Der neue, „verjüngte“ Vorstand: (v.l.) Hinten: Simon Hege, Elias Eichhorn, Kaija Hosie, Hendrik Ullmann; vorne: Thomas Heiß, Julian Pelloth, Katharina Stadlmayer. TB-Foto

In Fürstenfeldbruck

Vom Schulprojekt zum Szenetreff

Das Fürstenfeldbrucker Jugendcafé Brucklyn ist fünf Jahre alt geworden. Der neue Vorstand hat schon Pläne für weitere erfolgreiche Jahre.

Fürstenfeldbruck – Vor sechs Jahren war es noch ein einfaches Schulprojekt, heute ist das Jugendcafé Brucklyn eine feste Adresse im Brucker Nachtleben. Alle zwei Wochen treffen sich Jugendliche aus dem ganzen Landkreis, um bei einem kühlen Bier, guter Musik und netter Gesellschaft die Woche entspannt ausklingen zu lassen.

„Ich hätte niemals gedacht, dass es so erfolgreich werden würde“, erzählt Gründungsmitglied Patrick Kienzler. 2010 nahm er an einem Praxis-Seminar zum Thema „Gestaltung und Bewertung des öffentlichen Angebots in Fürstenfeldbruck aus Sicht der Jugendlichen“ teil, das am Graf-Rasso-Gymnasium angeboten wurde. Schnell wurde klar: Statt auf der Straße oder im Park sollten Jugendliche einen zentralen Treffpunkt bekommen, bei dem „gemütliches Zusammensitzen“ im Vordergrund steht. Kurz darauf gründeten 29 junge Erwachsene den Verein Brucklyn e.V. und fanden mit dem Mehrgenerationenhaus am Niederbronnerweg den „perfekten Standort“.

Nun, genau fünf Jahre nach dem ersten Betrieb, löste die nächste Jugendcafé-Generation den alten Vorstand ab. Erstmals ist nämlich kein Gründungsmitglied mehr Teil des Vereinsvorstands. Die neuen Verantwortlichen waren schon in den letzten Jahren aktiv dabei und übernehmen ab jetzt die Leitung über gut 100 Mitglieder.

„Wir sind sehr froh, dass wir unseren Gästen sowohl eine bekannte Umgebung als auch ein ständig wechselndes Programm bieten können“, meint Vorstandsvorsitzender Hendrik Ullmann. Neben dem zweiwöchentlichen Geschäft gebe es mittlerweile immer wieder sogenannte „Jugendcafé-Specials“. Bei der Juca-Fiesta, dem Mexiko-Special, können die Gäste bei Mariachimusik, Guacamole und mexikanischem Bier den Abend einläuten. Aber auch Veranstaltungen wie das Wiesn-Warm-up, Nikolausing, Kickerturnier oder das Neujahrsgrillen locken immer neue Gäste ins Jugendcafé.

„Wir möchten uns aber auch kulturell engagieren“, betont Ullmann. Deswegen habe man in den letzten Jahren mehrere Konzertabende veranstaltet, um jungen Musikern die Gelegenheit zu geben, sich vor Publikum zu präsentieren. Für Politikinteressierte wurde die Stadtjugendratswahl und eine Podiumsdiskussion mit den Direktkandidaten für die letzte Bundestagswahl angeboten.

Die Gäste freuen sich über so viel Engagement und Abwechslung. „Ich komme immer wieder gerne ins Jugendcafé. Hier trifft man viele alte Freunde aus der Schule, mit denen man nicht mehr so viel zu tun hat“, erzählt der 19-jährige Student Markus Maugg aus Aich. Der 20-jährige Brucker Kreimir Ivi lobt das Preis-Leistungsverhältnis. „Die Preise sind wirklich sehr gut. In welcher Bar kann man heute noch für einen Euro etwas zu Trinken bekommen?“

Um noch mehr potentielle Gäste für sich zu gewinnen, setzt der neue Vorstand auf Soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram, Snapchat und Co. Künftig wolle man das Jugendcafé aber auch im Sommer attraktiver gestalten und sich so von den vielen Konkurrenzveranstaltungen absetzen. „Heutzutage möchten die Jugendlichen viel mehr geboten bekommen“, meint Patrick Kienzler. Der Vorsitzende Hendrik Ullmann stimmt ihm zu, deswegen werde der Verein in den nächsten Jahren die „Juca-Specials“ weiter ausbauen.

Mit der Anschaffung eines Profi-Fußballkickers konnte der Verein schon letztes Jahr bei seinen Mitgliedern punkten. Trotz vieler „Spezial-Events“ solle der eigentliche Sinn des Jugendcafés jedoch nicht vergessen werden: Das gemütliche Zusammensitzen mit alten Freunden. (Tim Grübl)

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