Au der Linie der S4

Regionalzüge: Bahn möchte wieder in Bruck halten 

Fürstenfeldbruck - Nach dem Skandal vom Dezember muss sich jetzt die Regierung mit den S 4-Regionalzügen befassen. Dieser Beschluss fiel im Landtag einstimmig.

 In einer Nacht- und Nebelaktion hatte die Bayerische Eisenbahngesellschaft die beiden Stopps von Regionalzügen in Bruck in der Früh und am Abend kurz vor der Veröffentlichung des neuen Fahrplans im Dezember 2015 gestrichen. Sie wurden durch Halte des Alex ersetzt, die allerdings als völlig unpraktikabel gelten und ihrerseits bald wieder gekippt werden sollen, wie Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet neulich schon berichtete.

Begründung der BEG für die Dezember-Änderung: Die neuen Doppelstockzüge auf der Linie können an den S-Bahn-optimierten Bahnsteigen 2 und 3 wegen des Höhenunterschieds nicht halten. Tatsächlich ist die Verletzungsgefahr zu groß, bestätigte ein Bahnsprecher gestern.

Politiker aus der Region wollen sich mit dieser Verschlechterung aber nicht zufrieden geben. Der Wirtschaftsausschuss im Landtag folgte nun gestern einem Antrag des Stimmkreisabgeordneten Reinhold Bocklet. Demnach muss die Staatsregierung spätestens im April berichten, „wie die Bedienung der Strecke der S 4-West einschließlich Fürstenfeldbruck mit einem ausreichenden Regionalexpress-Zugangebot sichergestellt werden kann“.

Dabei drängt Bocklet vor allem darauf, Regionalzüge in Bruck künftig am Gleis 1 halten zu lassen. Problem hier wiederum: Er ist nur 20 Zentimeter hoch. Die Aufstockung des Steigs gilt als teuer (wobei die Kosten noch genauer zu prüfen sein werden), langfristig möglicherweise wenig sinnvoll – und vielleicht sogar als unnötig.

Denn die Bahn erklärte gestern auf Anfrage, dass es durchaus möglich wäre, Züge auch ohne Umbau am Gleis 1 stoppen zu lassen. Der Höhenunterschied sei zwar beträchtlich, unmöglich sei eine solche Lösung aber nicht, sagte ein Sprecher.

Er gab nur zu bedenken: Solch niedrige Einstiege gebe es sonst nur an wenig frequentierten Feld-, Wald- und Wiesenbahnhöfen. „Die Frage ist halt: Will man das in einer großen Kreisstadt?“ Insgesamt aber wäre es der Bahn nur recht, könnte sie in Bruck wieder halten.

Im Wirtschaftsausschuss zuvor hatte die SPD ihren Antrag auf Regionalzughalte in Puchheim zurück genommen. Der Gedanke wurde allerdings nicht verworfen. Er soll nun auch geprüft werden. Von den Freien Wählern wurde der Wunsch nach einer vernünftigen Lösung übernommen. Der Eichenauer SPD-Abgeordnete Herbert Kränzein kommentierte: „Es ist nun am Innenministerium, schnell Ergebnisse vorzulegen, um so womöglich noch zum nächsten Fahrplanwechsel eine Lösung zu finden.“ Er hofft, dass „in diesem Fall keine Verzögerungen auftreten, wie man es sonst bei der S 4 seitens der Staatsregierung gewohnt ist“.

Über keinen Bahnabschnitt in ganz Bayern werde so viel diskutiert wie über den West-Ast der S 4, wird übrigens Erwin Huber (CSU) aus der Sitzung zitiert. Bocklet dazu: „Das stimmt. Das allein zeigt schon, dass es hier hakt.“

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