) Familien umgesetzt wird.

Der Sozialausschuss stimmte jetzt grundsätzlich der Einrichtung eines „Familienstützpunkts“ durch das Landratsamt zu. Die Personalkosten übernimmt der Landkreis, ein örtlicher Träger, der auch die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, muss noch bestimmt werden.

Was genau dieses neueste Modell leisten soll, scheint noch nicht ganz klar. In der Sozialpädagogen-Fachsprache ist etwa auf der Homepage des Arbeitsministeriums von niedrigschwelligen Kontakt- und Anlaufstellen die Rede, die selbstverständlich mit anderen für Familien tätigen Einrichtungen bestens vernetzt sind. Von einer Lotsenfunktion sprachen die beiden Vertreterinnen des Kreis-Jugendamts, die das Projekt in Puchheim vorzustellen versuchten. Auf jeden Fall sei die Familienbildung vom Landkreis in den letzten Jahren ein wenig vernachlässigt worden, diejenigen, die es vielleicht besonders nötig hätten, habe man kaum erreicht.

Angesichts der Fragen aus dem Sozialausschuss war erstaunlich, dass die Zustimmung am Ende fast einhellig ausfiel. Gisela Gigliotti (Grüne) hielt die finanzielle Ausstattung (15 000 Euro) für „ziemlich lächerlich“, fragte aber auch grundsätzlich, ob die „aufsuchende Familienarbeit“ nicht mehr Erfolg verspreche als eine weitere Institution, zu der die Menschen erst mal kommen müssten. Ähnlich sah es Wolfgang Wuschig (ubp): Die Betroffenen müssten erst mal erkennen, dass sie Beratungsbedarf haben, dann vom Familienstützpunkt wissen und dann auch noch kommen. Wie also wolle man die Familien ansprechen? „Ein Geheimrezept hab’ ich nicht dabei“, sagte Brigitte Maier von der „Koordinierungsstelle für Familienbildung und Familienstützpunkte“ im Landratsamt.

Für die Stadt ist das Angebot kostenlos. Ein möglicher, interessierter Träger wäre der Verein Kinderreich, der mehrere Krippen und einen Kindergarten in Puchheim betreibt. Insgesamt sind für den Landkreis acht feste Familienstützpunkte und möglicherweise auch ein „mobiler“ vorgesehen. Eine zentrale Informationsveranstaltung ist für den kommenden Mittwoch (ab 16 Uhr) im Landratsamt angesetzt.  

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