Kein Verlustgeschäft

So viel Geld bringt die Verkehrsüberwachung

Puchheim - Die Verkehrsüberwachung in Puchheim fördert wahrscheinlich die Sicherheit im Straßenverkehr. Sie ist aber auf jeden Fall kein Verlustgeschäft für die Stadt.

 Rund 40 000 Euro netto blieben der Kommune im vergangenen Jahr bei den Geschwindigkeitskontrollen, immerhin 6000 Euro brachten die Falschparker ein. Rund 95 Prozent aller Verstöße im fließenden Verkehr bewegten sich allerdings im Verwarnungsbereich, die Temposünder waren also maximal 20 Stundenkilometer zu schnell unterwegs.

Den Spitzenreiter, der nachts mit 121 Sachen auf der Eichenauer Straße geblitzt wurde, erwartet dagegen ein Bußgeldverfahren samt vorübergehendem Führerscheinentzug. Der nächtliche Raser war freilich ein „absoluter Ausreißer“, wie im Bericht aus dem Rathaus betont wird.

Die Tempo-Überwachung erfasste in 423 Messstunden rund 82 000 Fahrzeuge, nur knapp 3600 mussten beanstandet werden. Dabei hatten viele eilige Puchheimer (oder Durchfahrende) die Sonne auf ihrer Seite. Wegen ungewöhnlich häufiger Reflexionen und/oder Überbelichtungen, besonders in der Eichenauer Straße, konnte in rund 20 Prozent der Übertretungen der Fahrer nicht zweifelsfrei identifiziert werden, die Verfahren wurden nicht weiter verfolgt. Außerdem hatte ein Messfahrzeug einen Unfall, beim Ersatz-Gefährt machte die Kupplung schlapp.

Die meisten Verstöße (rund 1150) wurden in der Allinger Straße auf Höhe von Kindergarten und Gutshof gezählt, dicht gefolgt von der Lußstraße. In beiden Fällen lag die Verstoßquote bei über zehn Prozent, was insbesondere im Fall der Lußstraße für Erstaunen sorgt: 17,4 Prozent aller Fahrer beschleunigen auf dem kurzen Stück zwischen Kreisverkehr und scharfer Rechtskurve (oder in Gegenrichtung) noch auf mehr als die erlaubten 30 Stundenkilometer. Einsamer Spitzenreiter ist allerdings der Grüne Markt, auf dem sich fast die Hälfte der 27 Gemessenen nicht an die Schrittgeschwindigkeit hielt.

Wenn man wirklich Geld mit der Verkehrsüberwachung machen wollen würde, müsste man sich dort „drei Stunden hinstellen“, meinte Ordnungsamts-Chef Martin Lehner, der die Zahlen im Stadtrat präsentierte. Das Augenmerk gilt aber insbesondere den Straßen, die auch als Schul- oder Kindergarten-Wege genutzt werden. Auf einer dieser Strecken, in der Mitterlängstraße, gab es keine einzige Übertretung. Zweiter positiver Ausreißer mit einer Verstoßquote von Null war etwas überraschend die Adenauerstraße.

Knapp 2400 Mal waren die Parkraum-Überwacher erfolgreich. In mehr als der Hälfte aller Fälle standen die Autos ohne Parkscheibe oder zu lang an der Straße, vor allem an der Lochhauser Straße.

Wenig lukrativ, dafür zeitaufwändig war dagegen die Beanstandung der 75 Anhänger, die länger als zwei Wochen am selben Fleck standen. „In einigen Gegenden Puchheims hat sich dieses Phänomen fast zur Plage entwickelt“, sagt Lehner. Dazu komme nachträglicher Ärger: Viele Halter verbänden mit der Zulassung ihres Hängers offenbar auch ein Anrecht auf Dauerparken.

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