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Togos Staatspräsident Faure Gnassingbé überreicht Margret Kopp den Verdienstorden seines Landes. Obwohl Fotografieren bei der Staatszeremonie eigentlich verboten war, gelang dieses Foto. 

Es war eine Überraschung

Togos Präsident zeichnet Maisacherin aus

Maisach - Aller guten Orden sind drei. Das kann Margret Kopp mit Blick auf ihre Auszeichnungen sagen: Nachdem bereits die Bundesrepublik und der Freistaat den Einsatz der Maisacherin für Togo gewürdigt haben, hat sie nun auch noch den togoischen Verdienstorden erhalten – und zwar völlig überraschend.

Bei einem Staatsempfang in Togo wurde Kopp plötzlich mit vier Politikern zur Seite genommen – sie hatten eine Privataudienz beim Präsidenten Faure Gnassingbé. „Er sagte, ,Ah, die Togoerin‘, als er mich begrüßte“, erzählt Kopp. „Das hat mich sehr gefreut.“ Dann wurden die vier Politiker und die Vereinschefin in eine große Halle geführt – niemand wusste, was sie dort erwartete. Es war der togoische Verdienstordnen. Sie wurden vor dem gesamten Kabinett und vor Militärs in den Stand eines „Chevalier de l’ordre du Mono“ erhoben – für ihren Einsatz für das Land.

Kopp war mit Vertretern des Bundestags sowie aus der deutschen und bayerischen Wirtschaft im Rahmen einer Delegationsreise in Togo unterwegs gewesen. Das Motto lautete „Frühling der deutsch-togoischen Entwicklungszusammenarbeit“. Die Kooperation zwischen den Staaten soll intensiviert werden.

Seit 1982 ist sie im Einsatz

Natürlich kann die Togohilfe nicht selbst in Afrika investieren, dazu ist die Organisation zu klein. Aber sie kann Kontakte herstellen. Denn Kopp setzt sich seit 1982 für das Land ein. Selbst als sich in Zeiten der Diktatur fast alle Hilfsorganisationen Anfang der 1990er-Jahre aus Togo zurückgezogen hatten, blieb der Maisacher Verein präsent: „Wir haben weitergemacht. Die Menschen brauchten auch damals Hilfe“, sagt Kopp. Keiner ist bereits so lange vor Ort aktiv wie der Maisacher Verein.

Seit 2012 ist die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Togo offiziell wieder aufgenommen. Kopp begrüßt das: „Das Land ist auf einem guten Weg. Es ist vieles im Gange: Die Infrastruktur wird ausgebaut, es gibt ein Mehr-Parteien-System und Pressefreiheit. Mittlerweile ist Togo ein interessantes Feld für Privatinvestoren.“

Entwicklungsarbeit ist ihr Kerngeschäft

Die Maisacherin vermittelt auch zukünftig gerne Kontakte, um die togoische Wirtschaft anzukurbeln. Vor allem aber widmet sie sich wieder ihrem Kerngeschäft: der Entwicklungsarbeit, zusammen mit der örtlichen Organisation Aime Afriques. Im Herbst ist Kopp erneut mit einer Reisegruppe in Togo. Besucht werden einige von insgesamt zehn ausgewählten Dörfern, die an einem Dorfentwicklungsprojekt teilnehmen. In abgelegenen Regionen wird Schritt für Schritt von den Bewohnern selbst etwas aufgebaut. Zum Beispiel wird die Schulspeisung eingeführt, denn das erhöht den Schulbesuch.

Wichtig ist den Organisatoren, die Einheimischen selbst entscheiden zu lassen. So waren aus allen Dörfern der Dorfchef, der Schulleiter, der Leiter der Krankenstation und der Chef des Dorfentwicklungskomitees zu einem Seminar in die Hauptstadt Lomé eingeladen und wurden dort geschult. Es ging um Gesundheit, Bildung, Hygiene, Kinderrechte und die Förderung der Einkommen.

Margret Kopp war schon in den meisten Dörfern, „in einigen davon war noch nie ein Weißer“, erzählt sie. Der Dorfchef sei ergriffen gewesen ob des Besuchs. „Das ging auch mir richtig unter die Haut, obwohl ich schon so viel in Togo erlebt habe.“

Helga Zagermann

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