Schöngeising

Zukunft des Jexhofs: Kreis kann Areal auf 50 Jahre pachten

Schöngeising – Der Landkreis hat die Möglichkeit, das Areal des Jexhofs ab jetzt auf mindestens 50 Jahre hinaus zu pachten. Aktuell läuft der Pachtvertrag nur bis 2032.

Von dem Angebot des Jexhof-Eigentümers berichtete Kulturamtschef Günter Sigl im Rahmen der Kreis-Haushaltsberatungen. Der Landkreis müsse sich nun Gedanken über das Angebot machen und gegebenenfalls entsprechende Verträge auf den Weg bringen, sagte er auf Nachfrage. Seiner Ansicht nach ist es sinnvoll, die Existenz des Bauernhof-Museums jetzt auf lange Dauer zu sichern. „Da draußen ist viel entstanden.“

Im Hintergrund laufen auch noch Debatten um die geplante Entrümpelung („Deakzessionierung“) des Museumsbestands. Der Jexhof braucht dafür ein Zwischendepot, weil in den vollgestellten und teils schwer zugänglichen aktuellen Lagerplätzen (Stadel, Dachgeschosse mit wackligem Boden, teils nur über eine Leiter erreichbar) eine Trennung von Erhaltenswertem und Abzugebendem kaum möglich ist. Trotz der bereits im Sommer vorgestellten Pläne sind bislang nicht alle Kreispolitiker – auch Landrat Karmasin nicht – von der Notwendigkeit eines Zwischendepots überzeugt. Karmasin räumte freilich auch ein, dass alle Experten anderer Meinung sind als er. Die Freigabe der entsprechenden Mittel für den Haushalt 2017 wurde daher jetzt mit einem Sperrvermerk versehen.

Eines der Depots

Namentlich der CSU-Fraktion sollen jetzt Fotos der Depots zugestellt werden. Die teils wackligen Lager mit einer größeren Mannschaft zu betreten, sei zu gefährlich, hieß es im Kulturausschuss zur Begründung dafür. Ganz konkrete Angebote für Hallen zur Zwischenlagerung gibt es bereits, wie zu hören war. Gebäude auf dem Fliegerhorst kommen laut Kreisverwaltung dabei nicht in Frage. Sie seien teils nicht beheizbar, teils ohne Strom und Wasser und – es handelt sich um einen militärischen Sicherheitsbereich – nicht ohne Umstände erreichbar. Zudem habe die das Gelände verwaltende Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) Preisvorstellungen jenseits des Normalen, hieß es.

Für die Entrümpelung des Bestands und für das Zwischendepot sollen rund 130 000 Euro aufgewendet werden. Der Jexhof zieht jährlich rund 25 000 Besucher an. Für das Jahr 2017 rechnet man mit Einnahmen in Höhe von 94 000 Euro und Ausgaben (samt Zwischendepot) von knapp 600 000 Euro. Zuschüsse von knapp 9000 Euro werden aus der Landesstelle für nichtstaatliche Museen erwartet.  (st)

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