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Die Gründungsmitglieder Walter Schlett (l.) und Walter Rauh vor der Kegelbahn im Gasthof Göbl.

Jubiläum

Kegelclub: Seit 50 Jahren eine runde Sache

Puchheim – Was als Stammtischgaudi begann, wurde innerhalb kurzer Zeit zu einem ernsthaften Unterfangen: Der Kegelclub Puchheim hat an den wichtigsten Tunieren in Bayern teilgenommen und feiert dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen.

Die beiden Gründungsmitglieder Walter Schlett (79) und Walter Rauh (76) können die Daten rund um den Puchheimer Kegelclub so gut wie auswendig. Sie erinnern sich noch genau an den 3. November 1966, als die Geburtsstunde des Vereins schlug. Gespielt wurde damals im Gasthof Göbl. 20 Leute zählte der Kegelclub bereits. Anfang der 1970er-Jahre war er dann mit 150 der mitgliederstärkste in ganz Bayern.

Dadurch war es möglich, dass zeitweise bis zu sechs Herrenteams an Mannschaftskämpfen und Meisterschaften teilnahmen. Für sich sprechend sind die Siege der ersten Mannschaft zwischen 1991 und 1995, als jeweils erste Plätze in der Bezirksliga Schwaben, der Regionalliga Schwaben Oberbayern und in der Landesliga Süd sowie ein dritter Platz in der Bayernliga errungen wurden. Ebenfalls bemerkenswert ist die Leistung von Ulrich Scharpf (70), der die magische Zahl von tausend Einsätzen mit inzwischen elfhundert Spielen überschritten hat.

Aber nicht nur im Bereich der Männer tat sich etwas, auch bei den Frauen ging es hoch her. Nachdem die erste Damenmannschaft auf die Beine gestellt war, hatte diese auf Anhieb Erfolg. Hier stehen die Meisterschaft in der Bezirksliga Schwaben 1988 und der damit verbundene Aufstieg in die Landesliga

Süd sowie der zweite Platz in der Bayernliga 1992 als Höhepunkte für sich.

Trotz all dem Wetteifern bei hochrangigen Tunieren, stand immer der Spaß am Kegeln im Vordergrund. Geselliges Beisammensein wie auf Ausflügen und bei Weihnachtsfeiern gehören genauso dazu wie Fahrten mit dem Mannschaftsbus zu befreundeten Clubs.

Dennoch gab es schon immer für alle Mitglieder klare Regeln. Zum Beispiel, dass man zum Punktspiel pünktlich zu kommen hat. „Sonst musste man gleich mal eine Mass zahlen“, wie Monika Stark (67), die momentane Kassierin des Vereins und seit 30 Jahren Mitglied, lachend anmerkt.

Nachdem es anfangs nicht genug Bahnen für alle Spieler gab, mussten die Trainingszeiten angepasst werden. Während die ersten nachmittags begannen, kamen die nächsten gegen Abend zum Spielen. „Die, die um fünf Uhr nachmittags da waren, blieben dann meistens auch bis zwei Uhr morgens“, erzählen Schlett und Rauh. Allgemein habe man viele Strapazen für die Freizeitbeschäftigung auf sich genommen: Wenn ein halber Meter Schnee lag und die Autos eingeschneit waren, ging man kurzerhand zu Fuss um sich die Kegelgaudi nicht entgehen zu lassen.

Für die nächsten 50 Jahre wünschen sich die Kegler wieder mehr junge Gesichter im Verein. Dazu wurde seit den 1980er-Jahren die Jugendarbeit massiv verstärkt. Mit den Worten: „Probiert es doch statt dem Fussball mal mit dem Kegeln“, versucht Helmut Tschischka (65), der zweite Vorsitzende des KC Puchheim, seitdem jugendliche Mitglieder anzuwerben. Und nächstes Jahr will der Club erneut aktiv auf die Suche gehen.

Davor wird dem 50. Jubiläum allerdings erst mit einem großen Turnier gedacht. Auf den Bahnen der Puchheimer Bürgerstuben bestreiten Herren- und Damenteams aus Bayern und Südtirol seit dem 5. Juli über zwei Wochen verteilt mehrere Turniere. Die Siegerehrung findet im Rahmen der offiziellen Jubiläumsfeier am Samstag, 16. Juli, ab 18 Uhr im Gasthof Göbl, dem Ursprungsort des KC Puchheim, statt. (Matthias Kast)

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