Den Vertrag unterzeichnen Haimo Liebich (l.) vom Verein Kinderfreundliche Kommunen und Bürgermeister Norbert Seidl.

Puchheim will Kinderrechte umsetzen und stärken

Puchheim – Die Stadt hat eine Vereinbarung mit dem Verein Kinderfreundliche Kommunen unterzeichnet. Damit bekennt sie sich zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention auf lokaler Ebene – und übernimmt damit eine Vorreiterrolle im Landkreis.

Der Verein Kinderfreundliche Kommunen wurde von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk gegründet. Er begleitet Städte und Gemeinden, die unter der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen einen Aktionsplan für die lokale Umsetzung von Kinderrechten verabschiedet haben. Für diesen Plan, der nach einem Jahr entsteht, vergibt der Verein das Siegel Kinderfreundliche Kommune.

„Mit Puchheim wird eine weitere Kommune aufgenommen, die bereits schon auf sehr gute kinder-, jugend- und familienpolitische Ergebnisse zurückgreifen kann“, sagte Haimo Liebich vom Verein. Gemeinsam mit Bürgermeister Norbert Seidl setzte er seine Unterschrift unter die Vereinbarung.

„Kinder- und Familienfreundlichkeit wird groß geschrieben in Puchheim“, sagte Seidl. So gebe es in der Stadt ein über viele Jahre gewachsenes, breites Angebot an Beratung, Bildung, Betreuung und Freizeitgestaltung für Kinder und Familien. „Darauf können wir stolz sein.“ Dieses Angebote werde natürlich nicht nur von der Stadt getragen, sondern auch von vielen gesellschaftlichen Initiativen aus Kirchen, Vereinen und Verbänden. „Wir wollen nachhaltige Strukturen und Prozesse schaffen, die jedem Kind eine gute individuelle Entwicklung und die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen“, erklärte Seidl.

Das Verfahren Kinderfreundliche Kommune läuft vier Jahre und kann anschließend verlängert werden. Im ersten Jahr wird durch eine Bestandsaufnahme, die Ausgabe von Kinderfragebögen und Beteiligungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen ein Aktionsplan für die nachfolgenden drei Jahre vorbereitet. Nach der Bestätigung des Aktionsplans im Stadtrat prüft der Verein Kinderfreundliche Kommunen den Plan und vergibt das Siegel für die folgenden Jahre.

Die Kommunen Hanau, Weil am Rhein, Regensburg, Wolfsburg, Senftenberg und Algermissen haben bisher das Siegel erhalten. Im Verfahren befinden sich mit Köln, Potsdam, Remchingen, Taunus-stein, Amelinghausen und der Wedemark weitere sechs Städte und Gemeinden aus ganz Deutschland.

Das Vorhaben wurde 2012 in Deutschland ins Leben gerufen und basiert auf den internationalen Erfahrungen aus der Child Friendly Cities Initiative (CFCI). Diese setzt sich seit 1996 dafür ein, Kommunen kinderfreundlicher zu gestalten. Das UNICEF Innocenti Research Centre hat dazu Standards und Instrumente entwickelt, die ein partizipatives kommunales Management unterstützen.  tb

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