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So könnte der Markt aussehen.

In Eichenau

Umstrittener Supermarkt: Nachbar klagt gegen Edeka

Eichenau – Der Bau des Edeka-Markts könnte sich weiter verzögern. Grund ist die Klage eines Nachbars. Er fühlt sich übergangen.

Dieses Projekt ist noch lange nicht in trockenen Tüchern: Der Bau des Supermarkts auf dem einstigen Tankstellengrundstück wird sich wohl weiter verzögern. Zunächst war die Planung 2015 durch Bürger- und Ratsbegehren hinausgeschoben worden. Das von Anwohnern und den Grünen initiierte Bürgerbegehren war zwar am Quorum gescheitert. Allerdings war das Ratsbegehren von den Bürgern befürwortet worden und damit erfolgreich.

Seit wenigen Wochen ist nun auch ein Plan für das Grundstück in Kraft, der den Bau eines Supermarkts mit mehr als 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche vorsieht. Der Antrag für den Bau liegt derzeit beim Landratsamt.

Während das Papier geprüft wird, ist beim Verwaltungsgerichtshof ein so genannter Normenkontrollantrag eingereicht worden. Ein Nachbar des einstigen Tankstellengrundstücks, Walter Bauer aus der Wendelsteinstraße, hat den Antrag gestellt und will damit die Rechtmäßigkeit des Bebauungsplanes überprüfen lassen. „Dies ist die letzte Chance für uns“, macht er klar. Bauer ist entsetzt über das Vorhaben. „Auf uns nimmt man absolut keine Rücksicht.“

Besonders kritisch sieht Bauer, dass neben dem zum Sondergebiet gewordenen einstigen Tankstellengrundstück ein reines Wohngebiet liegt. Er wünscht sich, dass die künftige Bebauung des Areals sich an die Wohnhäuser anpasst. Bauer schimpft, dass das rund 2700 Quadratmeter große einstige Tankstellengrundstück mit 2400 Quadratmetern überbaut – und somit quasi komplett versiegelt würde.

Sorgen macht sich der Nachbar auch um die Entwässerung. Denn die angrenzenden Wohngrundstücke lägen um bis zu 0,8 Meter niedriger als das Areal des Einkaufsmarktes. Zudem sei das Tankstellengrundstück im Überschwemmungsgebiet.

Bauer fürchtet aber auch Auswirkungen auf den Verkehr in der Hauptstraße. Dort seien bereits jetzt rund 13 000 Fahrzeuge am Tag unterwegs. Sollte die Olchinger Westumfahrung gebaut werden, würden weitere 1000 dazukommen. Die Ein- und Ausfahrt in den Parkplatz des geplantes Supermarkts aber führe direkt von und auf die Hauptstraße ohne eine weitere Abbiegespur, ebenso der Anlieferverkehr zu dem Markt. Bauer ist sich sicher: „Jedes Fahrzeug behindert zu 100 Prozent den Verkehr in der Hauptstraße.“ Der Anwohner fürchtet aber auch Lärmbelästigung durch den Markt selber. Beispielsweise meint er die Geräusche der Kühlaggregate, die auf dem Dach montiert werden sollen.

Politiker nicht überrascht

Die Eichenauer Politiker zeigen sich von dem Normenkontrollantrag wenig überrascht. „Es ist nur konsequent, dass Bürger ihre rechtlichen Mittel gegen den Bebauungsplan ausschöpfen“, sagt Christine Ganzhorn von den Grünen. Auch Bürgermeister Huber Jung (CSU) erklärt, „angesichts des sehr engagiert durchgeführten Bürgerbegehrens hat dies eine gewisse Konsequenz“. Christine Ganzhorn, die sich das Areal weiterhin als Mischgebiet mit Wohnungen, Praxen und Büros wünscht, hat nun die leise Hoffnung, dass Edeka angesichts wahrscheinlich weiterer Verzögerungen die Lust verliert, in Eichenau an dieser Stelle zu bauen.

Sollte der Markt gebaut werden, fürchtet sie, dass andere Einkaufsmöglichkeiten in der Gemeinde – vor allem die, die zum Edeka-Konzern gehören – verschwinden. Jung aber ist sich sicher, dass das neue Einkaufscenter vorhandene Supermärkte nicht verdrängen wird. Denn ein Gutachten habe ergeben, dass die Kaufkraft der 12 500 Einwohner der Gemeinde Eichenau nicht abgedeckt ist und auch mit dem Bau des geplanten Edeka-Marktes nicht abgedeckt sein wird.

Gemeinde beauftragt Anwalt

Vor kurzem bestätigte Eichenaus Bürgermeister Huber Jung (CSU) in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung, dass die Gemeinde in der Normenkontrollklage eine Münchner Anwaltskanzlei beauftragt hat. Jung erklärte, dass seitens der Gemeinde kein Kosten- und Rechtsschutz besteht. Laut dem Rathauschef läuft das Genehmigungsverfahren zum Edeka-Bau beim Landratsamt in Fürstenfeldbruck weiter. Sollte die Klage erfolgreich sein, würde das Verfahren gestoppt. „Genaue Auskünfte über mögliche Verzögerungen sind aber nur Kaffeesatzleserei“, betonte Jung

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