Schüler haben abgestimmt

Mehrheit will ein neunjähriges Gymnasium

 Puchheim – Erfolgreiches Pilotprojekt: 68 Prozent der Schüler am Gymnasium Puchheim wählen die Mittelstufe Plus – und damit indirekt eine Rückkehr zum neunstufigen Gymnasium.

Puchheim ist eine von 47 bayerischen Schulen, an denen das Projekt Mittelstufe Plus läuft. Mit den 68 Prozent liegt Puchheim nicht weit vom bayernweiten Trend entfernt, der bei rund 70 Prozent liegt, wie der CSU-Stimmkreisabgeordnete Reinhold Bocklet berichtet. Im ersten Jahr hatten 58 Prozent die neue Variante gewählt.

Für eine bayernweite Einführung der Mittelstufe Plus sprächen nun mehrere Faktoren, hat Bocklet vom Puchheimer Direktor Georg Baptist erfahren. Dazu gehörten die hohe Zufriedenheit aller Beteiligten sowie die intensivere Förderung aller Schüler in den Kernfächern. Allerdings bestehe die Gefahr, dass es kein wirklich einheitliches bayerisches Gymnasium mehr gebe und es zu einer Spaltung in je einen Zug der schlechten und der guten Schüler komme, berichtet Bocklet. Außerdem könne im Mittelstufen-Plus-Zug die mittlere Reife am Gymnasium erst nach sieben Schuljahren im Gegensatz zu sechs Jahren an Real- und Mittelschule erworben werden. Des weiteren habe Baptist vor einer flächendeckenden Einführung beider Möglichkeiten nebeneinander gewarnt. Das führe zu einer enorm hohen Komplexität sowie zu großem organisatorischen, raumtechnischen und budgetintensiven Aufwand.

Reinhold BockletDer CSU-Politiker will die Testphase abwarten.

Nach Ansicht von Landtagsvizepräsident Bocklet ist es für eine abschließende Bewertung noch zu früh. Die Weiterentwicklung des bayerischen Gymnasiums dürfe nicht nur auf die Mittelstufe Plus beschränkt werden. Sie sei vielmehr ein komplexer Gesamtprozess, in den die Erfahrungen der Pilotschulen wie des Puchheimer Gymnasiums einfließen müssten.

Allerdings werde man, wie Staatsminister Ludwig Spaenle betonte, die zwei Modelljahre nicht voll ausschöpfen, um rechtzeitig zum Schuljahresbeginn 2017/18 ein endgültiges Konzept umsetzen zu können. Ministerpräsident Horst Seehofer hatte in seinen Ausführungen beim Basis-Kongress der CSU in Fürstenfeldbruck Sympathie für ein Angebot beider Züge erkennen lassen.

Die Puchheimer Schulleitung scheint einer Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium den Vorzug zu geben, berichtet Bocklet auch. Dabei sollten aber bewährte Elemente des derzeitigen achtjährigen Gymnasiums, wie etwa die Intensivierungsstunden, beibehalten werden und Leistungskurse wieder eingeführt werden. Darüber hinaus werde die Rückkehr zu vier Abiturprüfungsfächern befürwortet.

von Thomas Steinhardt

Rubriklistenbild: © dpa

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Barfuß gehen und die Beine baumeln lassen

Germering – Der Barfußpfad am Germeringer See steht kurz vor der Fertigstellung. Die Fundamente sind gelegt, die einzelnen Kammern müssen noch mit unterschiedlichen …
Barfuß gehen und die Beine baumeln lassen

Stadt macht Schulen fit für die Zukunft

Olching – Neben den Planungen für den Teilabbruch und Ausbau der Grundschule Graßlfing, die einen Ganztagszweig bekommen soll, stehen nun die Grundschule Esting sowie …
Stadt macht Schulen fit für die Zukunft

Verein organisiert ersten Familien-Ski-Tag

Olching –Der Olchinger Wintersportverein veranstaltet im kommenden Jahr zum ersten Mal einen Familiensporttag, allerdings nicht in der Amperstadt, sondern in Mittenwald. …
Verein organisiert ersten Familien-Ski-Tag

Wegzug einer Firma: Aufregung in Grafrath

Grafrath – Der Wegzug der Firma Cabero aus Grafrath und der damit befürchtete Einbruch bei der Gewerbesteuer schlägt weiter hohe Wellen. Und jetzt kommt auch noch …
Wegzug einer Firma: Aufregung in Grafrath

Kommentare