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Schon schwer beschäftigt sind die Arbeitskräfte am Bahnhof Puchheim.  

Weichen werden erneuert

S 4: In den Ferien haben Bauarbeiter Vorfahrt

Puchheim - Zu Beginn der Ferien kommt es auf der Bahnlinie der S 4 zwischen Fürstenfeldbruck und Pasing zu einer Vollsperrung. Am Bahnhof in Puchheim werden Weichen erneuert. Statt Zügen werden dann Busse verkehren.

Die großen Ferien stehen vor der Tür. Viele Schüler haben Pläne gefasst, was sie mit Freunden zum Beispiel in München unternehmen könnten. Doch für Urlauber und Pendler, die die S-Bahn-Linie 4 nutzen, wird es ab diesen Freitag, 29. Juli, erst einmal etwas umständlicher, in die Landeshauptstadt zu kommen. Aufgrund von Bauarbeiten am Bahnhof in Puchheim kommt es zu erheblichen Einschränkungen auf der S-Bahnlinie sowohl stadteinwärts als auch Richtung Geltendorf. Insgesamt sechs Weichen, die über 30 Jahre ihren Dienst geleistet haben, werden seit kurzer Zeit ausgetauscht. Damit hat die Deutsche Bahn eine externe Firma beauftragt, die seit Samstag vor Ort ist. Auf diversen Weichengleisen werden die Holzschwellen zwischen den Schienen durch Beton-Elemente ersetzt.

Insgesamt werden 620 Meter Gleis und sieben Weichen ausgetauscht sowie der Unterboden verstärkt. Über 5750 Tonnen Schotter und die Planumschutzschicht müssen erst abgetragen, dann erneuert werden. Mit dem Austausch werden nicht nur marode Gleisanlagen beseitigt, er dient auch der Verbesserung der Tragfähigkeit und verbessert den Frostschutz.

„Die Planung eines derartigen Vorhabens dauert knapp vier Jahre“, erklärt Projektleiterin Anna Schindler. Dass die Arbeiten in weniger als zwei Wochen bereits beendet sein werden, ist für sie kein Wunder, denn aufgrund von Zeitmangel wurden die Weichenteile bereits vormontiert, sodass diese als Ganzes lediglich umgehoben werden müssen.

Zauneidechsen werden eingefangen

Vor Baubeginn gab es allerdings noch ein tierisches Problem zu lösen: Zauneidechsen haben sich zwischen den Gleisen niedergelassen. Bei starkem Sonnenschein ahlen sich die Tiere mit Vorliebe auf den heißen Schottersteinen zwischen den Gleisen. Ein Biologenteam fing die Reptilien ein und siedelte sie an einem ungefährdeten Platz wieder an. „Man sieht, uns ist auch die Natur wichtig“, sagt Schindler und schmunzelt.

Die Kosten des Projekts betragen rund 2,4 Millionen Euro. Darin sind bereits das Material und die Sicherungsleistung mit inbegriffen. Auch die Entsorgung der alten Schienenteile, die zum Sondermüll gehören, ist hier mit eingerechnet. Zwar sind die Schwellen zwischen den Gleisen aus Holz, aber durch die Bearbeitung mit Teer – in den 1980er-Jahren üblich – zu gefährlichem Abfall geworden.

Bis Freitag, 21.30 Uhr, verkehren noch eingeschränkt S-Bahnen, danach sind Fahrgäste auf den Schienenersatz angewiesen. Der endet am Donnerstag, 4. August, um 3 Uhr morgens. Noch einige Tage länger wird der Parkplatz am Bahnhof nur eingeschränkt nutzbar sein. Er steht erst am Montag, 8. August, wieder vollständig zur Verfügung.

Statt Züge verkehren Expressbusse zwischen den Bahnhöfen

Noch bis Freitag, 21.30 Uhr, verkehren auf der S-Bahnlinie 4 zwischen Fürstenfeldbruck und Pasing eingeschränkt Züge. Dazu fahren S-Bahnen Richtung Pasing und Geltendorf weitgehend im 40-Minuten-Takt. Einzelne Lücken werden durch SEV-Busse ergänzt. 

Ab Freitagabend beginnt die Totalsperrung. Von Geltendorf bis Fürstenfeldbruck können Fahrgäste im 30- Minuten-Takt mit der S-Bahn fahren. In der Großen Kreisstadt ist dann das Umsteigen in Busse notwendig. Beim Schienenersatzverkehr (SEV) gibt es einerseits Schnellbusse im 30-Minuten-Takt ohne Halt zwischen Fürstenfeldbruck und Pasing. Andererseits fahren Ortsbusse alle 15 Minuten, die an jedem Bahnhof halten. Die Fahrtzeit beträgt 60, bei den Expressbussen 30 Minuten. 

Werktags werden zwischen 6 und 9 Uhr sowie zwischen 16 und 19 Uhr Shuttlebusse zur S 3 eingerichtet. Sie verbinden Eichenau und Olching im 15- sowie Puchheim und Lochhausen im 20-Minuten-Takt. 

Im Regionalverkehr von und in Richtung Allgäu beginnen und Enden die Züge in Geltendorf. Von hier aus verkehren SEV-Busse ohne Zwischenhalt zum Münchner Hauptbahnhof. 

Die Fernverkehrszüge von und nach Zürich beziehungsweise dem Allgäu werden ab Buchloe zum Augsburger Hauptbahnhof umgeleitet.

Die Einschränkungen im Regional- und Fernverkehr gelten nur während der Vollsperrung vom 29. Juli bis 4. August

Matthias Kast

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