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Brennnessel, Nelkenwurz, Spitzwegerich und und und: Der Kochkurs drehte sich rund um Kräuter, die am Wegesrand wachsen.

Besonderer Kochkurs

Das alles kann man aus Wildkräutern zaubern

Puchheim - Basilikum, Petersilie, Thymian – im Supermarkt gibt es meist nur die üblichen Kräuter. Wer aber beim Spazierengehen genau hinschaut, findet viel spannendere Gewächse – und zwar direkt am Wegesrand.

Und das völlig kostenlos. Mit diesen Wildkräutern kann man so einiges anstellen.

Es muss nicht immer schnödes Basilikumpesto sein. Das kann ja mittlerweile jeder. Wie wär’s zum Beispiel mal mit Dinkelspaghetti an Wildkräutern? 15 Frauen wollten beim Kurs „Kochen mit Wildkräutern“ mit Erlebnisbäuerin und Kräuterpädagogin Christine Huber, organisiert vom Puchheimer Podium, mehr über Rezepte und Möglichkeiten rund um Kräuter erfahren. Gemeinsam bereiteten sie feine Nudelsoßen zu, die sie so noch nie gegessen hatten.

Eine Handvoll Löwenzahnblätter, Giersch, Bärlauch, Schafgarbe und was einem sonst noch zwischen die Finger kommt, ist schnell gesammelt, kleingehackt und abgeschmeckt. Schalotten, Knoblauch, Olivenöl und Sonnenblumenkerne runden das Ganze ab. Zum Schluss noch Parmesan drübergestreut, ergibt das ein fein abgestimmtes Wildkräutergericht: Pesto Bavarese quasi.

Bevor es beim Kurs aber ans Zupfen, Schnippeln und Anrichten ging, war Kräuterkunde angesagt. Schließlich muss man das richtige Kraut erst mal erkennen. Erst wenn man weiß, wofür das jeweilige Kraut gut ist, beziehungsweise wie es das körperliche Wohlbefinden steigern kann, wird der Kochlöffel geschwungen beziehungsweise das Messer gewetzt.

Kräuterpädagogin Christine Huber hatte eine reiche Auswahl gesunder heimischer Kräuter zum Kochkurs mitgebracht: Brennnessel, Nelkenwurz, Spitzwegerich, Johanniskraut, Schafgarbe, Beinwell, Löwenzahn, Giersch, Vogelmiere, Knoblauchrauke, Labkraut, Goldnessel, Gänseblümchen, Gundermann. Die grünen Vitaminträger enthalten wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe und gelten dennoch gemeinhin bei vielen als Unkraut: Insbesondere bei Liebhabern kurzgeschorener Rasenflächen, die solcherlei Beikräutern unaufhörlich zu Leibe rücken und ihnen dennoch nicht Herr werden.

„Wenn Sie Giersch im Garten eindämmen wollen, dann stechen sie ihn nicht aus, sondern essen sie ihn einfach auf“, riet Kräuterpädagogin Christine Huber und servierte auch gleich ein passendes Rezept dazu: Gierschlimo. „Ein großes Büschel Giersch in Apfelsaft angesetzt, am nächsten Tag noch Sprudelwasser dazu und fertig ist ein feiner Durstlöscher, der auch bei Gicht oder Rheuma hilft.“

Welches Kraut ist wofür gut und wie kann es Verwendung in der Küche finden? Löwenzahnblätter im Salat, Brennnessel als Spinat, darüber noch ein paar Blüten gestreut: „Das schmeckt nicht nur und ist gesund, es schaut auch noch schön und appetitanregend aus“, weiß die Kräuterpädagogin. „Ich kenne schon viel aus der Kräuterküche, aber man lernt ja nie aus“, sagt Senta Schneider. Sie freut sich, heute gemeinsam mit Martha Zandt ein neues Rezept auszuprobieren und ganz nebenbei noch Wissenswertes über Kräuter wie Spitzwegerich oder Schafgarbe, die „Augenbraue der Venus“ zu erfahren. „Wir lieben es, die reiche Vielfalt der Natur zu genießen“, sind sich die zwei Puchheimerinnen einig.

Ihre Gruppe bereitet eine Quiche mit Wildkräutern und Pilzen zu. Damit sie die Brennesseln nicht an den Fingern jucken, walken sie die Blätter mit dem Nudelholz. Daneben werkeln die Kursteilnehmerinnen an Käseschnitzeln, die sie in die samtig weichen Blätter des Beinwell einwickeln. Zur Nachspeise gibt es süßen Flan mit Lavendelgelee und mit Schoko überzogene Blätter vom Gundermann. Und natürlich ganz nebenbei auch viele wertvolle zusätzliche Tipps von der Ernährungsberaterin Christine Huber.

VON ANGI KIENER

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