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Geschafft: Erleichtert lächeln die Helfer beim Ramadama in Puch in die Kamera, nachdem sie die Straßen und Wege von Abfall befreit haben.

Kuriose Fundstücke

Ramadama: Landschaft sauber, Müll im Sack

Landkreis - Frühjahrsputz im Landkreis: In vielen Gemeinden wurde im vergangenen Monat auf den Straßen wieder fleißig gefegt und Müll gesammelt – „Ramadama“ heißt das Zauberwort. Die kleinen und großen Saubermänner brachten bei den Aktionen einige kuriose Fundstücke zu Tage.

Ramadama ist für Petra Schäfer (56) ein Muss. Seit etwa 25 Jahren säubert die Luttwangerin ein Mal im Jahr Flur und Feld von angesammeltem Unrat. Das erste Mal nahm sie wegen ihrer Kinder teil. Die weiteren Male aus Überzeugung: „Das braucht’s einfach, dass man aufräumt und Verantwortung übernimmt.“ Das sehen auch einige Vereinsmitglieder und Bürger so, die zum Teil seit vielen Jahren beim großen Frühjahrsputz mithelfen.

Heuer beteiligten sich zwölf Gemeinden im Landkreis. In Fürstenfeldbruck standen um die 240 Putzteufel um Punkt halb 9 Uhr parat – das waren viel mehr Menschen als noch im Jahr zuvor. „Da waren es um die 150“, schätzt Bauhofleiter Peter Langenegger (56). Das könnte vielleicht daran liegen, dass die Brucker heuer Unterstützung bekamen: Etwa 80 Asylbewerber packten mit an. Sie säuberten drei Stunden lang die Gegend um den Fliegerhorst, während sich die restlichen Bürger um die großen Straßen, Wald- und Feldwege in Bruck kümmerten.

Caritas-Mitarbeiterin Ulrike Bienemann (55) sammelte mit den Flüchtlingen. Wie sie ihnen Ramadama erklärt hat? „Gar nicht“, antwortet die Bruckerin. Die Asylbewerber hätten gar nicht groß nachgefragt. „Die haben einfach ihren Job erledigt.“ Jeder der anwesenden Helfer hätte eine Gruppe um sich geschart und dann vorgemacht, wie’s geht. Ein, zwei Mal hätten sie Kippe oder Tempo in einen Sack gesteckt und dazu ein paar erklärende Sätze auf Englisch gesagt – dann seien die Flüchtlinge auf eigene Faust losgezogen.

Gemeinsame Brotzeit als Dankeschön

Als Dankeschön fürs fleißige Helfen gab’s einen Aushang an der Heimwand – ein Foto von allen und das Wort Danke in viele Sprachen übersetzt – und eine gemeinsame Brotzeit im Bauhof. Dort trafen die Asylbewerber dann auch mit den restlichen Helfern zusammen. „Beim Essen zum Schluss hatten alle richtig Spaß“, erzählt Bienemann. Neben dem Spaß brachte der Aufräumtag aber vor allem randvolle Container.

Um die 35 Kubikmeter Unrat kamen in Bruck zusammen – letztes Jahr waren es laut Langenegger noch „um die 20“. Die Fundstücke reichten von Batterien bis zum vollständigen Bettgestell. Noch kurioser wurde es in Puch: Neben einem toten Marder fanden die Helfer des Gartenvereins dort etliche Medikamente am gleichen Fleck.

„Da hat einer eine ganze Apotheke entsorgt“, sagt Stefan Thiery (71), Vorsitzender des Gartenbauvereins Puch, die seit den 1990er Jahren beim Aufräumen mithelfen. In Puchheim lasen die Helfer einen Feuerlöscher und Öltanks auf, in Luttwang holte ein Trupp eine in Teile zerlegte Windschutzscheibe aus den Brennnesseln.

In die Kategorie „Gestohlen und wiedergefunden“ gehörten etliche Fahrräder und ein Damengeldbeutel. Langfinger hatten sich zwar das Geld gekrallt, die wertvollen Ausweisdokumente aber drin gelassen. Danach wurde das Diebesgut einfach am Pucher Straßenrand entsorgt – „vermutlich aus dem Fenster geworfen“, schätzt Thiery. Für einige lohnt sich jetzt wohl ein erneuter Anruf beim Fundbüro.

Manche kippen ihren Müll einfaach in die freie Natur

Nicht auszurotten sei immer noch die Unsitte, seinen gesamten Hausrat in die Natur zu kippen. Denn zu den klassischen Fundstücken gehören nach wie vor: Verpackungsmaterial, Flaschen, Hundekotbeutel, Sperrmüll und Reifen. Brennpunkte sind vor allem Bushäuschen und Straßenränder.

Ob der Müll in den letzten Jahren zugenommen hat? Das ist von Ort zu Ort verschieden. Bauhofchef Peter Langenegger, der das Brucker Ramadama seit mehr als zehn Jahren organisiert, sagt ja: „Das wird immer mehr.“ Grund dafür sei ein Gesellschaftswandel. „Wir werden immer leichtlebiger. Stichwort: Wegwerfgesellschaft.“ Was früher noch in den Papierkorb gewandert ist, fliegt heute aus dem Autofenster.

Aus Hattenhofen und Luttwang kommt hingegen Entwarnung. Thomas Waldleitner (51) ist Mitglied der Zukunftswerkstatt, die in Hattenhofen den Frühjahrsputz koordiniert: „Die Müllmenge war heuer überschaubar.“ Denn die letzte Aufräumaktion liege erst zwei Jahre zurück. Zum Vergleich: Früher fand Ramadama nur alle sechs Jahre statt. Weil Hattenhofen aber letztes Jahr 950-Jahr-Feier hatte, wollte man sich von seiner Schokoladenseite präsentieren und räumte einmal extra auf. Seitdem findet der Frühjahrsputz häufiger statt. Und auch in Luttwang heißt es: „Es lässt nach vom Müll. Die Leute sind ein bisschen achtsamer geworden.“

Einig sind sich aber alle Organisatoren: Der Frühjahrsputz ist absolut notwendig. Laut dem Mittelstettener Bürgermeister Andreas Spörl ist das ein „guter und schöner“ Brauch. „Ich bin froh, dass er jährlich stattfindet.“ Nicht nur, weil der Abfall wegkommt, sondern auch, weil die Bürger sich treffen.

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