Puchheim

PUC-Besucher sitzen weiterhin auf Holz

Puchheim – Im Kulturzentrum PUC darf das Publikum weiter auf vielleicht nicht übermäßig bequemen, dafür aber exquisiten Designer-Stühlen sitzen. Nach längerer Diskussion lehnte der zuständige Kulturausschuss des Stadtrats die von PUC-Chef Michael Kaller vorgeschlagene Neumöblierung für insgesamt über 140 000 Euro ab. Die 450 Stühle und 74 Tische sind seit der Eröffnung des Hauses im Jahr 1999 im Einsatz.

Kaller hatte zur Begründung seines Wunsches unter anderem den auswärtigen Besucher eines Jazz-Konzerts zitiert. Dieser hatte ein hölzernes Sitzmöbel für eine Zumutung gehalten. Von solcher Publikumskritik abgesehen seien aber insbesondere die Stühle abgenutzt und reparaturanfällig. Inzwischen stelle sich die Frage, ob man in der Holzklasse bleiben oder ins „Polster-Zeitalter“ eintreten wolle.

Noch ein paar Tage vorher, beim Fest mit den ungarischen Partnerstätdten, habe er keine Klagen gehört, sagte Bürgermeister Norbert Seidl (SPD), der auch von einem „wirklich gelungenen“ Stuhlmodell sprach. Die Qualität sei immer noch einwandfrei, fand sein Vize Rainer Zöller (CSU), und wer wirklich Probleme beim Sitzen habe, müsse halt ein Kissen mitbringen. Die im PUC ausgestellten beiden gepolsterten Alternativen, auf denen teils Probe gesessen wurden, fanden wenig Gnade: „Wie beim Arzt im Wartezimmer“, urteilte Sonja Strobl-Viehhauser (CSU) über das Modell ohne Armlehnen.

Mehrfach wurde betont, dass das aktuelle Mobiliar Helligkeit in die Räume bringe und eben auch zum preisgekrönten Gesamtdesign des Kulturzentrums passe. „Aussehen ist das eine, bequem sitzen das andere,“ meinte dagegen Dorothea Sipel (SPD), die wiederum von Parteifreund Seidl korrigiert wurde. Er sei jedes Mal froh, wenn er nach dem zweifelhaften Sitz-Genuss auf einem Theaterstuhl wieder im PUC Platz nehmen könne.

Auch die Erneuerung der angeblich zerkratzten Tische fand keine Mehrheit im Ausschuss. Wenn ein paar Kratzer störten, müsse man halt eine Tischdecke nutzen, empfahl Zöller. Nur Marga Wiesner (SPD) reichte das nicht: „Auf so einem greislichen Tisch möcht’ ich nicht essen,“ meinte sie.   (op)

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