Ein Lebenswerk ist vollbracht: René Pfaffner hat den Hawaii-Triathlon als 218. beendet. tb-foto

Ein Schöngeisinger kämpft sich durch Hawaii

Schöngeising – Drei Deutsche auf dem Siegerpodest – das gab es noch nie in der 40-jährigen Ironman-Geschichte von Hawaii. Und dass neben den Profis Jan Frodeno, Sebastian Kienle und Patrick Lange ein Triathlon-Amateur aus Schöngeising kräftig mitmischte, auch noch nicht.

René Pfaffner kam unter den 2300 Teilnehmern, die sich frühmorgens in den 26 Grad warmen Pazifik gestürzt und nach 180 Kilometern auf dem Rad sowie im Lauftrab den Marathon bewältigt haben, als 218. ins Ziel. Neun Stunden, 35 Minuten und 54 Sekunden war der Schöngeisinger unterwegs. Eine Woche lang hatte er sich auf der Trauminsel in der Südsee auf seine bislang größte Herausforderung vorbereitet. Nun bleibt er noch eine Woche, um sich von den Strapazen zu erholen.

Mutig hatte Pfaffner beim Start die Mitte gewählt, um sich im Getümmel von 2000 gleichzeitig ins aufgewühlte Wasser stürzenden Konkurrenten zu behaupten. Sein Motto: „Wenn ich schon mal hier bin, nehme ich den Schleudergang in voller Stufe mit.“ Obwohl Schwimmen nicht gerade seine Paradedisziplin ist, entstieg der für das Tri-Team des Brucker TuS startende Athlet nach 1:03,50 als 480. dem Pazifik.

Radfahren – das entspricht schon eher seinen Vorstellungen. Bei 37 Grad ging’s auf der brennenden Teerpiste durch Hawaiis Lavawüste. Am Ende hatte Pfaffner tatsächlich noch ein paar Körner übrig, um nach 5:08,20 Stunden etliche Konkurrenten hinter sich zu lassen und sich auf Rang 400 vorzufahren. Der Marathon über die klassische 42,195-Kilometer-Distanz war dann in praller Sonne die wahre Herausforderung. Allerdings: „Ab Kilometer 31 fiel mir alles leichter, als ich es mir hätte träumen lassen.“ Gemeinsam mit einem Mexikaner strebte der Schöngeisinger dem Ziel entgegen. Aus Sorge, noch von einem Krampf aller Träume beraubt zu werden, verzichtete Pfaffner auf einen Zweikampf. Nach 3:16,20 langen Marathon-Stunden wurde er dafür mit Rang 218 belohnt. Fast betäubt vom Adrenalinschub, registrierte er beim Zieldurchlauf, wie der vor ihm eingelaufene Mexikaner von Sanitätern weggetragen wurde. Der überglückliche Pfaffner hatte dafür aber keinen Blick mehr.

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