Nicht gerade hübsch: Der seit Jahren geschlossene Treppenabgang in der Landsberger Straße ist mit Zeitungskästen zugestellt.

Stadt sucht lösung

Unterführung verschandelt Hauptkreuzung

Germering - Keiner braucht ihn und hässlich ist er auch noch: Der Treppenabgang zur früheren Fußgängerunterführung in der Landsberger Straße. Die Stadt will den Schandfleck beseitigen. Doch der Eigentümer stellt sich quer.

Die zwei Fußgängerunterführungen an der Kreuzung von Unterer Bahnhofstraße und Landsberger Straße mitten in Germering gibt es seit über 20 Jahren nicht mehr. Die Treppenanlage auf der östlichen Straßenseite, die vom Gehsteig vor dem Tengelmann-Markt zum Platz vor der Stadtbibliothek führte, ist bereits 1993 zurückgebaut worden. 

Die Anlage auf der anderen Straßenseite ist zwar auch geschlossen und im Zuge des zweiten Bauabschnitts des Germedicum auf der Südseite der Landsberger Straße auch verbaut worden. Allerdings führt auf der Nordseite in Höhe der Gaststätte „Zum Griabign“ nach wie vor die Treppe nach unten. Der Zugang ist lediglich mit einer Reihe von Zeitungskästen zugestellt. 

So soll es jetzt auch noch für eine längere Zeit bleiben. Denn die seit Jahren diskutierten Pläne der Stadt, auch diesen Abgang zurückzubauen, sind vom benachbarten Grundstückseigentümer zunichte gemacht worden. Der beharrt laut Stadtbaumeister Jürgen Thum auf eine so genannte Dienstbarkeit aus dem Jahr 1969. Die sichert ihm den Zugang zu seinen Kellerräumen durch die Unterführung. 

Wie Thum jetzt im Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss ausführte, habe der Eigentümer auch nach mehreren Gesprächen, in denen ihm andere Zugangsmöglichkeiten zu seinem Keller angeboten wurde, die Zustimmung zur Schließung der Unterführung verweigert. 

Das Stadtbauamt hat deswegen andere Varianten prüfen lassen, um den Straßenraum zwischen Treppe, „Griabign“ und Landsberger Straße besser nutzen zu können. Am besten wäre es laut Thum, den Zugang auf die notwendigen Mindestmaße zu verschmälern. Aus Sicherheits- und aus Wartungsgründen sollte man ihn aber überdachen. Die gesamte Maßnahme würde dann rund 75 000 Euro kosten. Dazu wird es aber erst einmal nicht kommen. 

en Stadträten gefiel die beispielhaft vorgestellte gläserne Überdachungs-Variante ganz und gar nicht. Franz Senninger (CSU) sprach gar von einem Schneewittchen-Sarg. Die Stadträte folgten deswegen dem Vorschlag von Tinka Rausch (SPD), auch wegen der Kosten vorerst alles so zu lassen wie ist.

von Klaus Greif 

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