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Ganz schön gespritzt hat’s am Samstagabend beim Salvator-Starkbieranstich im Brucker Veranstaltungsforum (Foto oben). Andreas Ströhle von der Piraten-Partei hatte an diesem Abend die Ehre, das erste Fassl anzuzapfen. Er war unter allen anwesenden Stadträten ausgelost worden. Allerdings hatte der Neuling anfänglich so seine Probleme. Beim ersten Schlag verfehlte er gar den Zapfhahn.

Salvator-Starkbieranstich

Ein Pirat zapft an, der Mönch teilt aus

Fürstenfeldbruck - Ganz was Neues: Das erste Fassl durfte heuer ein Pirat anzapfen. Danach gab es eine wie gewohnt bitterböse Fastenpredigt von Bruder Barnabas. 

Der Salvator-Starkbieranstich im Veranstaltungsforum war euch heuer ein Fest mit vielen Höhepunkten. Wer am Samstagabend die große Ehre bekam, das erste Starkbier-Fassl anzapfen zu dürfen, wurde heuer erstmals mit Glück entschieden. Die Organisatoren verlosten den Holzschlegel unter den anwesenden Stadträten. Der Sieger: Andreas Ströhle von der Piraten-Partei. „Das ist der erste Schritt zu einer großen politischen Karriere“, spottete Moderator Harry Stadlmayer von der Paulaner-Brauerei. 

Und Neuling Ströhle hatte so seine Probleme beim Anzapfen: Zuerst verfehlte er mit dem Schlegel gar den Zapfhahn. Erst beim zweiten Versuch traf er und schaffte es mit immerhin drei Schlägen, dass das erste Starkbier floss. Von diesem könne man trotz vermeintlicher Glyphosat-Belastung gänzlich unbedenklich kosten, sagte Stadlmayer. Um eine gesundheitlich bedenkliche Menge des Pflanzenbehandlungsmittels aufzunehmen, müsste man 450 000 Liter davon trinken, habe eine Studie ergeben. 

Eher um politische Aufreger ging es dann beim „rituellen verbalen Auspeitschen“ – bei der Fastenpredigt von Jürgen Kirner. Der Musikkabarettist war bei seinem Auftritt wie immer als Bruder Barnabas verkleidet. Der Mönch rief von der Kanzel, er stelle bei der OB-Partei Brucker Bürgervereinigung eine gewisse „Sehnsucht nach eigenen Herrscherbauten“ fest. Zum Beispiel bei den Plänen zum Königs-Lichtspielhaus, dem Eissportpalast und dem Viehmark-Kolosseum. Aber wenn man schon so lange auf den Bürgermeisterstuhl gehofft habe, dann wolle man eben ein bisschen Spielgeld haben. Reihum verteilte Kirner Spitzen gegen die Kommunalpolitiker, die er – in Abgrenzung zu der großen Politik – als „politisch geringfügig Beschäftigte“ und „ländliches Bodenpersonal“ bezeichnete. 

Die Dritte Bürgermeisterin Karin Geißler und deren Grüne bekamen von Kirner den Spitznamen „Das Geißlein und die grünen Zwerge“, seinem „Lieblings-Feuerwehrmann“ Andreas Lohde (CSU) verpasste er den Slogan „I bin Lehrer, I woaß mehra“. 

Der predigende Mönch riet den Stadtpolitikern auch, nicht allzu griesgrämig auf die Haushaltslage zu schauen. Insolvent gehen könne die Stadt sowieso nicht. Deswegen könne man auch gern mal das Geld verprassen und verjuxen: „Geben ist seliger denn Nehmen.“ Beim geplanten Sportzentrum III im Brucker Westen könne man deswegen doch einen Luxusbau für Handball, Eishockey und Football hinstellen.

Eine Pointe, die einige Stadträte hinterher für „grenzwertig“ befanden, hatte Kirner zur Flüchtlings-Thematik parat. Nicht alle Brucker hätten Angst. Besonders nicht die Damen, mit denen es die Schöpfung nicht so gut gemeint hat, führte er aus. Es hätten sich schon so genannte „Jungfrauen-Interessengruppen“ gebildet, die allabendlich zu einem „hoffnungsfrohen Spaziergang“ um den Fliegerhorst aufbrechen würden. „Natürlich nur, um dort Anschluss zu finden.“ 

Salvator-Starkbieranstich im Fürstenfelder

Nach der Predigt stand Kirner gleich wieder auf der Bühne. Und zwar zusammen mit der Couplet-AG. Diese verbindet die politisch-satirische Liedform zusammen mit Kabarett. Der bayerische Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU) bekam dabei einiges an Häme zu spüren. Mittels „Söder-Zapferl“, die sie verteilten, meinten die Künstler, könne man genauso ein „Kotzbrocken“ wie dieser werden. 

Ebenfalls im Gepäck hatte die Formation Couplets vom bayerischen Großmeister des schrägen Humors, Karl Valentin. Diese im Nachlass entdeckten Texte hat Couplet-Mitglied Bernhard Gruber neu vertont. Zum Abschluss kam noch einmal ein Solo-Auftritt, der mit viel Applaus bedacht wurde. 

Thomas „Rix“ Rottenbiller, der den Kabarett-Preis „Paulaner Solo“ in 2015 gewonnen hatte, schilderte dem Publikum in direkter und bayerisch-grober Manier Szenen aus seinem Alltag. Wer gleichzeitig Polizist und ehemaliger DDR-Bürger ist, hatte dabei aber nichts zu lachen: Besonders diese beiden Berufs- und Personengruppen nahm Rottenbiller ordentlich auf die Hörner.

von Fabian Dilger

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