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Das Sozialkaufhaus am Alois-Harbeck-Platz eröffnet Ende April. Tina Helbing will nicht nur Kleidung günstig an hilfsbedürftige Menschen verkaufen, sondern wünscht sich auch, dass ihr Geschäft ein Treffpunkt in der Stadt wird.

Starnbergerin erfüllt sich Traum

Sozialkaufhaus steht vor der Eröffnung

Puchheim - Ende des Monats eröffnet in Puchheim ein Sozialkaufhaus. Zu kaufen gibt es Taschen, Schuhe, Accessoires und Klamotten. Die sowieso schon günstige Ware bekommen hilfsbedürftige und sozial schwache Menschen für die Hälfte. Ein gleichermaßen geniales wie soziales Konzept.

Tina Helbing ist eine begeisterte Flohmarktgängerin. Auch wenn sie sich hinterm Stand nie als Verkaufstalent erwiesen hat. Dafür war sie einfach zu nett: „Ich hab die hochwertigen Hemden meines Vaters vorher gestärkt und gebügelt und sie dann für 50 Cent verkauft“, erzählt die 56-Jährige. Und trotzdem ging sie immer mit einem guten Gefühl nach Hause. „Weil es schön war, wie sich die Menschen gefreut haben.“

Dieses Gefühl gab der gebürtigen Nordrhein-Westfälin den Ansporn, einen lang gehegten Traum zu verwirklichen: Sie eröffnet in Puchheim ein Sozialkaufhaus. Es gibt Klamotten, Taschen, Gürtel und Schuhe. Weil sich der Laden über Spenden finanziert, ist die Ware an sich schon günstig. Wer sich aber als hilfsbedürftig oder sozial schwach ausweisen kann, bekommt auf seinen Einkauf nochmal 50 Prozent. Und wirft das Kaufhaus zusätzlichen Gewinn ab, wird der an soziale Projekte gespendet. Etwa an Fördervereine für Schulen oder an die Seniorenhilfe Lichtblick.

Das Angebot richtet sich an jeden: vom Asylbewerber bis zum Normalverdiener. Helbing wünscht sich, dass das Sozialkaufhaus zu einem Treffpunkt in Puchheim wird. Es gibt Kaffee, selbstgemachten Kuchen und eine Couch. „Die Leute sollen sich super, super wohlfühlen“, sagt sie. Und neben dem Einkaufen auch reden können. Sie selbst sei gerne auch als Ansprechpartner für ihre Besucher da.

Erst auf die Messe, dann ins Sozialkaufhaus

Die 56-Jährige macht das alles ehrenamtlich, zusätzlich zu ihrem Beruf. Nach einem Jura-Studium und einer Ausbildung zur Hotelfachfrau arbeitet sie nun im Veranstaltungsservice und organisiert Messen. „Der Vorteil ist, dass ich dabei viel von zu Hause aus arbeiten kann“, sagt sie. Trotzdem geht das natürlich nicht ganz allein. Deshalb hat sie sich Unterstützung von Freunden und Bekannten geholt, die mit ihr das Sozialkaufhaus betreiben. Sechs weitere Frauen und Männer, alle im Alter zwischen 40 und 75 Jahren, alle schon seit vielen Jahren sozial engagiert. Gemeinsam sind sie gerade dabei, den Verein „genial und sozial“ zu gründen. Der Name spielt auf ihr Konzept an.

Die Idee des Vereins gibt es seit Oktober: ein Sozialkaufhaus in Puchheim. Und das, obwohl die Initiatorin aus Starnberg kommt. Die Stadt der eher gut Betuchten sei allerdings „nicht das richtige Pflaster“. Deswegen suchte Helbing in der näheren Umgebung. „Ich habe lange recherchiert, bis ich auf Puchheim gestoßen bin.“ In dem Laden am Alois-Harbeck-Platz 4 fand sie die idealen Verkaufsräume. Im unteren Geschoss werden Spenden kontrolliert, ausgezeichnet und gelagert, oben verkauft.

Dass es in der Stadt bereits ein Gebrauchtwarenhaus und eine Kleiderkammer gibt, stört sie nicht. Aufrechter Gang heißt das Warenzentrum, das ausrangierte Bücher, Möbel und Klamotten anbietet. „Die haben alles“, begründet die 56-Jährige. „Wir hingegen konzentrieren uns auf Kleidung.“

Ab 30. April hat das Sozialkaufhaus bis zu fünf Mal die Woche geöffnet. Immer montags, dienstags sowie jeden zweiten und vierten Samstag im Monat von 9 bis 13 Uhr. Donnerstags und freitags stehen die Türen jeweils von 13 bis 17 Uhr offen. Zu diesen Zeiten können auch immer Klamotten abgegeben werden. Ebenso wie die letzten neun Tage vor der Eröffnung: „Ab dem 21. April sind wir bereits immer zu den Öffnungszeiten im Laden.“

Interesse geweckt?

Wer gerne im Sozialkaufhaus mithelfen möchte, meldet sich bei Tina Helbing entweder telefonisch unter (01 57)  53 01 52 14 oder via E-Mail an genial-sozial@web.de.

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